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04.07.2012

10:32 Uhr

Monti betont Gemeinsamkeiten

Super-Mario buhlt um Europas Gouvernante

VonKatharina Kort

Merkel und Monti sind die Hauptdarsteller im Drama Euro-Rettung. Nach dem heftigen Streit beim Gipfel versuchen beide Regierungschefs heute, Europa gemeinsam wieder auf Kurs zu bringen. Weit liegen sie nicht auseinander.

Kanzlerin Merkel und Italiens Premier Mario Monti: Von der Volksseele soweit entfernt wie Berlusconi von Universitätsprofessoren. Reuters

Kanzlerin Merkel und Italiens Premier Mario Monti: Von der Volksseele soweit entfernt wie Berlusconi von Universitätsprofessoren.

RomIn Rom laufen die Vorbereitungen bei ohnehin schon heißen Temperaturen auf Hochtouren. Heute ist der große Tag: Merkel und Monti, das neue Power-Duo Europas trifft sich in der italienischen Hauptstadt. Der Ort scheint dem italienischen Premierminister zumindest vom Namen gewogen: Mario Monti empfängt seine deutsche Kollegin in der Villa Madama auf dem Monte Mario. Eine herrschaftliche Villa aus dem 16. Jahrhundert, von Zypressen umgebenen mit Blick auf das Foro Italico ist die Szenerie des Nord-Süd-Treffens. Hier werden nicht nur Merkel und Monti ihr Abendessen einnehmen, sondern auch Minister und Industrie-Vertreter beider Länder. Die Frage ist nur, ob es ein harmonischer Tag - denn in zentralen Fragen sind sich Deutsche und Italiener uneins.

Es treffen die Protagonisten des Euro-Streits aus dem Süden und dem Norden Europas aufeinander: Super-Mario, der in seiner Heimat als Gewinner des Euro-Gipfels gefeiert und Angela Merkel, die für ihr Einlenken daheim gescholten wurde. In den Tagen vor dem Gipfel der vergangenen Woche hatte die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ der deutschen Kanzlerin mit dem Logo des Leitartikels „Schnell, Frau Merkel !“ eine ganze Artikel-Serie gewidmet.

Nun hat sie ja auch schnell gehandelt, die Deutsche. Überraschend ist sie zumindest auf einige von Montis Forderungen eingegangen. Doch jetzt kommen die wahren Hausarbeiten: Bis zum Treffen der Euro-Gruppe am 9. Juli müssen die Teilnehmer die Gipfelbeschlüsse mit konkreten Inhalten füllen. Und Merkel und Monti müssen zeigen, dass sie im Sinne beider Völker sind. Bilaterale Treffen sind schließlich immer ein Großteil Symbolik.

Wenn sich Monti und Merkel, die Außenminister Guido Westerwelle und Guido Terzi, die Sozialministerinnen Ursula von der Leyen und Elsa Fornero, die Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Corrado Passera und die für den Transport zuständigen Minister und Vizeminister Peter Ramsauer und Mario Ciaccia heute in Rom treffen – dann steht das für die Einigkeit der beiden Länder.

Unmittelbar vor den Regierungskonsultationen versuchte Monti schon einmal eine Annäherung: Italien sei stets für mehr Wachstum eingetreten, aber nicht "auf Kosten der Haushaltsdisziplin", sagte Monti der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" . Er habe beim EU-Gipfel vor knapp einer Woche dazu beigetragen, etwas "für das Wachstum und die finanzielle Stabilität" in Europa zu tun.

In dem Interview versucht er, dem Eindruck entgegenzuwirken, es gebe tiefgehende Differenzen zwischen ihm und Merkel. Nach dem EU-Gipfel in Brüssel hätte die Presse besser schreiben sollen: "Angela plus Mario ist gleich ein Schritt nach vorne für die europäische Wirtschaftspolitik", sagte der italienische Ministerpräsident. Beide beschritten bei Fiskal- und Wachstumspolitik dieselben Wege.

Kommentare (20)

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matze

04.07.2012, 10:48 Uhr

an die redaktion, ist wirklich ausgesprochen interssant und lehrreich. war ich bis jetzt selber zu naive.

der link

https://www.youtube.com/watch?v=uo1ygFynK30

Account gelöscht!

04.07.2012, 10:48 Uhr

Super Mario kann man wohl sagen. Der hat die Merkel, ohne dass die es auch nur ansatzweise gemerkt hat, nach allen Regeln der Kunst über den Tisch gezogen. Merkel, auch "Eiserne Lady" genannt ist vom Monti zu einer "Weichblech Lady" degradiert worden. Merkel hat ihr Gesicht total verloren. Da bleibt nur der alternativlose Rücktritt.

Pro-Me

04.07.2012, 10:51 Uhr

Wenn ich mir das so alles mal ansehe, kann ich inzwischen nur jeden unterstützen, der Steuern NICHT bezahlt. Der Staats hat (wie ein Krebs) ein Eigenleben begonnen und deckt sich überhaupt nicht mehr mit den Interessen des Volkes.

Und für das eingesparte eld kann man dann herrlich in Urlaub fahren.

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