Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2005

21:33 Uhr

Mord oder Gnadenschuss?

US-Soldat wegen Tötung eines Irakers verurteilt

Mord oder Gnadenschuss? Ein Gericht hat einen US-Soldaten zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, der einen schwer verwundeten Iraker erschossen hatte.

HB BERLIN. Ein US-Militärgericht hat am Freitag einen US-Soldaten wegen des Mordes an einem verwundeten jungen Iraker zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt und seine unehrenhafte Entlassung angeordnet. Sergeant Cardenas Alban sei außerdem der Verschwörung zum Mord für schuldig befunden worden, bestätigte ein US-Militärsprecher in der irakischen Hauptstadt.

Alban ist der zweite US-Soldat, der wegen der Erschießung eines jungen Irakers im August 2004 in der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City verurteilt wurde. Sein Kamerad, Sergeant Johnny Horne, hatte im Dezember letzten Jahres eine dreijährige Freiheitsstrafe erhalten und war unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen worden.

Alban, Horne und ein dritter US-Soldat, gegen den noch ein Verfahren anhängig ist, waren inmitten heftiger Kämpfe mit den Milizen des radikalen Predigers Muktada al-Sadr auf eine Gruppe Jugendlicher gestoßen, von denen sie nach eigenen Angaben annahmen, dass diese Minen legen wollten. Daraufhin hatten sie das Feuer eröffnet. Dabei waren mehrere Iraker getötet und verletzt worden. Alban und Horne erschossen anschließend einen besonders schwer verwundeten Jugendlichen. US-Militärs hatten dies zunächst als «Gnadenschuss» bewertet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×