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16.02.2015

16:10 Uhr

Morde in Kopenhagen

Regierungschefin: Attentäter gehörte nicht zu Terrornetz

Er hatte wohl Komplizen und war gerade aus dem Gefängnis entlassen: Über den mutmaßlichen Attentäter von Kopenhagen werden neue Details bekannt. Der 22-Jährige soll aber keinen Kontakt zu Terrornetzwerken gehabt haben.

Attentat in Dänemark

Immer mehr Details über Täter

Attentat in Dänemark: Immer mehr Details über Täter

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KopenhagenNach den tödlichen Schüssen eines Terroristen in Dänemark hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Sie würden beschuldigt, dem Attentäter „mit Rat und Tat“ geholfen zu haben, berichteten die Ermittler am Montag. Einer der Männer wurde demnach am Sonntagmorgen, der andere am Sonntagnachmittag festgenommen.

Den Festgenommenen wird vorgeworfen, dem Attentäter auf der Flucht Unterschlupf gewährt zu haben, wie Verteidiger Michael Juul Eriksen sagte. Zudem sollen sie ihm geholfen haben, sich einer Waffe zu entledigen. Die Polizei erklärte lediglich, sie würden beschuldigt, „dem Täter im Zusammenhang mit den Schusswaffenangriffen geholfen“ zu haben.

Das ist der mutmaßliche Attentäter von Kopenhagen

Das ist offiziell bestätigt

Nach den Terroranschlägen von Kopenhagen werden mögliche Motive des arabischstämmigen Attentäters langsam klarer. Die Polizei hat bisher lediglich bestätigt, dass der Täter 22 Jahre alt war, in Dänemark geboren wurde und einige Vorstrafen hatte. Dänische Medien veröffentlichten weitere Details.

Herkunft

Name: Omar Abdel Hamid el-Hussein. Laut „Politiken“ sind seine Eltern Palästinenser.

Vorstrafen

Bekannte Vorstrafen: Verstoß gegen das Waffengesetz, gefährliche Körperverletzung. Nach einem Messerangriff kam El-Hussein erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis frei. Außerdem rauchte er Freunden zufolge Haschisch, was ihn in Verbindung zu Drogenkriminellen brachte.

Verbindung zum IS

Laut „Politiken“ betrachtete El-Hussein Palästina als seine zweite Heimat und äußerte sich hasserfüllt über Juden und Israel. „Berlingske“ zufolge wollte sich El-Hussein in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen.

Extremismus

Im Gefängnis sei er Behörden aufgefallen, weil er 39 Mal extremistische Einstellungen geäußert habe, meldete die Nachrichtenagentur Ritzau.

Reizthema

Mitschüler und Freunde beschreiben ihn als Einzelgänger, der bisweilen unbeherrscht war – besonders beim Thema Palästina. Sein Anwalt zeigt sich außerordentlich überrascht von den Terrorvorwürfen.

(Aus)Bildung

El-Hussein besuchte ein Zentrum für Erwachsenenbildung im Kopenhagener Vorort Hvidovre.

Interessen

Thai-Boxen, Kameraden beschreiben ihn als sehr eifrig.

In den vergangenen zwei Tagen waren die Ermittlungen der Polizei wegen möglicher Komplizen und Hintermänner auf Hochtouren gelaufen. „Wir wollen gern Kontakt mit mehr Zeugen aufnehmen, die den Täter gesehen haben“, erklärten die Ermittler. Besonders wichtig seien Zeugen, denen der Mann auf dem Weg zum ersten Tatort aufgefallen sei.

Der mutmaßliche Attentäter in der Hauptstadt Kopenhagen war der Polizei unter anderem durch Gewaltdelikte und Verstöße gegen das Waffengesetz bekannt. Der 22-Jährige sei in Dänemark geboren und im Bandenmilieu aufgefallen, teilte die Polizei mit. Laut dem Fernsehsender tv2 hieß er Omar Abdel Hamid El-Hussein.

Er war nach Informationen des dänischen Rundfunks erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Der 22-Jährige hatte laut „Danmarks Radio“ im November 2013 einen Messerangriff in einer S-Bahn verübt.

Er soll dafür im Dezember 2014 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, aber im Januar dieses Jahres schon wieder entlassen worden sein, weil er so lange in Untersuchungshaft gesessen hatte. Die Polizei bestätigte die Informationen zunächst nicht.

Die Dänische Zeitung „Politiken“ berichtet am Montag unter Berufung auf Mitschüler des Mannes, dass er sich mehrfach sehr wütend über Israel geäußert habe. Der in Dänemark geborene 22-Jährige habe Palästina als zweite Heimat betrachtet und sich sehr für die Palästinenser engagiert, so das Blatt.

Der Attentäter hat nach ersten Erkenntnissen allerdings zu keiner größeren Terrorzelle gehört. Die dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt sagte am Montag, es gebe keine Anzeichen dafür, dass hinter den tödlichen Angriffen vom Wochenende eine Gruppe stehe. Die Orte, die sich der 22-Jährige ausgewählt habe, deuteten aber auf Terrorakte hin, sagte sie.

Kommentare (7)

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Herr Günther Schemutat

16.02.2015, 11:42 Uhr

Er kam gerade aus dem Gefängnis und war ein guter Schüler. Da kommen Tränen vor Rührung und man denkt an Deutschland wo Messeratacken jeden Tag vorkommen und die Bestrafung genausso liberal ist wie in Dänemark. Wie der Sprecher der Polizei in Braunschweig sagte, wir wissen nicht ob jemand mit einem Messer auf die Leute vorgehen wollte oder .....

Die Einzelanschläge mit Messern von radikalen Muslime werden aber weiterhin nur als Straftat gesehen und nur wenn das umgekegrt ist Deutscher gegen Muslim kommt der Staatsschutz.

Der Islam gehört zu Deutschland,Merkel und der Union.

real. ist

16.02.2015, 12:14 Uhr

Politik und das reale Leben - Theorie und Praxis.

Herr Joly Joker

16.02.2015, 12:22 Uhr

Es ist an der Zeit für Migranten und deren Nachkommen, die einen EU Pass besitzen, die Staatsbürgerschaft abzunehmen. Und danach diese Menschen auszuweisen. Zusätzlich sollte jeder Migrant eine Eidesstattliche Erklärung abgeben die Menschenrechte zu wahren und zu schützen. Bei Zuwiderhandlung - ausweisen. Wann endlich kapieren die Politiker und Medien auch die Kirchen, dass es keine Mauer zwischen Islamisten und Muslims gibt. Oder kennt irgend jemand einen Moslem der in der Moschee einem Hassprediger unterbrochen oder gar der Polizei angezeigt hat? Seit mehr als 30 Jahren leiden wir unter islamischem Terror. Wie lange noch sollen wir uns wegen islamischer Befindlichkeiten abschlachten lassen. Nicht wir haben uns den Moslems anzupassen.

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