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23.03.2012

03:58 Uhr

Morde in Toulouse

Sarkozy kündigt härteres Vorgehen gegen Hassprediger an

Werden die sieben Morde Frankreich verändern? Präsident Sarkozy will schärfer gegen Hassprediger vorgehen. Der Serienmörder starb bei der Erstürmung seiner Wohnung in Toulouse.

Toulouse

Amateurvideo zeigt Attentäter

Toulouse: Amateurvideo zeigt Attentäter

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Washington/ParisNach der Mordserie und dem Tod des mutmaßlichen Täters hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy Konsequenzen angekündigt. Der Serienmörder von Toulouse war am Donnerstag nach erbittertem Widerstand von einem Scharfschützen mit einem Kopfschuss getötet worden. Neben einem umfangreichen Waffenlager fanden die Ermittler auch die Kamera von Mohamed Merah (23), mit der er die sieben Morde gefilmt hatte.

Auf einer der Al-Kaida nahestehenden Islamisten-Website tauchte ein Bekennerschreiben auf, mit dem eine Gruppe mit dem Namen „Soldaten des Kalifats“ für die Morde die Verantwortung übernahm. Sarkozy sagte in einer Fernsehansprache kurz nach dem Einsatz in Toulouse, zu den Konsequenzen zählten auch die Bestrafung von Hasspredigern im Internet und deren Anhängern.

„Jede Person, die regelmäßig im Internet Webseiten besucht, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, wird bestraft“, sagte Sarkozy. Es müsse zudem untersucht werden, ob und wie in Gefängnissen radikales fundamentalistisches Gedankengut verbreitet werde. Außerdem soll jede Person bestraft werden, die sich im Ausland indoktrinieren lässt.

Der Bürgermeister von Toulouse, Pierre Cohen, und die Abgeordneten des Stadtparlaments forderten ihre Mitbürger in einer Erklärung auf, sich am Freitag (12.00 Uhr) auf dem zentrale Place du Capitole zu versammeln. Sie sollten so ihre Solidarität mit den Opfern und ihre Anlehnung von rassistischem und antisemitischen Hass demonstrieren.

Nach Angaben von Innenminister Claude Guéant drang die Spezialeinheit am Donnerstagvormittag durch Fenster und Türen in das Haus ein, in dem sich Merah seit dem frühen Mittwochmorgen verschanzt hatte. Zuvor sei die Wohnung mit Video-Robotern ausgekundschaftet worden. Der Attentäter sei aus dem Badezimmer gestürmt und habe mit mehreren Waffen das Feuer auf die Beamten eröffnet.

„Es waren viele Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuergefecht von solcher Intensität erlebt hat“, sagte Guéant. Merah soll eine schusssichere Weste getragen haben. Nach Angaben des TV-Senders BFM wurden mehr als 300 Patronen verschossen. Schließlich sei der Mann aus dem Fenster seiner Wohnung gesprungen. Wie Staatsanwalt François Molins mitteilte, schoss ihm ein Scharfschütze in den Kopf - in Selbstverteidigung.

Französische Rechte kritisiert Sarkoy

Video: Französische Rechte kritisiert Sarkoy

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Merah hatte offenbar geplant, mit der Waffe in der Hand zu sterben. „Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!“, soll er Polizisten gesagt haben. Der Mann war zum Widerstand entschlossen. Er hatte der Polizei mehrmals angekündigt, sich zu stellen, schließlich aber den Kontakt abgebrochen. In einem Wagen seien Maschinenpistolen und Revolver des 23-Jährigen gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Kommentare (9)

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Plonkpirat

23.03.2012, 06:48 Uhr

Ja härtere Bestrafung hilft! Wer was falsches liest wird bestraft! Was falsch ist bestimmt Sarkozy! Todesstrafe hat sich bewährt! Zumindest bei den Nazis, die solch ein Vorgehen cvorgelebt haben. Feindsender hören wurde da mit finalem Lebensentzug geahndet. Das war für das System sehr hilfreich, hat den Untergang aber nicht verhindert.

Account gelöscht!

23.03.2012, 07:40 Uhr

Der Preis für die Freiheit (Nichtbestrafung von Hasspredigern)darf nicht so hoch sein, dass jeder alles darf und kann ohne Verantwortung und durch seine Handlungen die Freiheit der Nachbarn oder einzelner Personengruppen gefährdet bzw. diskreditiert. Auch der Nachbar oder das Gegenüber möchte so leben wie Er oder Sie will.
Wer anders leben will für den gibt es noch sehr schöne Gegenden auf der Welt, die allen politischen oder religiösen Ansprüchen gerecht werden können. Ob das Maß an Freiheit dann ausreicht kann jeder selbst entscheiden.

Plonkpirat

23.03.2012, 08:13 Uhr

Meine volle Zustimmung zu Ihem Beitrag

Zitat: ....dass jeder alles darf und kann ohne Verantwortung und durch seine Handlungen die Freiheit der Nachbarn oder einzelner Personengruppen gefährdet bzw. diskreditiert....

Keine Zustimmung findet bei mir Sarkozys Plan:

Zitat: „Jede Person, die regelmäßig im Internet Webseiten besucht, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, wird bestraft“, sagte Sarkozy."

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