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20.02.2017

13:13 Uhr

Mordfall Kim Jong Nam

Malaysia bestellt nordkoreanischen Botschafter ein

Südkorea geht davon aus, dass Nordkorea hinter dem Tod des Halbbruders von Machthaber Kim Jong Un steckt. Doch die Ermittlungen der zuständigen Behörden in Malaysia dauern noch an. Nordkorea sieht eine Verschwörung.

Der Wagen des nordkoreanischen Botschafters in Malaysia fährt auf das Gelände des Außenministeriums von Malaysia. AP

Nordkoreas Botschafter einbestellt

Der Wagen des nordkoreanischen Botschafters in Malaysia fährt auf das Gelände des Außenministeriums von Malaysia.

Seoul/Kuala LumpurDer rätselhafte Tod des älteren Halbbruders des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un sorgt für diplomatische Verstimmungen zwischen Malaysia und Nordkorea. Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf Kim Jong Nam im Flughafen von Kuala Lumpur bestellte das malaysische Außenministerium am Montag den nordkoreanischen Botschafter ein. Der Abgesandte Kang Chol solle angedeutet haben, die Regierung in Kuala Lumpur habe in dem Fall „etwas zu verbergen“ und paktiere mit äußeren Kräften, teilte das Ministerium mit. Malaysia rief zudem seinen eigenen Botschafter aus Pjöngjang zurück.

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Angeblich waren die beiden Frauen, die den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mutmaßlich mit einer giftigen Substanz besprühten, Unbeteiligte. Sie sollen hereingelegt worden seien.

Bei einer Pressekonferenz am Freitag hatte Kang die malaysische Regierung heftig für ihr Vorgehen in dem Fall kritisiert. Pjöngjang werde das Ergebnis einer ohne seine Zustimmung durchgeführten Autopsie nicht akzeptieren. Auch forderte Nordkorea von den malaysischen Behörden, den Leichnam zu übergeben. Nach dem Vorfall richtet sich der Verdacht weiter gegen Nordkorea, dessen Machthaber für brutales Vorgehen bekannt ist.

Kim Jong Nam soll am vergangenen Montag auf dem Flughafen mit einer giftigen Substanz besprüht worden sein. Der 45-Jährige starb kurz darauf auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der japanische Fernsehsender Fuji TV veröffentlichte die Aufnahme einer Überwachungskamera, die den Vorfall zeigen soll. Auf dem Video ist ein Mann zu sehen, der den Flughafen betritt und auf eine Anzeigetafel schaut. Kurz darauf nähern sich ihm zwei Frauen. Eine fasst mit ihren Händen von hinten um seinen Kopf herum, bevor die beiden sich entfernen.

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Nach der Festnahme zweier Frauen, die mutmaßlich in Verbindung mit dem Mord an Kim Jong Nam stehen, wurde nun eine dritte Person verhaftet. Noch immer ist unklar, ob es sich tatsächlich um einen Giftmord handelt.

Die Polizei nahm bisher vier Personen in dem Fall fest, die Papiere aus Nordkorea, Malaysia, Indonesien und Vietnam bei sich trugen. Zu ihnen gehören auch die beiden Frauen, die im Verdacht stehen, Kim im Flughafengebäude überfallen zu haben. Bei den Frauen wird spekuliert, dass sie Agentinnen des nordkoreanischen Geheimdienstes sind.

Südkoreas Regierung bestärkte unterdessen den Vorwurf, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang hinter dem Tod Kim Jong Nams stecke. Zur Frage nach den Motiven äußerte Verteidigungsminister Han Min Koo laut der nationalen Nachrichtenagentur vor einem Parlamentsausschuss die Vermutung, der Halbbruder könne eine Bedrohung für die Herrschaft Kim Jong Un dargestellt haben.

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Das Attentat auf Kim Jongs Uns Halbbruder gibt der Welt Rätsel auf – wie vieles an der Herrscherdynastie in Nordkorea. Die Staatsführung scheint diese Geheimniskrämerei regelrecht zu zelebrieren.

„Der Mord an Kim Jong Nam durch Nordkorea könnte dazu gedient haben, Alternativen zum Regime von Kim Jong Un zu beseitigen“, spekulierte demnach Han. Auch könnte Pjöngjang nach außen ein Warnsignal an „Flüchtlinge und Dissidenten“ aus dem eigenen Land ausgegeben haben.

Kim Jong Nam – erstgeborener Sohn des früheren Diktators Kim Jong Il – wurde einst als dessen Nachfolger gehandelt. Er fiel jedoch noch zu Lebzeiten von Kim Jong Il in Ungnade. Nach dessen Tod im Dezember 2011 rückte der jüngere Sohn Kim Jong Un an die Spitze des kommunistischen Staates auf. Kim Jong Nam lebte seither die meiste Zeit im Ausland. Mehrfach äußerte er sich kritisch über die Situation in seinem Heimatland, der letzten kommunistischen Dynastie. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Von

dpa

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