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23.05.2012

12:57 Uhr

Mordkomplott in Syrien

Gerüchte zu Giftmord auf Assad verdichten sich

Das syrische Regime bemüht sich seit Tagen, Spekulationen über einen Giftmord im innersten Zirkel der Macht zu entkräften. Doch gleichzeitig dringen immer mehr Details über das angebliche Komplotts an die Öffentlichkeit.

Syrischer Präsident Assad: Mordkomplott aus dem innersten Zirkel der Macht. dapd

Syrischer Präsident Assad: Mordkomplott aus dem innersten Zirkel der Macht.

Damaskus, IstanbulIn einem internen Internet-Gesprächskreis der sogenannten Union der Koordinationskomitees der Syrischen Revolution hieß es: „Wir können bestätigen, dass Asef Schawkat, der Schwager des Präsidenten, tot ist.“ Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, in Al-Madahle, dem Heimatdorf von Schawkat, trauerten die Menschen um den Ehemann von Assads Schwester Buschra. Schawkat, der in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Positionen im Sicherheitsapparat besetzte, hatte in den vergangenen Monaten eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung gespielt.

Was ist passiert? Am vergangenen Samstag behaupteten Assad-Gegner, die sich selbst als Brigade der Freien Syrischen Armee in Damaskus bezeichnen, sie hätten Schawkat und fünf andere Mitglieder eines sogenannten Krisenstabs des Regimes während einer Zusammenkunft in der Hauptstadt vergiftet. Einen Tag später traten jedoch zwei der Totgesagten - Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar und General Hassan Turkmani, der Assistent des Vizepräsidenten - im staatlichen Fernsehen auf, um die vom arabischen TV-Sender Al-Dschasira verbreitete Nachricht über den Giftmord zu dementieren.

Später revidierte die Opposition ihre Angaben und erklärte, einige der insgesamt sechs Mitglieder des Krisenstabes hätten die Gift-Attacke offensichtlich überlebt. Schwakat sei jedoch ganz sicher tot. Seine Leiche sei am Dienstag per Helikopter in sein Heimatdorf gebracht und dort beigesetzt worden. Ebenfalls am Dienstag hätten der Präsident und seine Frau Asmaa das Al-Schami-Krankenhaus in Damaskus aufgesucht, in das die vergifteten Mitglieder des Krisenstabes am Samstag gebracht worden seien. Unter ihnen seien Verteidigungsminister Daud Radschiha sowie zwei weitere hochrangige Angehörige des Sicherheitsapparats.

In einem Bekennervideo hieß es, Regimegegner hätten die Männer zwei Monate lang überwacht. Erst dann sei es ihnen gelungen, ihnen Gift in ihre Getränke zu mischen. Ein ehemaliger hochrangiger Offizier erklärte, der Tod von Schwakat sei ein schwerer Schlag für das Regime, da der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Schwager im Sicherheitsapparat mehr Unterstützung genossen habe als Präsident Assad.

Von

dpa

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