Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2005

16:45 Uhr

Morgen streiken die Eisenbahner

Nur geringe Beteiligung beim Streikauftakt in Frankreich

In Frankreich sind am Dienstag dreitägige Proteste im im öffentlichen Dienst gegen geplante Kürzungen und Reformen mit nur geringer Beteiligung angelaufen. Die Aktion begann mit einem Streik im Postbereich.

HB PARIS. Nach Angaben der Postdirektion hatten bis zum Mittag nur etwa 13 Prozent der 300 000 Postbeamten ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft sprach dagegen von 20 Prozent. Auch Bahnbeamte, Lehrer und andere Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes haben Protestaktionen angekündigt. Der konservative Premierminister Jean-Pierre Raffarin will trotz des Ausstands an seinem Kurs festhalten.

Regierungssprecher Jean-François Copé rief die Gewerkschaften zu „Verantwortungsbewusstsein“ auf. Die Reformen würden weitergeführt und hätten „nur ein Ziel: unser Land zu modernisieren und einen öffentlichen Dienst beizubehalten“. Die Streiktage sollen nicht bezahlt werden. Mit diesem Druckmittel hatte die Regierung vor zwei Jahren einen Ausstand der Lehrer gegen die Schulreform eingrenzen können.

Der Protest der Beamten richtet sich vor allem gegen die Öffnung der Postdienste für Konkurrenz-Unternehmen. Außerdem geht es um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und der 35-Stunden-Woche. Gewerkschaften befürchten die Schließung zahlreicher Postämter und warnen vor einem „Ende des öffentlichen Dienstes“.

Folgenschwerer dürfte sich am Mittwoch der Streik der Eisenbahner der SNCF auswirken, wobei besonders im Regionalverkehr mit starken Behinderungen gerechnet wird. Der internationale Zugverkehr zum Beispiel nach London, Brüssel oder Köln soll allerdings ohne wesentliche Störungen verlaufen. Die SNCF-Bahn will in diesem Jahr mehr als 3500 Stellen der insgesamt fast 170 000 Arbeitsplätze abbauen, allerdings ohne Mitarbeiter zu entlassen.

Am Donnerstag wollen Lehrer sowie Angestellte von Krankenhäusern auf die Straße gehen, gefolgt von einem Aktionstag der Angestellten im Privatbereich am 5. Februar. Sie fordern Lohnerhöhungen und den Erhalt der 35-Stunden-Woche.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×