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25.05.2015

15:54 Uhr

Moskau verärgert Berlin

Putin lässt CDU-Mann nicht einreisen

Er griff die russische Haltung im Ukrainekonflikt wiederholt an: Der CDU-Politiker Wellmann gilt als Kritiker Moskaus. Nun verwehrt ihm Russlands Regierung die Einreise – und provoziert heftige Reaktionen aus Berlin.

Der russische Staatschef lässt einen Russland-kritischen CDU-Mann nicht einreisen. AFP

Kreml-Chef Putin

Der russische Staatschef lässt einen Russland-kritischen CDU-Mann nicht einreisen.

BerlinEin langfristiges Einreiseverbot Russlands für den CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann hat zu erheblicher diplomatischer Verstimmung zwischen Berlin und Moskau geführt. Die Maßnahme sei „unverständlich und inakzeptabel“, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts (AA) am Montag in Berlin. „Die Bundesregierung erwartet die Aufhebung der Einreiseverweigerung.“

Der Sprecher bestätigte damit Berichte von „Berliner Kurier“ und „Bild“-Zeitung. Wellmann ist Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe und Russland-Berichterstatter der Unionsfraktion im Auswärtigen Ausschuss.

Im Zusammenhang mit den Kämpfen in der Ostukraine hatte er sich in den vergangenen Monaten dezidiert kritisch über Russland geäußert. So sagte er Mitte Februar im ZDF: „Es ist ein russischer Krieg, der dort geführt wird. Die Separatisten sind Werkzeuge der Russen.“ Es gebe in der Ostukraine einen „permanenten Zufluss von Munition, von Waffen, von Kämpfern, von Logistik aus Russland“.

Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete dem „Berliner Kurier“ schilderte, wurde ihm nach seiner Landung auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo mitgeteilt, dass er ein Einreiseverbot bis 2019 erhalte. Wellmann wurde aufgefordert, den nächsten Flug zurück nach Deutschland zu nehmen. Er verbrachte die Nacht im Transitraum.

„Ich habe kein Verständnis und keine Erklärung für dieses Vorgehen“, sagte Wellmann dem „Kurier“. „Wir vermuten, dass es eine Gegensanktionsliste auf russischer Seite zu den Sanktionen der EU gibt“, sagte Wellmann. „Ich hatte eine hochrangige Einladung und war in Moskau zu Gesprächen verabredet, bei denen es um die Zukunft der Ukraine - gerade ausdrücklich unter Einbeziehung der Russen - gehen sollte.“ So sei er mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat verabredet gewesen.

Nach Wellmanns Angaben legte der deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger Freiherr von Fritsch, offiziell Protest im russischen Außenministerium ein. „Bild“-Informationen zufolge protestierte auch der Politische Direktor des Auswärtigen Amtes, Hans-Dieter Lucas, bei Russlands Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Herr Fred Meisenkaiser

26.05.2015, 07:27 Uhr

Und warum regt das den Westen auf? Wie ist der Westen mit russischen Bürgern umgesprungen? Gast merkel nannte Putin in Bezug auf die Krim einen Verbrecher.
So gesehen ist es das Mindeste, dass sich Rußland die größten Hetzer und Schandmäuler vom Leibe hält.
Die USA haben den Ukraine Konflikt provoziert, nicht Rußland.

Herr Helmut Paulsen

26.05.2015, 09:48 Uhr

Die "Stiftungen" Heinrich-Böll-Stiftung (GRÜNE), Conrad-Adenauer-Stiftung (CDU) sind VERBOTEN in Russland.

RICHTIG SO !!

Auch in Kairo, Kiew und anderswo agieren diese Stiftungen als Anstifter für Putsch und Sturz von Regierungen.

Alles nur dazu dass immer mehr Staaten zerstört werden im Nahen Osten und Europa - alle die sich der EU-USA nicht freiwillig unterwerfen.

Mit "Femen" aufgekritzelten Sprüchen auf die nackte Haut wird Aufsehen erzeugt, "Vermummte Oppositionelle" erzeugt und organisiert, Medien unterwandert im Ausland, Stützpunkte um Aufstände zu organisieren. PFUI NGO's, PFUI "Foundations" und "Stiftungen" - alles im Auftrage der Welt-Geld-Elite und deren Finanz-Pseudo-Gutmenschen. PFUI - alles um die Macht der Demokratie zu zerstören - Diktatur der "Foundations - Weltregierung" und ihren "Geheim Bilderberger-Logen".

Herr Heinz Draheim

26.05.2015, 09:48 Uhr

Übler US-Vasall, Kriegshetzer und Tatsachenverdreher. Das sind meine Erkenntnisse über diesen Herrn nach meinen Recherchen der letzten Stunde !
Und das Paktieren mit ukrainischen Banditen gehört selbstverständlich auch dazu.
Rußlands Reaktion ist also nachvollziehbar.

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