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15.09.2012

14:37 Uhr

Moskau

Zehntausende demonstrieren gegen Putin

In Moskau und anderen russischen Städten sind zahlreiche Menschen gegen die Dauerherrschaft ihres Präsidenten auf die Straße gegangen. Es ist die erste Großkundgebung seit Monaten. Das Polizeiaufgebot ist gewaltig.

Proteste in Moskau

Video: Proteste in Moskau

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MoskauMit einem Protestmarsch haben Zehntausende russische Regierungsgegner in Moskau gegen Kremlchef Wladimir Putin demonstriert. Einer der Oppositionsführer sprach am Samstag von bis zu 100 000 Teilnehmern, die Polizei hingegen von lediglich 11.000 Demonstranten.

Die zerstrittene Opposition formierte sich in Blöcken für den „Marsch der Millionen“, zu dem die Behörden 25.000 Menschen zugelassen hatten. In lauten Sprechchören forderte die Menge immer wieder „Russland ohne Putin“, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur dpa berichtete.

Chronologie der Proteste

4. Februar

Vier Wochen vor der Präsidentenwahl mobilisieren Gegner und Anhänger Putins bei Protesten insgesamt 230 000 Menschen. In der zweitgrößten Stadt St. Petersburg gehen nach Angaben der Organisatoren 30 000 Menschen gegen Putin auf die Straße. Das Putin-Lager bringt es laut Polizei auf 138 000 Unterstützer.

18. Februar

Zwei Wochen vor der Präsidentenwahl bringt das Putin-Lager bei Kundgebungen in mehreren Städten Zehntausende auf die Straße. Medien hatten wiederholt berichtet, dass Demonstranten für ihre Teilnahme unter Druck gesetzt oder bezahlt worden seien.

26. Februar

Mit einer kilometerlangen Menschenkette protestieren Regierungsgegner in Moskau eine Woche vor der Präsidentenwahl gegen Putin.

5. März

Einen Tag nach der Präsidentenwahl protestieren nach Angaben von Kreml-Kritikern rund 20 000 Putin-Gegner im Zentrum von Moskau gegen das Ergebnis.

10. März

Eine Woche nach Putins Sieg gehen in Moskau etwa 25 000 Menschen gegen neuerliche Manipulationen auf die Straße und verlangen Neuwahlen. Die Behörden sprechen von etwa 10 000 Teilnehmern.

6. Mai

Einen Tag vor der Amtseinführung Putins gehen bei einer Massenkundgebung Polizeieinheiten gegen Regierungsgegner vor. Es gibt Verletzte und Hunderte Festnahmen. Mehr als 100 000 Menschen nehmen nach Angaben der Organisatoren an den Protesten teil. Die Polizei gibt die Zahl mit 8000 an, Experten schätzen 50 000 bis 70 000.

13. Mai

Mit einem nicht genehmigten Marsch ohne Plakate und Parolen demonstrieren in Moskau etwa 10 000 Menschen gegen die Polizeigewalt bei den jüngsten Protesten gegen Präsident Putin.

5. Juni

Das von der Kremlpartei Geeintes Russland dominierte Parlament - die Staatsduma - beschließt eine drastische Verschärfung des Versammlungsgesetzes. Kern sind hohe Geldstrafen für Verstöße. Eine Woche später gehen in Moskau Zehntausende aus Protest auf die Straße und fordern Putins Rücktritt.

17. August

Aus Empörung gegen die Verurteilung dreier Mitglieder des Kunstkollektivs Pussy Riot zu zwei Jahren Lagerhaft protestieren Anhänger der jungen Frauen rund um den Globus. Bei Protesten vor dem Gerichtsgebäude werden mindestens 60 Unterstützer festgenommen, darunter Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow.

Ein massives Aufgebot von 7.000 Sicherheitskräften sollte während der ersten Großdemonstration seit drei Monaten für Ordnung sorgen. Über dem Protestmarsch kreiste ein Polizeihubschrauber. Erstmals beteiligte sich auch die Kommunistische Partei an den Protesten, für die im Stadtzentrum Straßen weiträumig gesperrt wurden.

Neben linken, rechten und liberalen Gruppen nahmen auch Schwule und Lesben teil. Anhänger der Punkband Pussy Riot demonstrierten mit bunten Luftballons für die Freilassung von drei inhaftierten Mitgliedern der Gruppe und anderer politischer Gefangener. An der Spitze der Kundgebung marschierten prominente Regierungsgegner wie Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow, der frühere Vizeregierungschef Boris Nemzow und der Blogger Alexej Nawalny.

In der Touristenmetropole St. Petersburg gingen ebenfalls zahlreiche Regierungsgegner auf die Straße. Auch in anderen Städten gab es Proteste, an denen sich nach Polizeiangaben jeweils einige Dutzend Menschen beteiligten. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Von

dpa

Kommentare (13)

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toeasyway

15.09.2012, 15:11 Uhr

Garri Kasparow, Boris Nemzow, Blogger Alexej Nawalny - drei Kreaturen, von denen ich keinen Bissen Brot annehmen würde, weil der vergiftet sein dürfte.
Kasparow ist Mitglied eine US-NGO, Nemzow ein Oligarch und Nawalny ein Idiot, weil alle Blogger Idioten sind.

14.000 Stuttgarter demonstrierten regelmäßig gegen den Neubau des Stuttgarter Bahnhofs. Trotzdem wird der Bahnhof gebaut.

Putin werdet ihr Finanzfaschisten nicht los. Der tritt Eure Oligarchen in den Arsch und wenn er will, fährt er mit seinen Panzern über Berlin nach Brüssel.




Oelblase

15.09.2012, 15:30 Uhr

@ toeasyway

Hoffentlich wird der Tag kommen, an dem Putin mit seinen Panzern über Berlin nach Brüssel fährt. Denn diese zionistische Pest "EU" werden wir mit demonstrieren sicher nicht los.

Denen in Brüssel ist es Scheiß egal, was unser Bundesverfassungsgericht entschieden hat. Unserer Bundesregierung auch. Derjenige, der sich über unsere verfassungsmäßige Ordnung hinweg setzt, der ist definitiv nicht besser als der Putin!


Von unseren zionistischen Medien ganz zu schweigen. Wäre das Zeitungspapier nicht mit Farbe bedruckt, dann könnte man das wenigstens als Klopapier benutzen. So aber, reicht es gerade mal zum Fenster putzen - 4 Mal im Jahr, bei viel Makulatur ist es nur ein Tropfen auf einen heißen Stein.

toeasyway

15.09.2012, 16:37 Uhr

Ja, Danke! Bißchen Feedback ist immer gut.



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