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10.02.2017

11:26 Uhr

Mossack Fonseca

Panama Papers – Chefs der Steuer-Kanzlei festgenommen

Die Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca steht im Mittelpunkt der Panama Papers. Nun wurden die Eigentümer festgenommen, darunter der Deutsche Jürgen Mossack. Hintergrund ist der größte Korruptionsskandal Lateinamerikas.

Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden die Eigentümer der Kanzlei festgenommen. AFP; Files; Francois Guillot

Offshore-Skandal Mossack Fonseca

Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden die Eigentümer der Kanzlei festgenommen.

DüsseldorfDie Affäre um die Panama Papers führt nun offenbar zu Festnahmen. Jetzt erwischte es die Eigentümer der lateinamerikanischen Kanzlei Mossack Fonseca. Die beiden Hauptpartner der Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca wurden laut übereinstimmenden Medienberichten festgenommen. Die Verhaftung des Deutschen Jürgen Mossack sowie seines Partner Ramón Fonseca kam nur wenige Stunden, nachdem die Behörden Panamas der Kanzlei vorgeworfen hatten, in den milliardenschweren Korruptionsskandal in Lateinamerika verwickelt zu sein.

Die Büros der Firma wurden untersucht. Fonseca, ein ehemaliger Berater des panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela, und Mossack wurden zunächst im Hauptsitz der Staatsanwaltschaft vernommen und danach in Polizeigewahrsam überstellt, wie Verteidiger Eliás Solano erklärte. Die zuständige Generalsstaatsanwältin in Panama City, Kenia Porcell, nannte Mossack Fonseca eine „kriminelle Organisation“.

Die Kanzlei steht im Verdacht, im Rahmen des Panama-Papers-Skandal Gelder von Unternehmen und Prominenten vor ausländischen Behörden versteckt zu haben. Sie soll zudem Anlaufstelle für Kriminelle sein, um deren Geld zu waschen. Mossack Fonseca gilt zudem als Teil einer Affäre um Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe. Konkret geht es um den sogenannten Lava-Jato-Skandal, in den auch die brasilianische Baufirma Odebrecht verstrickt sein soll. Das Unternehmen soll unter anderem Politiker geschmiert haben, um an öffentliche Bauvorhaben zu kommen.

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk investigativer Journalisten, darunter der „Süddeutschen Zeitung“, über rund 200.000 von Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

In Island musste nach starken Protesten Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson zurücktreten, weil sein Name in den „Panama Papers“ aufgetaucht war. Panamas Regierung geriet unter Druck und erklärte sich bereit, mit anderen Ländern gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorzugehen. So unterzeichnete Panama im Oktober das OECD-Abkommen über gegenseitige Amtshilfe in Steuerfragen (MAC).

Kommentare (1)

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10.02.2017, 14:30 Uhr

Ich frage mich, wie viele soziale Einrichtungen in diesem Lande noch geschossen werden ?

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