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12.12.2015

02:14 Uhr

Mossul

Irak wirft türkische Truppen hinaus

Seit 2014 hat die Türkei militärische Ausbilder für den Kampf gegen den IS im Nordirak stationiert. Vergangene Woche sollten weitere Soldaten folgen – doch der Irak stoppte das Vorhaben. Nun gibt es erneut Ärger.

Irakische Sicherheitskräfte vor der türkischen Botschaft in Bagdad. Im Norden des Irak hat die Türkei selbst militärische Ausbilder stationiert. Reuters

Türken im Irak

Irakische Sicherheitskräfte vor der türkischen Botschaft in Bagdad. Im Norden des Irak hat die Türkei selbst militärische Ausbilder stationiert.

BagdadDer irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi hat die Türkei zum sofortigen Rückzug ihrer Truppen aus dem Norden seines Landes aufgefordert. In einer Fernsehansprache erklärte er am Freitagabend, im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat würden keine ausländischen Truppen benötigt.

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Die Türkei hat im Nordirak seit 2014 Ausbilder für örtliche kurdische und sunnitische Milizen stationiert. Doch die Ankunft türkischer Truppenverstärkungen in der vergangenen Woche löste Empörung in Bagdad aus. Ankara stoppte daraufhin die Entsendung weiterer Soldaten, lehnte es aber ab, bereits im Nordirak stationierte Einheiten abzuziehen.

Bereits vor seiner Fernsehrede wies Abadi sein Außenministerium an, bei den Vereinten Nationen eine Beschwerde über die Anwesenheit türkischer Truppen in der nordirakischen Großstadt Mossul einzureichen. Mossul ist unter der Kontrolle des IS.

Abadi forderte den UN-Sicherheitsrat auf, die Türkei zum Abzug ihrer Truppen zu veranlassen. Gegen deren Anwesenheit im Nordirak sprachen sich am Freitag auch führende schiitische Geistliche im Irak aus.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte dagegen, die Türkei habe nicht die Absicht, ihre Soldaten aus dem Nordirak abzuziehen, die sich dort mit Einverständnis Bagdads befänden. Die Entsendung zusätzlicher Truppen begründete er mit einem „wilden Lauf“ des IS und anderer Terrorgruppen. Bagdad sei nicht in der Lage, die türkischen Truppen dort zu schützen.

Von

ap

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