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14.06.2013

19:37 Uhr

„Motor City“ vor dem Bankrott

In Detroit gehen die Lichter aus

VonAxel Postinett

Detroit stellt Zahlungen auf einen Teil seiner Schulden ein. Die Straßenbeleuchtung kann kaum noch bezahlt werden. Nur drastische Maßnahmen könnten helfen.

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Eine Metropole ist bankrott

Video: Detroit: Eine Metropole ist bankrott

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San FranciscoGeneralstabsmäßig bereitete Detroits Krisenmanager Kevyn Orr das Geheimtreffen am Freitag mit Gewerkschaften, Investoren, Versicherern und Offiziellen der Stadt vor. Nicht mehr als zwei Teilnehmer pro Delegation waren erlaubt, die Mobiltelefone der gut 100 Teilnehmer wurden an der Eingangstür zum Versammlungsort in einem Detroiter Flughafenhotel eingesammelt. Denn wie jetzt klar ist, hatte er Großes vor.

Detroit wird mit sofortiger Wirkung die Zahlungen auf zunächst 40 Millionen Dollar ausstehende, unbesicherter Schulden aussetzen. Damit macht er unmissverständlich klar, wie katastrophal die Lage von „Motor City“ ist. Einst das brummende Herz der amerikanischen Auto-Industrie ist Detroit heute kaum noch in der Lage, die Straßenbeleuchtung zu bezahlen, Polizei und Feuerwehr können nur noch auf die größten Notfälle reagieren. Immer mehr Menschen verlassen die Stadt, die Kriminalität hat beängstigende Ausmaße erreicht, das Durchschnittseinkommen mit unter 20.000 Dollar im Jahr beängstigende Tiefstände für eine US-Metropole erreicht.

Von 1,8 Millionen Einwohnern zu besten Zeiten in den 1950ern sind noch gerade mal 700.000 übrig geblieben. Wer nicht ganz weggezogen ist, der wohnt in den Vorstädten, um der Armut und der zunehmenden Gewalt im Zentrum zu entgehen, das in der Nacht zu einer Geisterstadt wird.

„Finanzielles Missmanagement, schrumpfende Bevölkerung und Steuerbasis sowie andere Faktoren haben Detroit in den vergangenen 45 Jahren an den Rand des finanziellen Ruins und der Funktionsunfähigkeit gebracht“, heißt es in einem Statement von Freitag. Detroit ist am Ende.

Jetzt verlangt Orr massive Zugestände von den Anleihebesitzern, von Pensionären und öffentlichen Angestellten. Sie sollen für einen Teil der Schulden und nicht finanzierten Pensionszusagen einen Schnitt von 90 Prozent akzeptieren, für jeden Dollar gäbe es zehn Cent zurück. Betroffen wären laut der Mitteilung rund 17 Milliarden Dollar. Was auf Pensionäre oder städtische Bedienstete zukommen wird, ist noch nicht im Detail klar. Aber es stehe „alles auf dem Prüfstand“.

Kommentare (19)

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yoski

14.06.2013, 20:49 Uhr

EU Beitrittskandidat?

Account gelöscht!

14.06.2013, 21:30 Uhr

"43 Prozent des Haushalts für Pensionsverpflichtungen"?

Das steht uns auch noch bevor. Aber wir werden alle geschlachtet bevor die dicken Pensionen der Beamten gekürzt werden oder bevor das das Pensionssystem auf eine nachhaltige, kapitalbasierte Basis gestellt wird

Account gelöscht!

14.06.2013, 21:31 Uhr

LOL!

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