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29.01.2009

15:48 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz

US-Vize Biden kommt nach München

VonAndreas Rinke

Erst haben der neue US-Präsident und seine Außenministerin mit ihren deutschen Counterparts telefoniert, nun schickt Washington den Vizepräsidenten höchstpersönlich nach Deutschland: Joe Biden, Stellvertreter des amerikanischen Staatschefs Barack Obama, wird Ende kommender Woche an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen.

Die Teilnahme des Vizepräsidenten Joe Biden an der Münchner Sicherheitskonferenz ist ein Zeichen des Wandels in der US-Politik. Foto: Archiv

Die Teilnahme des Vizepräsidenten Joe Biden an der Münchner Sicherheitskonferenz ist ein Zeichen des Wandels in der US-Politik. Foto: Archiv

BERLIN. Er ist damit der ranghöchste US-Besucher in der 45-jährigen Geschichte der Tagung. Bereits seit Tagen war gerätselt worden, wen das Obama-Team nach München schicken würde. Traditionell ist es der Verteidigungsminister. Nun genießt Pentagon-Chef Robert Gates zwar hohes Ansehen auch in Europa, weil er moderater auftritt als sein Vorgänger Donald Rumsfeld. Deshalb hatte Obama ihn in seinem Amt belassen. Doch man entschied sich gegen Gates, weil dies zu sehr nach Kontinuität ausgesehen hätte.

Um ein Zeichen des Wandels in der US-Politik zu schicken, war deshalb überlegt worden, ob nicht Außenministerin Hillary Clinton reisen sollte. Nun wählte das Weiße Haus mit dem Vizepräsidenten aber die protokollarisch noch bedeutendere Variante. Zudem kommen mit James Jones, dem Sicherheitsberater Obamas und früheren Nato-Oberbefehlshaber, und dem neuen amerikanischen Sondergesandten für Pakistan, Afghanistan und Indien, Richard Holbrooke, weitere Schwergewichte der neuen Administration. Damit dürfte es auf der Sicherheitskonferenz zur ersten echten transatlantischen Debatte über die Weltkrisen seit Obamas Amtsantritt kommen.

Biden selbst ist ein erfahrener Außenpolitiker und war als demokratischer US-Senator mehrfach Gast in München. Seine Reise ist ein Zeichen dafür, dass in der neuen US-Administration noch geklärt werden muss, wer in der Außenpolitik die Linie vorgibt. Sowohl Obama selbst als auch Biden, Hillary Clinton und die neue amerikanische Uno-Botschafterin und Obama-Vertraute Susan Rice gelten als passionierte Außenpolitiker.

Nicht nur die amerikanische Delegation wird in München sehr hochkarätig besetzt sein. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Vizekanzler und etlichen Verteidigungsministern reisen etwa die Präsidenten Frankreichs und Afghanistans sowie die Außenminister Großbritanniens, Polens und Pakistans an.

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