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22.07.2012

14:35 Uhr

Murcia

Zweite spanische Region beantragt Hilfe vom Staat

Nach Valencia will auch die autonome Region Murcia im Südosten Spaniens wegen ihrer hohen Schulden bei der Zentralregierung in Madrid Finanzhilfe beantragen. Unterdessen gehen die Proteste weiter.

Murcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel beantragt finanzielle Hilfe. dpa

Murcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel beantragt finanzielle Hilfe.

MadridMurcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel kündigte am Sonntag an, dass er für seine Region Hilfen im Umfang von 200 bis 300 Millionen Euro erbeten wolle. Er hoffe, dass das Geld im September bereitgestellt werde.

Nach Medienberichten erwägen weitere vier der insgesamt 17 autonomen Regionen Spaniens, Hilfe aus dem vor kurzem gegründeten staatlichen Rettungsfonds FLA zu beantragen. Valencia hatte am Freitag als erste autonome Region einen Hilfsantrag gestellt. Sie will mindestens zwei Milliarden Euro beantragen. Der Rettungsfonds für die Regionen ist mit 18 Milliarden Euro ausgestattet.

Nach Angaben von Experten zweifeln Investoren unter anderem daran, dass es die spanische Zentralregierung gelingen wird, die autonomen Regionen zu mehr Haushaltsdisziplin zu zwingen. Auch das hatte das Misstrauen weiter verstärkt und dazu geführt, dass die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen kletterten auf ein Rekordhoch kletterten. Die Rendite lag im richtungsweisenden Zehnjahresbereich deutlich über der Schmerzgrenze von sieben Prozent.

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Unterdessen demonstrierten Tausende Arbeitslose aus verschiedenen Regionen am Wochenende in Madrid gegen den harten Sparkurs der Regierung. An dem Protestmarsch im Zentrum der spanischen Hauptstadt nahmen nach Angaben der Veranstalter etwa 5000 Menschen teil. Polizeiquellen schätzten die Zahl der Demonstranten dagegen auf rund 3000. Die Demonstration am Samstagabend verlief ohne Zwischenfälle und endete auf dem Platz Puerta del Sol im Herzen Madrids. Als die protestierenden Arbeitslosen an dem Sitz der Zentralbank vorbeizogen, skandierten sie den Slogan „Wir haben die Lösung: Die Bankiers ins Gefängnis.“ Die Demonstration wurde unter anderem von der Gewerkschaft CNT unterstützt.

Von

dpa

Kommentare (21)

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EinBuerger

22.07.2012, 15:28 Uhr

Da gabs doch diesen Song "Der Papa wirds schon richten" - das hat sich der ClubMed zum Leitmotiv ausgesucht. Die spanischen Fußballvereine z.B. haben nach diesem Motto Schulden in Höhe von 5 Milliarden Euro angehäuft.

Da ist es natürlich auch in Ordnung und entspricht genau diesem Weltbild wenn sich die spanischen Fußballclubs mit 5 Milliarden Euro verschulden.

Die Strategie der Eliten in den Pleiteländern ist klar:

Die Reichen und die Nutznießer des Systems im jeweiligen Land bleiben ungeschoren beim Steuernzahlen und können sich beliebig mit krummen Geschäften bereichern (z.B. in Spanien 3000 Euro pro m2 für Grundabtretung für Autobahnen auf denen niemand fahrt, kein Ort mehr als 75 km vom nächsten Flughafen entfernt), für die anderen, die Armen soll gefälligst die "solidarische Euro-Gemeinschaft", genauer gesagt Deutschland aufkommen.

Und dann ist man entrüstet wenn die Investoren Spanien und den anderen ClubMed-Ländern nicht trauen - ich traue denen auch nicht!

Dieses Europa ist nicht mehr unser Freund.

kit_fisto

22.07.2012, 15:33 Uhr

Wir haben in Europa in jedem einzelnen Problemland die verschiedenen Phasen des Leugnens erlebt.

Erste Phase: Wir haben kein Problem, die Märkte übertreiben.
Zweite Phase: Wir haben ein kleines Problem, aber wir können das managen.
Dann fährt der Wagen gegen die Wand, die Troika muss ins Land.

Sagt Jürgen Stark. Wieso hören Politiker nicht endlich auf Experten wie Jürgen Stark oder Jens Weidmann??? Ich verstehe das einfach nicht.

Curley

22.07.2012, 15:54 Uhr

Der Papa wird´s schon richten. Oder Frau Merkel, Herr Schäuble, Herr Steinmeier, Herr Trittin, Herr Rösler und Herr Westerwelle singen im Chor (zur Melodie des zu recht verbotenen Liedes - paast hier eben vom Text her gut). Und wenn alles in Scherben fällt, heuteretten wir Europa und morgen die ganze Welt. Distanziere mich ausdrücklich vom Inhalt des Originalliedes, weil es in einem menschenvearchtenden und verbrecherischem Regime gesungen wurde - nur zur Klarstellung. Aber Text passt zu dem, was unsere verblendeten Politiker machen !

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