Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.08.2013

08:07 Uhr

Mursi-Anhänger

Ägypten vor neuen Islamisten-Protesten

Die Mursi-Anhänger geben nicht auf. Die Drohung, ihre Protestcamps zu räumen, beeindruckt sie nicht. Sie rufen für heute zu neuen Großkundgebungen auf. Eine friedliche Lösung ist nicht in Sicht.

Proteste in Ägypten: Mursi-Anhänger wollen trotz Aufforderung ihr Camp nicht räumen. AFP

Proteste in Ägypten: Mursi-Anhänger wollen trotz Aufforderung ihr Camp nicht räumen.

KairoDie Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wollen heute (Freitag) erneut in großer Zahl auf die Straße gehen. Sie protestieren nicht nur gegen die Entmachtung Mursis durch das Militär vor einem Monat, sondern auch gegen die angekündigte Räumung ihrer Protestcamps in Kairo. Die Polizei forderte die Demonstranten auf, das Camp umgehend zu verlassen. Eine Frist wurde nicht genannt. So blieb offen, ob es noch während des Besuches des deutschen Außenministers Guido Westerwelle zu einem groß angelegten Polizeieinsatz kommt.

Westerwelle hatte am Donnerstag Übergangspräsident Adli Mansur, Armeechef Abdel Fattah al-Sisi und Vertreter der Muslimbrüder getroffen. Anschließend hatte er von einer „sehr explosiven Lage“ in dem Land gesprochen und gewarnt: „Eine Eskalation der Gewalt könnte sehr schnell zu einem wirklichen Blutbad führen.“ Heute will Westerwelle noch den gemäßigt-islamistischen Politiker Abdel Moneim Abul Futuh treffen, bevor er in den Mittagsstunden nach Deutschland zurückreist.

Noch am Mittwoch: Westerwelle zu Besuch nach Ägypten

Noch am Mittwoch

Westerwelle zu Besuch nach Ägypten

Für Guido Westerwelle ist Ägypten das „Schlüsselland für die gesamte Region“. Daher wird er als erster westlicher Außenminister die Übergangsregierung in Kairo nach dem Umsturz besuchen. Ob er auch Mursi besucht?

Trotz aller Bemühungen um eine friedliche Lösung rückt Ägypten immer näher an den Rand eines Bürgerkriegs. Westerwelle warb für eine Art „Runden Tisch“ mit Beteiligung aller wichtigen politischen Kräfte, damit das Land zurück zu einem demokratischen Kurs findet. Er zeigte sich nach eintägigen Gesprächen mit den verschiedenen Seiten deutlich pessimistischer als noch zu Beginn.

Nach Mursis Absetzung am 3. Juli war Westerwelle der erste westliche Außenminister, der zu Besuch nach Kairo kam. Neben Mansur traf er Al-Sisi, der als der eigentlich starke Mann gilt. Auf deutscher Seite war anschließend von einem „sehr ernsten“ Gespräch die Rede. In dem anderthalbstündigen Treffen seien die Kontroversen deutlich geworden. Am Nachmittag traf sich Westerwelle auch mit Vertretern der Muslimbruderschaft, aus deren Reihen Mursi kommt. Den Wunsch Westerwelles nach einer Begegnung mit dem Ex-Präsidenten hatte die neue Führung abgelehnt. Mursi wird an einem unbekannten Ort gefangen gehalten.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Patrick_Bateman

02.08.2013, 09:23 Uhr

Immerhin ein Land in dem die Bürger FÜR(!) ihr Land auf die Straßen gehen und sich nicht einschüchtern lassen!

hier in europa/deutschland sieht das ganz anders aus...


Einen gewählten Präsidenten mit Militärputsch ausknocken und erwarten dass das einfach so hingenommen wird... wie naiv.

Account gelöscht!

02.08.2013, 11:29 Uhr

Diese Auseinandersetzung zwischen Militär und "Islamisten" wird sich wohl so schnell nicht ändern - jedenfalls solange nicht bis die anglo-amerikanischen Energie-und-Geld-Mafia-Dynastien (und ihre jeweiligen Verbündeten in Israel, Arabien, Europa, Türkei) sich auf die Aufteilung der Gasfelder des Östlichen Mittelmeers geeinigt haben. Diese ziehen nämlich im Hintergrund die Fäden:

Hier etwas Hintergrund, wenn es interessiert:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/washingtons-islamisten-strategie-geraet-durch-mursis-sturz-in-die-krise.html

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/bruch-zwischen-saudis-und-washington-ueber-haltung-zu-aegypten.html

Zum Gesamtüberblicke der Situation und Gasfelder:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/israels-energiepolitische-gesamtstrategie-wird-erkennbar.html

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×