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22.04.2013

12:34 Uhr

Mutmaßliche Boston-Attentäter

Vater hält seine Söhne für unschuldig

Einer seiner Söhne ist tot, der andere auf der Intensivstation: Nach einer spektakulären Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter von Boston meldet sich nun der Vater der Tschetschenen zu Wort. Er ist von ihrer Unschuld überzeugt.

Einer tot, der andere schwer verletzt: Die Brüder sollen für den Anschlag in Boston verantwortlich sein. Ihr Vater widerspricht. ap

Einer tot, der andere schwer verletzt: Die Brüder sollen für den Anschlag in Boston verantwortlich sein. Ihr Vater widerspricht.

MoskauDer Vater der mutmaßlichen Attentäter von Boston, Ansor Zarnajew, ist von der Unschuld seiner Söhne überzeugt. Sein Sohn Tamerlan „hätte das, was ihm vorgeworfen wird, niemals tun können”, sagte Zanrajew der russischen Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda”. Der 26-Jährige, der auf der Flucht vor der Polizei getötet wurde, sei „ein guter Moslem” gewesen. Nach seiner Hochzeit sei Tamerlan „sehr religiös” geworden und jeden Freitag in die Moschee gegangen. Zuletzt habe er mehrere Monate lang keine Arbeit gehabt und sich zuhause um sein dreijähriges Kind gekümmert. Tamerlan habe vorgehabt, nach Russland zu ziehen, sagte der Vater.

Auch seinen Sohn Dschochar, der schwer verletzt im Krankenhaus liegt, verteidigte der Vater. Der 19-Jährige habe „große Pläne” gehabt: Dschochar habe Arzt werden und eine Praxis eröffnen wollen. „Jetzt ist die Rede von Bombenanschlägen. Wie ist das möglich?”, fragte Ansor Zarnajew.

Nach dem Anschlag: Ermittler befragen Boston-Bombenleger

Nach dem Anschlag

Ermittler befragen Boston-Bombenleger

Der schwer verletzte Terrorverdächtige von Boston ist im Krankenhaus aufgewacht und soll nun den Hintergrund des Attentats beleuchten - und ob noch mehr Anschläge geplant waren.

Er bezeichnete die Ermittlungen gegen seine Söhne als „politischen Auftrag” und als „Hollywoodshow”. Tamerlan sei in den vergangenen zwei Jahren ständig von der US-Bundespolizei überwacht worden. Die Sicherheitsbehörden hätten Tamerlan eine Falle stellen wollen. Doschochar sei lediglich „zur falschen Zeit am falschen Ort” gewesen.

Die Brüder Dschochar und Tamerlan Zarnajew sollen am 15. April einen Doppel-Anschlag mit Sprengsätzen auf den Marathonlauf in Boston verübt haben, bei dem drei Menschen getötet und etwa 180 weitere verletzt wurden. Auf ihrer Flucht sollen sie einen Polizisten erschossen und einen weiteren Beamten schwer verletzt haben. Tamerlan Zarnajew starb bei der Verfolgungsjagd in der Nacht zum Freitag, sein jüngerer Bruder wurde einen Tag später schwer verletzt festgenommen.

Attentat in Boston

Amateuraufnahmen zeigen Explosion

Attentat in Boston: Amateuraufnahmen zeigen Explosion

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Ein früherer Nachbar Tamerlans sagte im US-Fernsehen, der junge Mann habe die Bibel als „Kopie des Korans” bezeichnet. Vor etwa drei Monaten habe Tamerlan Zarnajew dies zu ihm gesagt, berichtete Al Ammon im Sender CBS laut vorab veröffentlichten Interviewausschnitten. Zudem habe Zarnajew erklärt, die Bibel werde von der US-Regierung als Rechtfertigung für eine Invasion fremder Länder benutzt.

Von

afp

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

22.04.2013, 14:02 Uhr

Der arme Mann kann einem wirklich nur leid tun !

Man stelle sich vor, man wäre relativ unreligiös und schuftet hart um sich und seine Kinder über die Runden zu bringen damit sie eines Tages besser haben.. Und dann erfährt man, dass die Söhne Terroristen sind die andere Menschen getötet und verletzt und ihr eigenes Leben weggeworfen haben.
Ich glaube er braucht einfach noch ein Weilchen um das zu realisieren.
So gute Moslems können die Söhne nicht gewesen sein wenn sie andere Menschen töten und damit zusätzlich Verrat an der eigenen Familie begehen.
Der Ältere hatte Frau und Kind. Hätte er seine Energie in eine Ausbildung und letztendlich in seinen Broterwerb gesteckt, statt in das Basteln von Bomben, hätte er sicher eher Gottes Willen getan und eine bessere Welt hinterlassen. Jetzt haben wir eine schlechtere Welt...

Ich weiß nicht ob es einen oder den Gott und einen Himmel oder eine Hölle gibt, doch falls schon, so kann ich nicht glauben, dass solche Menschen von 40 Jungfrauen erwartet werden...

baier

22.04.2013, 15:33 Uhr

nicht nur seine Söhne, auch der Vater ist hochgradig verwirrt.

wolf

22.04.2013, 17:11 Uhr

Beide Söhne hatten die US-Staatsbürgerschaft......einer davon hatte Frau und Kind....ob es nicht vielleicht doch wieder solch Versuch war, jemanden ,der Moslem ist , zu beschuldigen, Mord und Tod zu fabrizieren....was für einen Sinn sollte dieser Bombenakt haben...???

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