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27.07.2017

13:20 Uhr

Mutmaßliche Facebook-Spionage

Russland wollte Macron-Kampagne ausspionieren

Ein russischer Geheimdienst soll versucht haben, Frankreichs Präsidenten auszuspionieren – über gefälschte Facebook-Konten. Die Agenten sollen sich als Vertraute Macrons ausgegeben haben.

Mark Zuckerberg im Jahr 2012 vor dem Kreml: Facebook erklärt, es habe Spionage-Konten in Frankreich entdeckt und deaktiviert. Reuters

Facebook-CEO in Moskau

Mark Zuckerberg im Jahr 2012 vor dem Kreml: Facebook erklärt, es habe Spionage-Konten in Frankreich entdeckt und deaktiviert.

San FranciscoDer russische Militärgeheimdienst GRU hat US-Insidern zufolge versucht, über gefälschte Facebook-Konten den Wahlkampf des jetzigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron auszuspionieren. In den Konten hätten sich die Agenten als Freunde Macrons oder dessen Vertraute ausgegeben, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen, darunter ein US-Kongressabgeordneter, am Donnerstag.

Über insgesamt rund zwei Dutzend solcher Facebook-Konten hätten sie versucht, persönliche Informationen über Mitarbeiter des Wahlkampfteams zu erhalten und deren Verhalten zu überwachen. Das Unternehmen habe die Versuche zu Instrumenten zurückverfolgen können, die in der Vergangenheit von einer Abteilung des russischen Militärgeheimdienstes GRU verwendet worden seien. Derselben Abteilung werden Hackerangriffe auf die Parteiführung der US-Demokraten vor der Präsidentenwahl 2016 vorgeworfen.

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Facebook erklärte, es habe Spionage-Konten in Frankreich entdeckt und deaktiviert. Dies sei durch verbesserte automatisierte Erkennungssoftware und den Einsatz von mehr Spezialisten für die Aufspürung sehr ausgeklügelter Hackerangriffe gelungen. Im April hatte das Unternehmen von 30.000 solcher Konten gesprochen, über die Propaganda oder Spam im Zusammenhang mit der Wahl verbreitet worden seien. Inzwischen seien 70.000 solcher Konten entdeckt und gesperrt worden, sagten die Insider.

Facebook bestritt die Zahlen nicht. In der internen Unterrichtung habe das Unternehmen angeführt, dass es nach ihren Erkenntnissen den Angreifern nicht gelungen hätten, die Konten so zu manipulieren, dass darüber Schadsoftware geladen oder Passwörter ausspioniert werden konnten. Dies sei aber vermutlich das Ziel der Operation gewesen.

Russland hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, die französische Präsidentenwahl im Mai über Hacker oder das Durchstechen von Emails oder sonstigen Dokumenten beeinflusst zu haben. Macron setzte sich bei der Abstimmung mit großem Abstand gegen seine Konkurrenten durch.

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Auch die Bundesregierung rechnet damit, dass Russland versuchen wird, über Hackerangriffe Einfluss auf die Bundestagswahl im September zu nehmen. Unter Verweis auf die Angriffe in den USA und Frankreich hatte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2016 im Juli erklärt: "Von daher ist nicht auszuschließen, und wir stellen uns innerlich darauf ein, dass es entsprechende Versuche auch im Blick auf die Wahlen in Deutschland gibt."

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Tomas Maidan

31.07.2017, 09:18 Uhr

Wird spannend, was Putin sich alles einfallen lassen wird, um Deutschland zu destabilisieren.

Herr Tomas Maidan

31.07.2017, 10:01 Uhr

Wenn man sich diese Tricks vor Augen führt, versteht man auch, warum die AfD sich NICHT vom Einsatz von Wahlkampf-Bots distanzieren wollte...

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