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30.04.2012

07:01 Uhr

Mysteriöser Tod

Leiche von Gaddafis Ölminister in der Donau entdeckt

Schukri Ghanem hat lange zum inneren Kreis des Regimes von Muammar Gaddafi gehört. Im Mai 2011 sagte er sich los und verließ das Land. Am Sonntag entdeckte ein Passant Ghanems Leiche in der Neuen Donau bei Wien.

Libyscher Ex-Minister tot in der Donau

Video: Libyscher Ex-Minister tot in der Donau

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WienDie Leiche des früheren libyschen Ministerpräsidenten und Ölministers Schukri Ghanim ist in der Neuen Donau bei Wien entdeckt worden. Der Tote habe noch nicht lange im Wasser getrieben, als er am Sonntagvormittag entdeckt worden sei, erklärte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Abend. Der 69-Jährige sei zweifelsfrei identifiziert, hieß es. Es seien keine Anzeichen von Gewalt erkennbar gewesen. Eine Obduktion soll nun nähere Erkenntnisse über die Todesursache bringen.

In Wien hatte es zunächst widersprüchliche Angaben zum Tod des 69-Jährigen gegeben. Familienangehörige sagten einem Journalisten, Ghanim sei zu Hause gestorben und habe möglicherweise einen Herzinfarkt erlitten. Am Abend berichtete dann die Polizei vom Fund der Leiche, die den Angaben zufolge gegen 08.40 Uhr von einem Passanten entdeckt worden war.

Ghanim gehörte lange Jahre zum inneren Zirkel um den früheren libyschen Machthaber Muammar al-Ghaddafi. Von 2003 bis 2006 war er Ministerpräsident des Landes. Von 2006 an war er Chef der staatlichen Ölgesellschaft und damit Ölminister, bis er sich im Mai 2011 vom Regime Ghaddafis lossagte: „In dieser Lage kann man nicht mehr arbeiten, also habe ich mein Land verlassen und meine Arbeit aufgegeben“, sagte Gaddafis
früherer Spitzenfunktionär am 1. Juni 2011 in Rom. Dort kündigte er auch an, die Aufständischen unterstützen zu wollen.

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Ghanim lebte nach Angaben der Polizei zuletzt in Wien. Der Libyer war mit der österreichischen Hauptstadt eng verbunden: Er hatte über Jahre wichtige Funktionen bei der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) mit Sitz in Wien. Unter anderem war Ghanim dort Leiter der Forschungsabteilung, Vize-Generalsekretär und als Ölminister auch Leiter der libyschen Delegation bei Konferenzen. Angehörige seiner Familie leben in Wien.

Von

dpa

Kommentare (2)

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weltbuerger

30.04.2012, 00:32 Uhr

werden die (EX)-Marionetten der US und Westeuropa Stück für Stück von westlichen REGIERUNGEN persönlich getötet.. ;) nichts neues kennt man ja alles von Israel..

no_comment

30.04.2012, 02:12 Uhr

Soso, der Ex-Ölminister...

Begehrte Persönlichkeiten...

Der Ex-Ölminister in Afghanistan, Karsei, ein "Guter", hatte es da besser, aber heute möchte er möglichst schnell die USA nach Hause schicken.

Da sind auch noch die Physiker im Iran, die an Reaktoren arbeiteten,die sind auch schon im Jenseits gelandet, ganz ohne Krieg.

Heute verläuft das alles subtieler...und sehr kostengünstig ohne Krieg.

Verkommene Welt....

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