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23.11.2015

14:31 Uhr

Mysterium Salah Abdeslam

Der meistgesuchte Dschihadist Europas

Salah Abdeslam, der meistgesuchte Paris-Attentäter, ist unauffindbar. Seit zehn Tagen haben die Ermittler keine echte Spur. Die Rolle des 26-Jährigen in der Terrornacht von Paris ist bislang nicht geklärt.

Ein Fahndungsfoto der belgischen Polizei zeigt den Belgier Salah Abdeslam, Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris. dpa

Salah Abdeslam

Ein Fahndungsfoto der belgischen Polizei zeigt den Belgier Salah Abdeslam, Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris.

ParisSein Foto flimmert seit Tagen in jeder Nachrichtensendung über den Bildschirm. Er schlüpfte in der Nacht der Anschläge durch eine Polizeikontrolle und kehrte aus Paris nach Brüssel zurück. Seitdem ist die belgische Hauptstadt im Ausnahmezustand, seit Samstag gilt die höchste Terrorwarnstufe. Doch die Großfahndung nach Salah Abdeslam – dem derzeit meistgesuchten Dschihadisten Europas – blieb bis zum Montag erfolglos.

Nach unbestätigten belgischen Medienberichten soll der 26-Jährige am späten Sonntagabend in einem BMW Richtung Deutschland unterwegs gewesen sein. Doch haben die Ermittler seit zehn Tagen keine echte heiße Spur. Wo steckt der Franzose, der in Belgien lebte? Was genau war seine Aufgabe in der Terrornacht, in der in Paris 130 Menschen getötet wurden? Und warum kamen ihm die Fahnder nicht vor den Anschlägen auf die Schliche?

Am 13. November um 21.59 Uhr erreicht ein von Abdeslam gemieteter schwarzer Clio den Norden von Paris. Die französische Polizei schließt nicht aus, dass er am Steuer saß und drei Selbstmordattentäter am Stade de France absetzte.

Er mietete auch den Wagen, der für den Angriff auf die Konzerthalle Bataclan genutzt wurde. Und mit seiner Bankkarte wurden zwei Zimmer in einem Hotel in Alfortville nahe Paris gemietet, in denen einige der Angreifer gewohnt hatten.

Einiges deutet darauf hin, dass Abdeslam nicht nur ein Logistiker war, sondern in der Schreckensnacht selbst zur Waffe greifen sollte. Zunächst wurde gemutmaßt, er habe mit seinem 31-jährigen Bruder Brahim Abdeslam mehrere Bars und Restaurants im Herzen von Paris attackiert. Dabei war ein schwarzer Seat genutzt worden. Brahim hatte sich in einem Restaurant in die Luft gesprengt.

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Oder sollte Salah einen Anschlag im 18. Arrondissement verüben, der in der Bekennererklärung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erwähnt wurde – aber nicht stattfand? Dort wurde der Clio gefunden. Und Salah soll einen Sprengstoffgürtel getragen, aber im letzten Moment einen Rückzieher gemacht haben.

So berichtet es die Anwältin eines der beiden Fluchthelfer, die Abdeslam in der Nacht aus Paris anrief, die ihn dann mit einem Auto abholten und mit ihm unbehelligt mindestens eine Passkontrolle passierten. Die Fluchthelfer sitzen in Brüssel in Polizeigewahrsam. Sie geben aber unterschiedliche Orte an, an denen sie den Extremisten angeblich absetzten.

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