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04.02.2005

07:20 Uhr

Nach Abu-Ghraib-Skandal

Rumsfeld hatte zweimal Rücktritt angeboten

Eigenen Angaben zufolge hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wegen der Folter-Vorwürfe gegen US-Soldaten im Irak zwei Mal seinen Rücktritt angeboten. Beide Male sei er angewiesen worden, im Amt zu bleiben, sagte Rumsfeld laut einem Vorabbericht in einem CNN-Interview.

HB WASHINGTON. Das Gespräch sollte am Donnerstagabend in den USA ausgestrahlt werden. Der Skandal war nach der Veröffentlichung von Fotos aufgeflogen, mit denen Mitglieder der US-Truppen die Misshandlung irakischer Gefangener in dem US-Militärgefängnis Abu Ghraib nahe der Hauptstadt Bagdad festgehalten hatten. Darauf waren unter anderem grinsende und feixende US-Soldaten vor nackten und zu Pyramiden aufgetürmten Gefangenen zu sehen. Auf einem Bild führte eine Soldatin einen nackten Iraker an einer Hundeleine.

„Ich habe bei Präsident Bush zwei Mal meinen Rücktritt eingereicht in dieser Zeit und habe ihm gesagt, dass ... ich dachte, er solle die Entscheidung treffen, ob ich bleibe oder nicht. Und er traf die Entscheidung und sagte, er wolle, dass ich bleibe“, sagte Rumsfeld.

Rumsfeld: US-Regierung hat Aufstand im Irak unterschätzt

Die US-Regierung hat nach den Worten von Donald Rumsfeld den Aufstand im Irak unterschätzt. Das Ausmaß sei größer als erwartet, sagte Rumsfeld am Donnerstagabend (Ortszeit) dem US-Nachrichtensender CNN.

Als einen Grund für die anhaltende Gewalt im so genannten sunnitischen Dreieck führte Rumsfeld an, dass die US-Truppen während des Krieges nicht aus der nördlich gelegenen Türkei in den Irak vorstoßen konnten. Dadurch sei eine unzureichende Zahl von Sunniten getötet oder gefangen genommen worden. Die in dem Gebiet lebenden Sunniten hätten auch nie die Militärkraft der USA zu spüren bekommen.

Die weitere Situation im Irak hängt nach den Worten von Rumsfeld unter anderem davon ab, ob die Nachbarländer „Syrien und Iran den Aufstand schlimmer machen“ und in welchem Maß die Sunniten in die Politik eingebunden werden können.

Zuvor hatte Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz angekündigt, dass 135 000 US-Soldaten nach den Wahlen im Irak bis auf weiteres stationiert bleiben sollen. 15 000 Mann würden abgezogen.

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