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28.11.2014

13:16 Uhr

Nach AKW-Überflügen

Frankreich entwickelt Anti-Drohnen-System

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Drohnen über französische Atomkraftwerke geflogen. Ihre Herkunft ist unbekannt. Zunächst zögerte die Regierung, möchte nun allerdings ein Anti-Drohnen-Technologie.

Die vier Kühltürme des französischen Atomkraftwerkes (AKW) Cattenom. Die französische Regierung macht sich nach mehreren Drohnenüberflügen Sorgen. dpa

Die vier Kühltürme des französischen Atomkraftwerkes (AKW) Cattenom. Die französische Regierung macht sich nach mehreren Drohnenüberflügen Sorgen.

ParisAls Reaktion auf mysteriöse Drohnenflüge über französischen Atomkraftwerken hat die Regierung in Paris ein Forschungsprogramm zur Erkennung und zum Abfangen solcher Fluggeräte lanciert. Die Überflüge der vergangenen Wochen seien ein „Alarmsignal“, erklärte das französische Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit (SGDSN) am Donnerstagabend in Paris. Die Behörde beauftragte die nationale Forschungsagentur damit, technische Mittel zu entwickeln, mit denen Drohnen ausgemacht und abgefangen werden können. Dazu stehen eine Million Euro zu Verfügung.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

In den vergangenen Wochen hatten immer wieder Drohnen französische Atomkraftwerke überflogen. Wer hinter den Flügen steckt, ist unklar. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnte Anfang der Woche, die Drohnenüberflüge seien ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko, Frankreichs Atomanlagen seien „absolut unzureichend“ gegen Terroranschläge gesichert. Die SGDSN erklärte dagegen, die Drohnenflüge der vergangenen Wochen stellten keine „Bedrohung“ dar, die „das gute Funktionieren und die Sicherheit der Atomanlagen“ in Frage stellten.

Von

afp

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