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13.06.2016

18:35 Uhr

Nach Amoklauf in Orlando

Clinton und Trump streiten im Wahlkampf über den Islam

Nachdem sich der IS zu dem Anschlag in Orlando bekannte, hat der Streit um den Islam den US-Wahlkampf erreicht. Dabei wird auch eine Debatte über ein besonders kontroverses Thema in den USA wieder angeheizt.

Donald Trump wirft muslimischen Gemeinden vor, nicht mit Behörden im Kampf gegen potenzielle Gewalttäter zusammenzuarbeiten. Seine Widersacherin Hillary Clinton warnte davor, eine ganze Religion zu dämonisieren. AFP; Files; Francois Guillot

Streit über den Islam im US-Wahlkampf

Donald Trump wirft muslimischen Gemeinden vor, nicht mit Behörden im Kampf gegen potenzielle Gewalttäter zusammenzuarbeiten. Seine Widersacherin Hillary Clinton warnte davor, eine ganze Religion zu dämonisieren.

Orlando/WashingtonDas mutmaßlich islamistisch motivierte Massaker in einem Nachtclub in Florida polarisiert den US-Wahlkampf. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton warnte am Montag davor, eine ganze Religion zu dämonisieren. Ihr republikanischer Kontrahent Donald Trump warf muslimischen Gemeinden vor, nicht mit Behörden im Kampf gegen potenzielle Gewalttäter zusammenzuarbeiten. Unterdessen wurden weitere Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund des gravierendsten Attentats eines Einzeltäters in der US-Geschichte bekannt, bei dem am Wochenende 50 Menschen starben. Bei dem Todesschützen Omar Mateen handelt es sich um einen 29 Jahre alten US-Bürger afghanischer Abstammung, der laut Polizei dem Anführer des Islamischen Staates Treue gelobte. Der IS selbst bekannte sich zu dem Angriff auf den von Schwulen besuchten Club.

Trump warf US-Präsident Barack Obama vor, in seiner ersten Stellungnahme die Bezeichnung „radikaler Islam“ nicht benutzt zu haben und erklärte: „Allein aus diesem Grund sollte er zurücktreten.“ Obama sprach zunächst von „einem Akt des Terrors und des Hasses“ und sagte: „Wir haben noch keine definitiven Erkenntnisse über die genaue Motivation des Mörders.“ Für Trump ist dagegen ausgemacht, dass die Tat auf einen „radikalen islamistischen Terroristen“ zurückgehe.

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Hillary Clinton legt gegen Donald Trump, ihren voraussichtlichen Gegner im Kampf ums Weiße Haus, nach. Der Milliardär sei ein Demagoge und Verschwörungstheoretiker. Präsident Obama sorgt sich um die Parteiendemokratie.

„Das, was in Orlando passiert ist, ist nur der Anfang“, twitterte Trump. Der Regierung warf er vor, schwach und ineffektiv zu sein. Er forderte die verstärkte Bombardierung von IS-Milizen und bekräftigte, zumindest zeitweise sollten keine Muslime mehr in die USA reisen dürfen. Der muslimischen Gemeinschaft in den USA warf er vor, den Behörden keine Hinweise auf potenzielle Gefährder zu geben. Man müsse die Moscheen überwachen. „Und glauben Sie mir, die Gemeinden kennen die Leute, die ein Potenzial zum explodieren haben“, sagte Trump.

Clinton hielt Trump entgegen, es sei falsch, kontraproduktiv und gefährlich, sich gegen alle Muslime zu wenden. Es sei vor allem falsch, pauschal muslimischen Flüchtlingen die Einreise zu verbieten. Sie forderte dagegen, die Sicherheitsvorschriften beim Verkauf von Waffen zu verschärfen. Weltweit kondolierten Staats- und Regierungschefs. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief zu Offenheit und Toleranz auf.

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