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18.09.2013

03:20 Uhr

Nach Amoklauf

Obama drängt zu schärferen Waffengesetzen

Alle paar Monate ein Amoklauf? US-Präsident Obama will die Waffengesetze verschärfen. Bisher ist er mit diesem Vorhaben gescheitert. Nun stellen auch Republikaner die Sicherheitsfrage - allerdings nicht an Waffenhändler.

In diesem Waffenladen kaufte der Amokläufer von Washington zwei Tage vor der Tat ein. So etwas will US-Präsident Obama erschweren. ap

In diesem Waffenladen kaufte der Amokläufer von Washington zwei Tage vor der Tat ein. So etwas will US-Präsident Obama erschweren.

WashingtonNach dem Amoklauf auf einem Marine-Stützpunkt in Washington hat US-Präsident Barack Obama den Kongress aufgefordert, schärfere Waffengesetze zu verabschieden. Er sei besorgt, weil es inzwischen alle drei oder vier Monate "schreckliche Massentötungen durch Schusswaffen" gebe, sagte Obama in einem Interview mit dem spanischsprachigen TV-Sender Telemundo am Dienstag. Es sei wie in einem "Ritual": "Alle äußern verständlichen Schrecken. Wir umarmen die Familien - und sind doch nicht bereit, einige grundlegende Dinge zu tun."

Obama hatte nach dem Massaker im vergangenen Dezember an einer Grundschule in Newtown einen neuen Anlauf genommen, schärfere Waffengesetze durchzusetzen. Die Reform sah unter anderem eine schärfere Überprüfung von Waffenkäufern und ein Verbot von Sturmgewehren vor. Doch sein Vorhaben war im April im Kongress gescheitert.

Obama betonte am Dienstag, "die überwiegende Mehrheit" der US-Bürger sei für eine vernünftige Reform der Schusswaffengesetzgebung. "Letztlich ist das etwas, wo der Kongress handeln muss." Er habe das in seiner Macht stehende getan. "Die nächste Phase ist nun, dass der Kongress vorwärts geht und sich bewegt."

Unterdessen bereitet das Pentagon eine Überprüfung aller US-Militäreinrichtungen in der Welt vor. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel wolle die Sicherheitsvorkehrungen sowie den Zugang zu Stützpunkten unter die Lupe nehmen lassen, sagte ein Vertreter des Pentagon am Dienstag.

Der 34-jährige Aaron Alexis hatte am Montag zwölf Menschen auf einem Marine-Stützpunkt in der US-Hauptstadt getötet, ehe er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst tödlich getroffen wurde. Am Dienstag verdichteten sich Hinweise darauf, dass es sich bei dem Schützen um einen geistig gestörten Einzeltäter handelte. US-Medien zufolge war Alexis in der Vergangenheit mehrfach aufgefallen, weil er seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten konnte.

Bei der Polizei war er wegen Zwischenfällen mit Schusswaffen aktenkundig. Während seiner Dienstzeit im Militär wurde er laut "Washington Post" mindestens acht Mal wegen verschiedener Vergehen disziplinarisch belangt.

Mehrere Kongressabgeordnete kritisierten, dass Alexis angesichts seiner Vorgeschichte Zugang zu militärischen Einrichtungen gehabt habe. "Wir müssen offenkundig das Vorgehen bei Sicherheitsfreigaben überprüfen", sagte der republikanische Senator John McCain.

Aus dem Pentagon hieß es, Hagel hole derzeit bei ranghohen Mitarbeitern Vorschläge ein, um den Rahmen für die Überprüfung aller US-Militäreinrichtungen festzulegen. Die Untersuchung könnte den Angaben zufolge bereits am Mittwoch angeordnet werden.

Zuvor hatte die US-Marine erklärt, die Sicherheitsmaßnahmen in ihren Einrichtungen auf den Prüfstand zu stellen. Dabei soll den Angaben zufolge zunächst die Einhaltung der geltenden Regeln untersucht werden. In einem zweiten Schritt werde dann kontrolliert, ob die bestehenden Sicherheitsstandards ausreichend und wirksam seien.

Von

afp

Kommentare (7)

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N_K

18.09.2013, 08:12 Uhr

"Obama drängt zu schärferen Waffengesetzen"

Aber selbstverständlich! Nehmt der Bevölkerung endlich die Waffen ab, denn DIE könnte sich ja sonst einmal irgendwann wehren gegen immer neue Einschränkungen durch die Regierung. Weg mit der Verteidigungsmöglichkeit, damit die Hintergrund-Verbrecher immer skrupelloser agieren können.

Helmut.Weiss

18.09.2013, 09:12 Uhr

Ich hoffe mich nicht zu irren. Aber bei uns werden Regierungen gewählt und nicht mit Waffen von irgend welchen "Rambos" beseitigt. Das selbe glaube ich gilt auch in den USA und vielen weiteren zivilisierten Völker . Die private Bewaffnung der Bevölkerung sollte doch bitte nicht immer mit der "Selbstverteidigungsausrede" verteidigt werden.

Carintio

18.09.2013, 10:31 Uhr

Wenn Obama nach dem Amoklauf auf dem Marinestützpunkt nach schärferem Waffenrecht ruft, dann wird er konsequenterweise wohl die Entwaffnung der Army im Sinn haben. Wäre ja ein Traum!

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