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18.12.2012

19:56 Uhr

Nach Amoklauf von Newtown

Obama will Sturmgewehre verbieten

Der Amoklauf in Newtown könnte zu Veränderungen bei den Waffengesetzen in den USA führen. Jetzt hat sich Barack Obama erstmals konkret geäußert. Der US-Präsident unterstützt eine Initiative einer demokratichen Senatorin.

US-Präsident Barack Obama hat sich nach dem Amoklauf erstmals konkret zur Verschärfung von Waffengesetzen geäußert. dpa

US-Präsident Barack Obama hat sich nach dem Amoklauf erstmals konkret zur Verschärfung von Waffengesetzen geäußert.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat seine Unterstützung für ein geplantes Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren erklärt. Obama stehe hinter der von der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein angekündigten Initiative, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit. Damit äußerte sich der Präsident erstmals seit dem Amoklauf an der Grundschule von Newtown konkret zu einem Gesetz zur Verschärfung des Waffenrechts.

Feinstein hatte angekündigt, bei der ersten Sitzung im Neuen Jahr am 3. Januar ein strengeres Waffengesetz in den Senat einzubringen. Dem Entwurf zufolge sollen der Verkauf, der Transfer, die Herstellung sowie der Import von rund einhundert Modellen von Sturmgewehren verboten werden. Auch Magazine mit mehr als zehn Schüssen sollen für Privatpersonen künftig tabu sein.

Nach dem Massaker wächst in den Vereinigten Staaten die Unterstützung für schärfere Waffengesetze. Während die Stadt im US-Bundesstaat Connecticut Abschied von den 26 Opfern der Sandy-Hook-Grundschule nimmt, sprach sich in einer Umfrage eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung für Beschränkungen im Umgang mit Waffen aus. In Washington äußerten mehrere Senatoren ihre Bereitschaft, über Verschärfungen zu verhandeln.

Amokläufe an amerikanischen Schulen und Universitäten

20. April 1999 - Littleton

Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.

21. März 2005 - Minnesota

Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.

12. Oktober 2006 - Pennsylvania

Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.

16. April 2007 - Blacksburg

Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.

10. Oktober 2007 - Cleveland

Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.

14. Februar 2008 - Illinois

Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.

3. April 2012 - Kalifornien

Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.

In Newtown sollten am Dienstag zwei sechsjährige Mädchen zu Grabe getragen werden. Bereits am Montag waren zwei gleichaltrige Jungen beerdigt worden. Hunderte Trauergäste folgten den Toten. Kameras waren nicht zugelassen. „Wenn man diese kleinen Särge sieht, bricht es einem das Herz“, sagte der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy.

Insgesamt kamen bei dem Massaker am vergangenen Freitag 28 Menschen zu Tode. Der Amokläufer Adam Lanza erschoss 20 Kinder. Sie waren alle sechs und sieben Jahre alt. Auch sechs Mitarbeiterinnen der Schule starben, außerdem die Mutter des Täters. Lanza hat sich nach Angaben der Polizei selbst erschossen. Sein Motiv lag auch am Dienstag noch im Dunkeln.

Die Sandy Hook Elementary School blieb weiter geschlossen. Die übrigen Schulen in der Stadt öffneten dagegen wieder. „So schwer es ist, wir müssen weitermachen“, zitierte der Sender MSNBC eine Lehrerin an einer High School.

Senatorin Feinstein kündigte den Vorstoß für ein Verbot von Sturmgewehren an, da Lanza bei seinem Amoklauf eine solche Waffe benutzt hatte. Er gab nach Polizeiangaben mehrere hundert Schüsse ab, seine Opfer wiesen jeweils bis zu elf Schusswunden auf. Präsident Obama hatte bereits einer Trauerfeier in Newtown am Sonntagabend (Ortszeit) Schritte gegen die Waffengewalt gefordert: „Solche Tragödien müssen enden“.

Kommentare (7)

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Vicario

18.12.2012, 20:30 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

bernie

18.12.2012, 21:03 Uhr

Die Staaten von Amerika haben ein Problem mit Ihrer Verfassung. Dieses Gesetz muß so schnell wie möglich geändert werden. Wenn ich diesen Republikanischen Parteiangehörigen im Fernsehen gesehen habe, und dieser über das amerikanische Fernsehen mitgeteilt hat, dass wenn die Lehrerin ein Waffe bereit gehabt hätte und den Amokläufer mit einer Schußwaffe gebändigt hätte, geht mir leider dieses freie Land der Staaten von Amerika gegen meine konserative Einstellung zum Leben. Die Republikaner der Amerikanischen Staaten sind Verbrecher und fördern mit Ihren Waffengesetz die Tötung von menschlichen Lebens. Dieses Land ist nicht lebenswert und hat keine Berechtigung einer demokratischen Führung mit solch einer Aussage. Was ist das für ein primitiver Politiker???
Ja so sind diese Amerikaner primitiv und in Ihrer Meinungsäußerung sehr propagantischt. Ihr eigenes Volk wird von vielen Republikanischen Politiker als primitiv verkauft.
Was ist das für ein Staat? Kinder mit der staatlichen Verfassung in den Tod zu treiben.

Herr Obama ist ein Demokrat der das Land und dessen Gesetze verändern kann. Ich hoffe auf seine Stärke, seinen Einfluß und das durch seine Person ein Fríeden in der Welt erreicht werden kann.

Herr Obama retten Sie Ihr Land von diesen Republikaner und dessen politischen Verbrechen gegen Ihr Land.

Ich bin sehr enttäuscht von den amerikanischen Staaten und dessen Lebensstil.
Ich hoffe auf unsere demokratische und politische Führung unseres Landes Deutschland, daß wir so etwas niemals erleben müßen.

Wir müßen uns von der amerikanischen und politischen Führung in solch einer Situation entfernen und wir dürfen uns von diesen Modell nicht beeinflußen lassen.

Account gelöscht!

18.12.2012, 21:03 Uhr

Solche Amokläufe werden nur durch Vorleben von anderen sozialen Wert verhindert. Das heißt nicht Kinder mit Medizin betäuben und mit Waffenspielen erziehen. Von staatlicher Seite Gleichberechtigung für alle und nicht andere Länder mit andere Sitte mit hinterhältigen Militärschlägen beseitigen.Ich denke, aber für ein Umdenken wird es in Amerika nicht reichen und die Amoläufe werden unvermindert weiter gehen.

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