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17.07.2014

11:36 Uhr

Nach Angaben der israelischen Polizei

Hamas bricht die Waffenruhe

Fünf Stunden lang wollen Israel und die Hamas eine humanitäre Waffenruhe einhalten. Doch nun meldet die israelische Polizei, die Hamas hätte die Waffenruhe gebrochen – und zwei Raketen aus Gaza abgefeuert.

Tödlicher Zwischenfall

Vier Teenager bei israelischem Angriff getötet

Tödlicher Zwischenfall: Vier Teenager bei israelischem Angriff getötet

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JerusalemDie Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist nach Polizeiangaben gebrochen. Zwei Raketen seien aus Gaza abgefeuert worden, teilte die israelische Polizei am Donnerstag mit. Eigentlich wollten Israel und Hamas eine auf fünf Stunden befristete, humanitäre Waffenruhe einhalten. Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas hatten einer entsprechenden UN-Initiative zugestimmt. Der UN-Nahostgesandte Robert Serry hatte die Feuerpause angeregt, damit sich die Bevölkerung im Gazastreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln versorgen kann. Am Dienstag hatte sich nur Israel sechs Stunden lang an eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe gehalten. Am Dienstag war eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe noch am Widerstand der Hamas gescheitert.

Sollten die Hamas „oder andere Terrororganisationen“ dieses „humanitäre Fenster“ aber ausnutzen, werde die Armee darauf reagieren. Wenige Stunden später teilte dann auch ein Hamas-Sprecher mit, dass die Palästinenserorganisation ihre Raketenangriffe auf Israel für fünf Stunden einstellen werde.

Die Einwohner der Ortschaften Beit Lahia und Sadschaija seien aber weiterhin aufgefordert, ihre Häuser zu räumen. Bereits früh am Mittwoch hatten die israelischen Streitkräfte mindestens eine Viertelmillion Menschen im nördlichen Gazastreifen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Bis zum Nachmittag hatten rund 21.000 Menschen in Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) Schutz gesucht.

Die Feuerpause war unter anderem von der Uno vorgeschlagen worden. Der Uno-Koordinator für den Nahost-Friedensprozess, Robert Serry, sagte im israelischen Fernsehen, dass er die Armee um eine „humanitäre Pause“ gebeten habe. So sollten die Menschen im Gazastreifen die Möglichkeit bekommen, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen oder sich Lebensmittel zu besorgen.

Fragen und Antworten zum Gaza-Konflikt

Worum geht es der Hamas?

Die radikalislamische Hamas-Bewegung kämpft um ihr Überleben. Im Westjordanland wurde sie in den vergangenen Wochen durch Massenverhaftungen und Beschlagnahmungen fast zerschlagen, im Gazastreifen ist sie nach dem Machtwechsel in Ägypten isoliert und finanziell liegt sie am Boden - "sie hat nichts mehr zu verlieren", sagt Muchaimer Abu Saada, Politikprofessor an der Al-Aksa-Universität in Gaza. Deshalb sucht die Hamas die Unterstützung der breiten palästinensischen Bevölkerung durch schnelle Erfolge - sei es die Aufhebung der Gaza-Blockade, sei es durch einen spektakulären Angriff auf israelische Ziele. Deshalb weitete sie diese Woche Ziele und Zahl ihrer Raketenangriffe aus und startete Kommandoaktionen mit Tauchern und durch Geheimtunnel.

Was will Israel erreichen?

„Am Ende darf die Hamas keine Mittel mehr besitzen, um Raketen zu fabrizieren“, sagt Gilad Erdan, Angehöriger des Sicherheitskabinetts und in der Regierung für das Ressort Umwelt zuständig. Anders als bei der Eskalation im November 2012 will sich Israel diesmal nicht mit einer Feuerpause zufriedengeben. Die Regierung stimmt die Bevölkerung deshalb auf einen längeren Waffengang und mögliche eigene Verluste ein.

Entsendet Israel Bodentruppen nach Gaza?

Zwei unterschiedliche Bodeneinsätze werden diskutiert: Eine langanhaltende Invasion hätte zum Ziel, wie im Westjordanland alle Strukturen der Hamas zu zerschlagen. Kürzer könnte ein Einmarsch verlaufen, der sich auf die nachhaltige Schwächung der bewaffneten Gruppierungen in dem Küstengebiet konzentriert. "Die Hamas rechnet nur mit einer begrenzten Bodenoffensive Israels, da eine Wiederbesetzung des Gazastreifens praktisch unmöglich ist", sagt Abu Saada. Gegenwärtig bringt Israel 30.000 Soldaten in Stellung und rüstet sie aus. Kommt es zu tödlichen Angriffen in Israel, würde dies den Invasionsbefehl beschleunigen.

Wie lang kann die Hamas ihr Drohpotenzial aufrecht erhalten?

Israelische Militärexperten schätzen die Feuerkraft der Hamas auf rund 10.000 Raketen sehr unterschiedlicher Reichweite - wobei sie in den vergangenen Tagen damit überraschte, dass ihre Projektile Ziele in 160 Kilometern Entfernung im Norden Israels erreichten. Die mehrere hundert Raketen größerer Reichweite in ihrem Besitz wird die Hamas aber nur sehr kalkuliert einsetzen, erwarten die Experten. Amos Gilad, Strategieberater im Verteidigungsministerium, sagt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die libanesische Hisbollah der Hamas durch gleichzeitigen Raketenbeschuss aus dem Südlibanon zu Hilfe kommt.

Wie kann das Ausland helfen?

Alle schauen hier zuerst nach Ägypten, das Beziehungen zu Israel und zu den Palästinensern unterhält und 2012 erfolgreich tätig wurde. „Eine Vermittlungsinitiative im eigentlichen Sinne gibt es derzeit nicht“, sagt dazu Badr Abdel Lati, Sprecher des Außenministeriums in Kairo. Entsprechende Kontakte hätten „zu keinem Ergebnis geführt“. Da die aktuelle ägyptische Regierung die Hamas als feindliche Organisation einstuft, ist sie zudem kaum bereit, deren Bedingungen für einen Waffenstillstand gegenüber Israel nachdrücklich zu vertreten. Professor Abu Saada rechnet deshalb damit, dass die Islamisten das Emirat Katar oder die Türkei als Vermittler anrufen könnten.

Israel hatte bereits am Montag einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe zugestimmt und seine Luftangriffe am Dienstag für mehrere Stunden eingestellt. Die Hamas lehnte den Vorschlag allerdings ab und feuerte weiter Raketen auf Israel ab. Dabei wurde erstmals ein israelischer Zivilist getötet. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte daraufhin eine Ausweitung der Angriffe auf den Gazastreifen an.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

17.07.2014, 15:45 Uhr

Woher hat die Hamas das Geld für Raketen? Nur von Deutschland? Warum weigert sich die Hamas Gaza auf zubauen. Wann Erfolg ein Verbot mit Bestrafung für Verschwendung von Hilfsgelder?

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