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29.03.2016

16:33 Uhr

Nach Anschlägen in der Türkei

Zahl der Touristen im Februar zurückgegangen

Für die Türkei ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Doch nach den Anschlägen der vergangenen Monate sind die Besucherzahlen stark zurückgegangen: Im Februar waren es zehn Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Polizisten kontrollieren Besucher vor der Kirche St. Antouan Church in Istanbul. dpa

Nach den Anschlägen in der Türkei

Polizisten kontrollieren Besucher vor der Kirche St. Antouan Church in Istanbul.

AnkaraNach Anschlägen in der Türkei ist im Februar die Zahl der Touristen um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Das teilte das Tourismusministerium am Dienstag mit. Nach seinen Zahlen besuchten im vergangenen Monat 1,24 Millionen Touristen das Land, im Februar 2015 waren es 1,38 Millionen gewesen.

Bei Anschlägen im Januar waren zwölf deutsche Urlauber und in diesem Monat drei Israelis und ein Iraner getötet worden. Israel hatte am Montag seine Reisewarnung für die Türkei auf die zweihöchste Stufe erhöht, der zufolge Israelis das Land so schnell wie möglich verlassen sollten. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für die Türkei.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

13. Mai 2016

Bei einer Sprengstoffdetonation in Diyarbakir kommen vier Menschen ums Leben. 15 werden verletzt. Die Tat wird der PKK zugeschrieben.

9. April 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul gibt es drei Verletzte. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

31. März 2016

Mindestens 7 Tote, rund 23 Verletzte – das sind die Opfer eines Anschlags in Diyarbakir, hinter dem die PKK vermutet wird. Bei den Opfern handelt es sich um Polizeibeamte.

19. März 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul sterben mindestens fünf Menschen, etwa 36 werden verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um Passanten in einer Einkaufsstraße. Hinter dem Anschlag steckt vermutlich der IS.

13. März 2016

Bei einem weiteren verheerenden Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am 13. März 37 Menschen ums Leben gekommen. Kurz darauf flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak – die Regierung zufolge gehörte die Selbstmordattentäterin zu der verbotenen Partei.

Februar 2016

Am 17. Februar hat in Ankara ein Selbstmordattentäter 28 Menschen in den Tod gerissen. Inzwischen hat sich die militante Organisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) – eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK – zu der Tat bekannt.

Januar 2016

Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden elf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Die Anschläge sind eine Folge der Nähe der Türkei zum syrischen Bürgerkrieg und des abgebrochenen Friedensprozesses mit der kurdischen Rebellengruppe PKK. Zudem hat der Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei zu einem Rückgang der Zahl russischer Touristen geführt.

Von

ap

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