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16.04.2013

13:25 Uhr

Nach Anschlägen von Boston

London in Sorge um Thatcher-Begräbnis und Marathon

VonMichael Maisch

Nach dem Anschlag in Boston überprüfen Länder rund um den Globus ihre Sicherheitsvorkehrungen. Im Fokus steht London - wo am Mittwoch Maggie Thatcher beerdigt wird und am Sonntag ein internationaler Marathon ansteht.

Ein Londoner Polizist beim Einsatz. Am Sonntag steht der London Marathon an. Reuters

Ein Londoner Polizist beim Einsatz. Am Sonntag steht der London Marathon an.

Der erste Gedanke des britischen Premierministers David Cameron gilt den Opfern in Boston. „Die Bilder aus Boston sind schockierend und entsetzlich“, schrieb Cameron sofort in der Nacht zum Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Doch schon am Dienstag richtet sich der Blick und die Sorgen der Briten auf die eigene Hauptstadt. „Nach den Anschlägen von Boston müssen alle Beteiligten noch wachsamer werden“, betonte Ex-Innenminister John Reid.

Reids Nachfolgerin Theresa May wurde am Morgen vom Geheimdienst und der Polizei über mögliche Sicherheitsrisiken informiert, anschließend wurden Cameron und das gesamte Kabinett auf den neuesten Stand gebracht.

London gilt bereits seit Jahren als eine der am meisten gefährdeten Metropolen für Terrorattacken. Im Sommer 2005 forderte eine Serie von Bombenanschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Todesopfer. Die jüngsten Statistiken des britischen Innenministeriums zeigen, dass die Festnahmen von Terrorverdächtigen von Anfang 2012 bis September um um 60 Prozent gestiegen sind.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

36 000 Sportler und 500 000 Zuschauer werden in diesem Jahr zum London Marathon erwartet, der an einigen der prominentesten Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt entlang führt. Sportminister Hugh Robertson betonte, er sei „absolut zuversichtlich“, dass die Behörden die Sicherheit des Großereignisses gewährleisten könnten. Die Briten sollen ihre „Solidarität“ mit Boston dadurch zeigen, dass sie sich von den Anschlägen in den USA nicht abschrecken lassen.

„Wir werden die Veranstaltung auf keinen Fall absagen“, betonte auch der Organisationschef des Marathons. „Wir haben unseren Sicherheitsplan gemeinsam mit der Metropolitan Police ausgearbeitet und nach den Anschlägen sofort Kontakt mit den Sicherheitsbehörden aufgenommen“. „Wir werden unsere Maßnahmen genau überprüfen“, bestätigte Superintendent Julia Pendry von der Metropolitan Police.

Auch Prinz Harry wird trotz der veränderten Sicherheitslage beim London-Marathon dabei sein. Der 28-Jährige werde wie geplant die Ehrungen der Gewinner in den verschiedenen Kategorien übernehmen und freiwillige Helfer treffen, hieß es am Dienstag vom Palast. Harry, der Dritte in der britischen Thronfolge, ist Schirmherr der Stiftung London Marathon Charitable Trust.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sprach sich für eine Verschärfung des Sicherheitsprogramms aus: „Wir haben einen robusten Plan für das Rennen am Sonntag, aber angesichts der Ereignisse in Boston ist es nur angemessen, wenn Polizei und Organisatoren ihre bisherigen Annahmen überprüfen.“

Mit der feierlichen Beerdigung von Maggie Thatcher, an der neben Königin Elisabeth über 2000 Ehrengäste aus aller Welt teilnehmen werden, steht die Londoner Polizei bereits am Mittwoch vor einer enormen Herausforderung.

Anschlag in Boston - Was Reisende jetzt wissen sollten

Hotline der Stadtverwaltung Boston für Angehörige

Die Rufnummer lautet: 001 617 635 4500

Botschaft Washington

Die amerikanischen Stellen in Boston bitten darum, öffentliche Plätze zu meiden und zu Hause zu bleiben, auf öffentliche Verlautbarungen zu achten und sich informiert zu halten. Die Botschaft Washington und das Generalkonsulat Boston stehen mit den US-Stellen in Kontakt.

Die Botschaft ist telefonisch erreichbar unter 001 202 2984000.

Internet-Homepage des Amerikanischen Roten Kreuzes

http://safeandwell.communityos.org/cms/index.php

Google Person Finder

http://google.org/personfinder/2013-boston-explosions

Einreise in die USA

Auch wenn das Auswärtige Amt derzeit von keinen verschärften Einreisebeschränkungen ausgeht, könnte mit längeren Wartezeiten bei der Einreise zu rechnen sein, da die US-Behörden seit den Anschlägen an zahlreichen großen Flughäfen in den USA verschärfte Gepäckkontrollen sowie Personenkontrollen durchführen.

Flüge nach Boston

Aktuell ist über der amerikanischen Stadt Boston eine 3,5 Meilen-Flugverbotszone eingerichtet.

Das bedeutet jedoch derzeit nicht, dass die Fluglinien die Reisenden nicht mehr nach Boston bringen. Der Flughafen Boston und mehrere Fluglinien bestätigten dies bereits. Nach wie vor fliege man Boston an und rechne hier auch aktuell mit keiner Änderung.

Quelle: fluege.de

Tipp 1 für Flugreisende

Reisende sollten nicht übereilt ein Flugticket stornieren, da die Stornokosten, die teils erheblich sein können, nicht erlassen werden, solange nicht eine Fluglinie von sich aus einen Flug storniert. Das gilt auch jetzt unter dem Eindruck der Terroranschläge von Boston.

Tipp 2 für Einreisende

USA-Reisende sollten grundsätzlich in den nächsten drei Tagen stets die Homepage des Abflughafens sowie des US-Ankunftsflughafens überprüfen, um zu kontrollieren, ob es Flugplanänderungen des geplanten US-Fluges gibt. Es ist nicht auszuschließen, dass die USA hier sehr zügig im Flugraum weitere Maßnahmen beschließen. Wer keinen Internetzugang hat, sollte direkt bei der Fluglinie anrufen, bei der das Ticket gebucht wurde. Idealerweise sollten Reisende die Fluglinien am jeweiligen Abflughafen kontaktieren.

Quelle: fluege.de

Die Sicherheitskräfte rechnen ohnehin mit einer Protestwelle und stellen sich auch auf mögliche gewalttätige Auseinandersetzungen mit Demonstranten ein. Neben Aktionen von linken Aktivisten fürchten die Behörden vor allem einen Angfriff nordirischer Terroristen. Der konservative Abgeordnede Patrick Mercer, der einst als Soldat im Nordirland-Konflikt diente, glaubt dass das Begräbnis von Thatcher „den Ehrgeiz dissidenter nordirischer Separatisten“ wecken wird.

Der Trauerzug für Thatcher wird zwei Meilen durch die Lononder Innnenstadt von Westminster bis zur St. Pauls Chathedral führen. Die Strecke ist durch Metallgitter abgesperrt, Soldaten werden als Ehrenwache Spalier stehen. Nach Informationen britischer Medien wird die Spezialeinheit SAS mit ihren Booten auf der Themse patrollieren und Einheiten für den schnellen Eingriff im Notfall in der Nähe der Trauerfeier bereithalten.

Kommentare (7)

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pro-d

16.04.2013, 12:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Freidenker

16.04.2013, 12:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Geheimdienstterror_ist_zurueck

16.04.2013, 12:32 Uhr

Das macht doch keinen Sinn!!!

Warum sollte jemand ein Interesse daran haben ein Bombe bei einem Marathon zu legen?

Wer hat den größten Nutzen?

Sollen wir vielleicht mit Terror unter falscher Flagge vom eigentlichen Problem dem kollabierenden Schuldgeldsystem abgelenkt werden?

Das weltweit verzinste Schuldgeld mit dem die Menschheit durch private Bankenkartelle versklavt wurde, befindet sich in seiner Endphase.

Es finden sich kaum noch neue Schuldner die die Zinsen zahlen können!

Warum erfahren wir in den Mainstreammedien nie etwas über das Schuldgeldsystem?

Wer steht hinter den Mainstreammedien?

Wer mehr über Terror unter falscher Flagge erfahren will, sollte folgendes Buch lesen:

"Die CIA und der 11. September: Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste"
von Andreas von Bülow ( Ehemaliger Bundesminister )

Den Opfern mein Beileid!

Bitte nicht löschen, Herr/Frau Zensor danke

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