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24.03.2017

19:21 Uhr

Nach Anschlag in London

Britische Polizei nimmt zehn Verdächtige fest

Die Zahl der Festnahmen im Zusammenhang mit dem tödlichen Anschlag in London vom Mittwoch steigt. Die Polizei muss sich bei den Ermittlungen durch viele Computerdaten wühlen.

Die britische Polizei hat nach dem Anschlag in London weitere Personen festnehmen können. Damit steigt die Zahl auf nun zehn Verdächtige. AFP; Files; Francois Guillot

Zahl der Verdächtigen steigt

Die britische Polizei hat nach dem Anschlag in London weitere Personen festnehmen können. Damit steigt die Zahl auf nun zehn Verdächtige.

LondonDie britische Polizei hat bei den Ermittlungen zum tödlichen Anschlag in London mehr als 20 Orte durchsucht und große Mengen Computerdatenmaterial beschlagnahmt. Der Chef der Anti-Terror-Abteilung, Mark Rowley, teilte am Freitag mit, dass weitere „bedeutende“ Festnahmen erfolgt seien. Die Zahl der Personen, die sich im Zusammenhang mit dem Angriff vom Mittwoch in Gewahrsam befinden, stieg auf zehn. Die Polizei machte auch weitere Angaben zum mutmaßlichen Attentäter, Khalid Masood.

Masood sei 1964 als Adrian Russell Ajao im Süden Englands zur Welt gekommen, teilte die Polizei mit. Er sei auch als Adrian Elms bekannt gewesen und habe möglicherweise noch weitere Namen verwendet.

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Nach dem Terroranschlag in London hat die Polizei bei Razzien acht Menschen festgenommen. Alle werden der Terrorvorbereitung verdächtigt. Der mutmaßliche Attentäter soll ein 52-jähriger Brite mit Vorstrafen sein.

Bei den beiden jüngsten Festnahmen in dem Fall handelte es sich um einen Mann und eine Frau. Sie wurden am Freitagmorgen in Manchester festgenommen. Die Polizei glaubt, dass Masood alleine handelte, doch versucht sie laut Rowley herauszufinden, ob er Unterstützung von anderen bekommen hat. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Verantwortung für den Anschlag auf der Westminster Bridge und am Parlament übernommen.

Die Polizei durchsuchte 21 Grundstücke in London, Brighton, Wales, Manchester und in der zentralenglischen Stadt Birmingham. Es handelte sich um eine der größten Anti-Terror-Operationen Großbritanniens seit Jahren. Der Anschlag am Mittwoch war der schwerste in dem Land, seit Selbstmordattentäter im Juli 2005 in London 52 Pendler getötet hatten.

Rowley sagte, es seien 2700 Gegenstände bei den Durchsuchungen beschlagnahmt worden, „darunter massive Mengen Computerdatenmaterial“. Zudem sei Kontakt zu 3500 Augenzeugen hergestellt worden.

Masood soll am Mittwoch zunächst mit einem Auto auf der Westminster Bridge Passanten überfahren und anschließend einen Polizisten vor dem Parlament mit Messerstichen tödlich verletzt haben. Dann wurde er erschossen.

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Der Schock hat nachgelassen, doch der Schmerz bleibt. Vor einem Jahr haben fanatische Attentäter in Brüssel 32 Menschen getötet und hunderte verletzt. Der Jahrestag gehört vor allem den Opfern, Angehörigen und Rettern.

Nach Polizeiangaben wurden neben dem Polizeibeamten am Parlament drei Menschen auf der Brücke getötet. Dabei handelte es sich um einen Amerikaner und zwei Briten. Zuletzt starb am Donnerstag im Krankenhaus ein 75-jähriger Mann aus dem Süden Londons. Mehr als 50 Menschen verschiedener Nationalitäten wurden verletzt, 31 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Rowley sagte, zwei Polizisten hätten sich erhebliche Verletzungen zugezogen. Auch zwei weitere Personen befinden sich in kritischem Zustand, eine davon ist lebensbedrohlich verletzt.

Der mutmaßliche Attentäter hatte zuletzt in Birmingham gewohnt, wo mehrere Grundstücke von der Polizei durchsucht worden sind. Nach Polizeiangaben wurde er zwischen 1983 und 2003 wegen Verstößen wie Körperverletzung und Besitz einer Angriffswaffe verurteilt.

Londoner legten am Freitag weiter Blumen für die Opfer nieder und unterzeichneten Kondolenzbücher. Die ranghöchsten religiösen Vertreter Großbritanniens versammelten sich in der Nähe des Parlaments, um die Opfer des Terroranschlags zu betrauern und um zu Frieden in unruhigen Zeiten zu appellieren. Scheich Mohammed al-Hilli, der schiitische Muslime repräsentiert, und der sunnitische Scheich Khalifa Ezzat, Chefimam in der Londoner Zentralmoschee, standen bei der Veranstaltung neben dem Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, dem Chefrabbi Ephraim Mirvis und dem katholischen Kardinal Vincent Nichols.

Von

ap

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