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02.01.2010

16:19 Uhr

Nach Anschlagsversuch

Jemen mobilisiert Kräfte gegen Terror

US-Präsident Obama hat am Samstag bestätigt, dass die Spuren des Mannes, der versucht hatte, in Detroit eine Passagiermaschine in die Luft zu sprengen, zur Al Kaida und in den Jemen führt. Der britische Premier Brown ruft als Konsequenz eine Sicherheitskonferenz für das Land an - und findet im Jemen breite Unterstützung.

Al-Kaida-Mitglieder in einem jemenitischen Gefängnis. Der Staat will den Kampf gegen den Terror aufnehmen und verstärken. dpa

Al-Kaida-Mitglieder in einem jemenitischen Gefängnis. Der Staat will den Kampf gegen den Terror aufnehmen und verstärken.

HB SANAA. Neue Spannungen am Golf von Aden: Nach der Ankündigung der somalischen islamistischen Al Shabaab-Miliz, ihre Kämpfer zur Verstärkung des dortigen Al-Kaida-Ablegers in den Jemen zu schicken, hat das jemenitische Militär die Bewachung der Küsten verstärkt. Schiffe und Boote, die sich dem südarabischen Land nähern, würden nun von der Küstenwache durchsucht, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Saba am Samstag. Die Al Shabaab-Miliz in Somalia hatte am Vortag angekündigt, ihre Kämpfer würden den Golf von Aden überqueren und an der Seite der Extremisten im Jemen "den Kampf gegen die Feinde Gottes" aufnehmen.

Der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Kirbi kritisierte die Drohung am Samstag mit scharfen Worten. "Der Jemen wird niemals Terroristen und Dschihadisten auf seinem Boden tolerieren", zitierte ihn Saba. Jene, die "den Terror exportieren wollen", sollten zunächst einmal im eigenen Land zum Frieden beitragen, fügte er mit Blick auf die anarchischen Zustände in Somalia hinzu.

Die Regierung in Sanaa will nach der Einberufung einer Konferenz zur Terrorismus-Bekämpfung im Jemen durch den britischen Premierminister Gordon Brown selbst mehr gegen den islamistischen Terror tun. Regierungskreise in Sanaa begrüßten den Vorstoß des britischen Premiers. Brown sei "auf dem richtigen Weg, wenn er internationale Unterstützung für die Entwicklung, Armutsbekämpfung und für Antiterrormaßnahmen im Jemen mobilisiert", zitierte Saba eine entsprechende Quelle. Die von Brown am Vortag vorgeschlagene Konferenz mit wichtigen Bündnispartnern, darunter die USA und die Europäische Union (EU), soll am 28. Januar in London stattfinden.

Das jemenitische Militär war im Vormonat mit Luftangriffen gegen vermutete Al-Kaida-Lager im Land vorgegangen. Dabei sollen über 60 Dschihadisten (Gotteskämpfer) getötet worden sein. Die USA gehen inzwischen davon aus, dass der verhinderte Flugzeugattentäter von Detroit, Umar Farouk Abdulmutallab, von der El Kaida im Jemen ausgebildet wurde.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor die Al-Kaida für den vereitelten Anschlag auf ein Passagierflugzeug verantwortlich gemacht. Dies zeigten erste Erkenntnisse, sagte Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Internet- und Hörfunkansprache. Es scheine so zu sein, dass der Täter zu dem Al-Kaida-Zweig auf der arabischen Halbinsel gehöre. Diese Gruppe habe ihn offenbar ausgebildet, mit Sprengstoff ausgerüstet und angewiesen, mit dem Flugzeug in die USA zu fliegen. In den kommenden Tagen würden die endgültigen Ergebnisse vorliegen. "Die Untersuchung des Vorfalls vom ersten Weihnachtstag geht weiter, und wir erfahren immer mehr über den Verdächtigen", sagte Obama. Zu dem Anschlagsversuch hat sich der Al-Kaida-Ableger im Jemen im Internet bekannt.

Kommentare (6)

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Bruno

03.01.2010, 11:30 Uhr

Al-Kaida Attentat - zum Totlachen !
Und das ist erst der Anfang der Weiterführung der False Flag Attentate....
2010 wird bestimmt ein Jahr des Terrors....
Die Menschen brauchen Angst und Überwachung.
Anderst lassen sich die Ziele der selbsternannten "Elite" der Welt nicht durchsetzen...

BackermeisterBullerjahn

03.01.2010, 14:11 Uhr

@ bruno
Zum Totlachen ist das leider nicht.
Den Staaten fällt nicht anderes ein, als durch "Krieg" die Wirtschaft anzukurbeln, da der privaten Konsum und die privaten investitionen nicht so wachsen, wie es unser Wirtschaftssystem zum weiteren bestehen erfordern würde.
irakkrieg, internationaler Terrorismus, Klimakatastrophe, Weltraumfahrt ...
alles Gebiete auf die sich die Medien mit begeisterung stürtzten und durch die der bürger und Steuerzahler kräftig zur Kasse gebeten werden konnte. Die Staaten fressen ihre bürger.

yahel

03.01.2010, 16:57 Uhr

„Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, dass der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war!" James baker (ehemaliger US-Außenminister, Quelle: DER SPiEGEL, 13/92)

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