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29.10.2012

18:25 Uhr

Nach Arbeitgebervorschlag

Frankreich streitet um Wachstumskurs

Finanzminister Pierre Moscovici hat das Konzept führender Unternehmen für mehr Wettbewerbsfähigkeit zurückgewiesen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer würde die Kaufkraft unnötig schwächen. Am Sparkurs will er festhalten.

Pierre Moscovici waltet über Frankreichs Finanzen. Schnelle Mehreinnahmen durch höhere Mehrwertsteuern lehnt er ab. Reuters

Pierre Moscovici waltet über Frankreichs Finanzen. Schnelle Mehreinnahmen durch höhere Mehrwertsteuern lehnt er ab.

ParisIn Frankreich ist der Streit um den richtigen Weg zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit voll entbrannt: Der sozialistische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici wies am Montag die Forderung der wichtigsten Unternehmen des Landes zurück, die Arbeitskosten drastisch zu senken und dafür die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Staatschef François Hollande versprach erste Entscheidungen zur Wettbewerbsfähigkeit noch im November.

Moscovici sagte dem Sender Europe 1, es sei ausgeschlossen, die geforderte Senkung der Arbeitskosten in Höhe von 30 Milliarden Euro über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder der Sozialsteuer gegenzufinanzieren, weil dadurch "die Kaufkraft der Franzosen" geschwächt würde. Er verwies zugleich darauf, dass die sozialistische Regierung das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken will. Dies sei mit einer Senkung der Arbeitskosten ohne Gegenfinanzierung nicht zu leisten.

Der Unternehmeverband Afep, dem die größten Arbeitgeber des Landes angehören, hatte am Wochenende seine Forderungen zur Stärkung der französischen Wettbewerbsfähigkeit vorgelegt. Neben der drastischen Senkung der Arbeitskosten verlangen die Unternehmen auch Einsparungen beim Staat in Höhe von 60 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren. Mit Spannung wird in Frankreich ein Bericht von Ex-EADS-Chef Louis Gallois mit Vorschlägen zur Wettbewerbsfähigkeit erwartet, den die sozialistische Regierung in Auftrag gegeben hatte und der am kommenden Montag vorliegen soll.

Frankreichs Präsident Hollande hatte bereits vergangene Woche deutlich gemacht, dass er keinen "Wettbewerbsschock" für Frankreich wolle, sondern einen längerfristig angelegten "Wettbewerbspakt". Nach einem Treffen mit den Chefs wichtiger internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Paris sagte Hollande am Montag, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sei eine Aufgabe für seine gesamte, bis Frühjahr 2017 laufende Amtszeit.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

29.10.2012, 18:39 Uhr

Führen ebenso die gesamte EU an der NAse herum. Pusaunen grossartige Lektionen und Pläne herum und vertuschen ganz nebenbei dass sie längst pleite sind...

Das alles ist nur noch ein schlechter Scherz auf Kosten der Bürger.

diemehrheit

29.10.2012, 19:17 Uhr

Ihre schlechten Scherze auf Kosten der objektiv gebliebenen HB Leser machen mich viel betroffener, Herr Berwanger. Gehen Sie mal spazieren an der frischen Luft und posaunen Sie nicht nach Lust und Laune jedem die Pleite an den Hals auf den Sie gerade keinen Bock haben, ja? Danke.

Account gelöscht!

29.10.2012, 19:47 Uhr

Wenn die Arbeitskosten um 30 Milliarden gesenkt werden sollen, an wem bleibt das denn hängen? Das bezahlt der Arbeitnehmer mit sinkenden Löhnen. Und das machen die Franzosen nicht so widerspruchslos wie wir Deutsche bei der Agenda 2010.

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