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22.06.2016

16:49 Uhr

Nach Armenien-Resolution

Türkischer Sender kündigt Kooperation mit ZDF auf

Der Bundestag hat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft. Die Empörung in der Türkei ist groß. Ein Sender des Landes hat nun die Zusammenarbeit mit dem ZDF beendet.

Der türkische Präsident hat die elf türkischstämmigen Abgeordneten des Bundestages als verlängerten Arm der verbotenen PKK bezeichnet. Reuters

Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident hat die elf türkischstämmigen Abgeordneten des Bundestages als verlängerten Arm der verbotenen PKK bezeichnet.

MainzNach der Bundestagsentscheidung zum Massaker an Armeniern hat ein türkischer Fernsehsender die Zusammenarbeit mit dem ZDF beendet. Der Kanal D habe mitgeteilt, dass die Ausstrahlung der täglichen ZDF-Kindernachrichten „logo!“ eingestellt werden müsse, erklärte das ZDF am Mittwoch.

Als Grund würden zahlreiche Beschwerden von Zuschauern wegen der Abstimmung des Bundestags angegeben. Das Parlament hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte danach die elf türkischstämmigen Abgeordneten als verlängerten Arm der verbotenen PKK bezeichnet. Der Kanal D gehört zur Dogan Yayin Holding („Hürriyet“).

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Rückendeckung für den türkischen Präsidenten: Das religiöse Oberhaupt der Armenier in der Türkei kritisiert die Völkermord-Resolution des Bundestags. Armenisch-stämmige in der Türkei sind davon wenig begeistert.

„Wir bedauern die Entscheidung unserer türkischen Partner sehr, eine solche integrationsfördernde Ausstrahlung von „logo!“ zu beenden“, teilte Frank-Dieter Freiling, Leiter Internationale Angelegenheiten des ZDF, mit. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte nach eigenen Angaben fast zehn Jahre lang über den gesamteuropäischen Ableger von Kanal D versucht, mit der Ausstrahlung der Kindernachrichten in deutscher Sprache vor allem Kinder türkischstämmiger Familien in Deutschland zu erreichen. Gerade „logo“ war nach Ansicht der Mainzer geeignet, politische Entscheidungen und Nachrichten aus deutscher Sicht allgemeinverständlich an junge Zuschauer zu bringen.

Von

dpa

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