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13.09.2016

13:23 Uhr

Nach Atomtest in Nordkorea

US-Bomber fliegen über südkoreanischen Stützpunkt

Strategische US-Bomber haben Südkorea überflogen, eskortiert von japanischen und südkoreanischen Kampfflugzeugen. Nordkoreas Staatsmedien kritisieren die Flüge scharf und sprechen von einer „endgültigen Zerstörung“.

Nach Atomwaffentest Nordkoreas

US-Bomber fliegen über Südkorea

Nach Atomwaffentest Nordkoreas: US-Bomber fliegen über Südkorea

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SeoulWenige Tage nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest haben die USA ein Zeichen der militärischen Stärke und der Unterstützung für ihren Verbündeten Südkorea gesetzt. Zwei strategische Bomber des Typs B-1B überflogen am Dienstag in niedriger Höhe und mit geringer Geschwindigkeit den südkoreanischen Luftwaffenstützpunkt Osan.

Dieser befindet sich 77 Kilometer entfernt von der entmilitarisierten Zone an der Grenze zum Norden. Nordkoreas Staatsmedien reagierten mit scharfen Tönen auf den Einsatz und warnten davor, die „endgültige Zerstörung“ auszulösen.

Die Bomber seien von der Pazifikinsel Guam gestartet und zunächst von japanischen Kampfflugzeugen eskortiert worden, teilte das US-Militär mit. Später hätten südkoreanische und amerikanische Jets Begleitschutz gegeben. Der Flug fand unter den Augen von General Vincent Brooks statt, der das Kommando über die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten hat.

„Die heutige Demonstration zeigt nur ein Beispiel einer ganzen Reihe militärischer Möglichkeiten“, erklärte er. Der Langstreckenbomber B-1B wurde in den 90er Jahren für rein konventionelle Angriffe umgerüstet und wurde im Irak und Afghanistan umfangreich eingesetzt.

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

In den nordkoreanischen Staatsmedien wurden die Flüge scharf kritisiert. Die öffentliche Meinung im Land „explodiert wie ein Vulkan“, meldete die Nachrichtenagentur KCNA. Weder Sanktionen, Provokationen noch Druck könnten den Status Nordkoreas als Atommacht schmälern. „Bösartige politische und militärische Provokationen werden nur zu einer Flut von Atomangriffen führen, die die endgültige Zerstörung herbeiführen werden.“

Am Freitag hatte das international isolierte Land seinen fünften Atomtest unternommen und damit weltweit Kritik ausgelöst. Während die USA und Südkorea auf weitere Strafmaßnahmen dringen, warnt China vor einseitigen Schritten.

Von

rtr

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