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13.02.2013

04:43 Uhr

Nach Atomtest

Nordkorea droht mit härteren Maßnahmen

Nordkorea hält an seinem Konfrontationskurs gegen die USA fest. Nach seinem dritten Atomtest droht das kommunistische Land mit noch härteren Maßnahmen. Alles hänge vom Verhalten Washingtons ab.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un geht auf Konfrontationskurs mit den USA. dapd

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un geht auf Konfrontationskurs mit den USA.

Seoul/WashingtonEinen Tag nach dem weltweit verurteilten Atomtest hat Nordkorea erneut mit weiteren Maßnahmen gedroht. Ob „zweite und dritte härtere Maßnahmen ergriffen werden“, hänge ganz von den USA ab, hieß es am Mittwoch in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Regierung in Washington wurde erneut eine feindselige Politik unterstellt. Der dritte Atomtest am Dienstag habe der Selbstverteidigung des kommunistischen Landes gedient.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor in einem Telefongespräch mit dem scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak bekräftigt, dass Südkorea weiter unter dem „atomaren Schutzschirm“ der USA stehe. Beide Präsidenten hätten vereinbart, eng zusammenzuarbeiten, um Maßnahmen gegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme zu ergreifen und das Risiko der Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verringern, teilte das Weiße Haus in Washington am Dienstag (Ortszeit) mit. Die Zusammenarbeit schließe auch die Koordination im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein.

Der Weltsicherheitsrat hatte den Atomtest scharf verurteilt und angekündigt, sofort mit der Arbeit an einer neuen Resolution zu Nordkorea zu beginnen, die angemessene Maßnahmen beinhalten werde. Erst im Januar hatte das mächtigste UN-Gremium mit einer Resolution die bereits bestehenden Sanktionen gegen das kommunistische Land ausgeweitet. Der Rat hatte damit auf einen umstrittenen Raketenstart der Nordkoreaner im Dezember reagiert. Die Führung in Pjöngjang hatte daraufhin weitere Atom- und Raketentests angekündigt.

Mit der unterirdischen Zündung einer nuklearen Sprengladung, der dritten nach 2006 und 2009, hatte Nordkorea am Dienstag seinen Konfrontationskurs gegenüber der internationalen Gemeinschaft fortgesetzt. Es habe sich um einen „leichteren, miniaturisierten“ Sprengsatz gehandelt, hieß es. Der Test fand wie die beiden ersten Versuche auf dem Testgelände in Punggye-ri im Nordosten des Landes statt. Nach Schätzungen verschiedener Messstellen außerhalb Nordkoreas wurden durch die Explosion Erdstöße der Stärke 4,9 bis 5,2 ausgelöst.

Die USA seien von Nordkorea über den bevorstehenden Atomtest informiert worden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, in Washington. Allerdings habe Nordkorea dabei keinen spezifischen Zeitpunkt genannt.

Bei den Vereinten Nationen und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) stieß der Test auf ebenso scharfe Kritik wie bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, der Europäischen Union (EU) und der Nato. Der südkoreanische Geheimdienst NIS wollte nicht ausschließen, dass Nordkorea im Falle einer Bestrafung durch den UN-Sicherheitsrat einen weiteren Atomtest durchführen könnte.

Nordkorea hatte bereits wenige Stunden nach dem Test mit weiteren Drohungen nachgelegt. Der Test sei nur eine „erste Gegenmaßnahme“ gewesen, hatte es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang geheißen. Sollten die USA durch ihr „feindseliges Vorgehen gegen die Volksrepublik“ die Angelegenheit kompliziert machen, werde das Land keine andere Wahl haben, „zweite und dritte, stärkere Schritte in Folge zu unternehmen“.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Koboldo

13.02.2013, 07:40 Uhr

Nordkorea mit seinem pubertierenden Machthaber wird allmählich zur Bedrohung der ganzen Welt. Man darf gespannt sein, wie China auf dieses Bedrohungspotential an seiner Grenze reagiert. Meines Erachtens ist nämlich China bloßgestellt, das einen zündelnden Jungen an seiner Seite einfach weiterspielen lässt...

Ein_Sparsamer

13.02.2013, 08:50 Uhr

"Sollten die USA durch ihr „feindseliges Vorgehen gegen die Volksrepublik“ die Angelegenheit kompliziert machen, werde das Land keine andere Wahl haben, „zweite und dritte, stärkere Schritte in Folge zu unternehmen“."
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Wie wär's mit einem totalen Handelsembargo (auch keine Lebenmittel!!!)? Nichts rein, nichts raus. Steht irgendwo geschrieben, daß man nordkoreanische Ware kaufen (gibt's überhaupt was kaufenswertes aus diesem 4. Welt Land?) oder nach Nordkorea verkaufen MUSS? Na also! Vielleicht platzt dieser Giftzwerg Kim dann vor Wut, weil er seine Luxusgüter nicht mehr bekommt (die Kims leben bekanntlichermaßen wie Könige der Renaissance in ausuferndem Saus und Braus, während in manchen Jahren Hunderttausende verhungern), aber machen kann er nichts. Denn Nord-Korea hat kein RECHT darauf, daß mit ihm Handel getrieben wird!
Dieser nuklearen Erpressung mehr oder weniger der ganzen Welt muß Einhalt geboten werden, denn solchen Mini-Hitlers läßt man keinen Raum zur Entfaltung. Wohin das führt, das lehrt uns die Geschichte.
Im übrigen stellt sich wirklich die Frage, wie lange sich China noch auf der Nase rumtanzen läßt.

omegalicht

13.02.2013, 09:09 Uhr

Nordkorea wird mit diesem Lümmel, die atomare Aufrüstung Japans erreichen.
China wird damit in Bedrängnis gebracht ( Inselstreit ).
Japan muss entweder mit China - Frieden schliessen oder die Militär-Doktrin ändern.
So oder so, der Nordkoreanische Kommunismus ist eine Gefahr für den Frieden in Asien.
Diese Despoten-Familie gehört verjagt und der Klan vernichtet.
Viel Zeit bleibt wohl nicht mehr .

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