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18.03.2004

09:13 Uhr

Nach Ausschreitungen im Kosovo

Serbische Extremisten attackieren Moscheen

Serbische Extremisten haben nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Serben und Albanern im Kosovo in der Nacht zum Donnerstag Moscheen in Belgrad und Nis angegriffen. Die fast 500 Jahre alte einzige Moschee Belgrads sei niedergebrannt worden, berichteten Augenzeugen.

HB BELGRAD. Tausende Menschen demonstrierten in mehreren serbischen Städten. UN-Generalsekretär Kofi Annan verlangte ein sofortiges Ende der Gewalt. Ein derartiger Gewaltausbruch könne die Region nur destabilisieren, sagte er am Abend (MEZ) in New York.

Bei den Unruhen im Kosovo seien mindestens 15 Menschen getötet worden, hieß es inoffiziell aus dem Krankenhaus in Pristina. Offiziell lag die Zahl der Toten bei 8. Die Zahl der Verletzten betrage mehr als 200, darunter auch 16 französische und dänische Soldaten, gab die internationale Friedenstruppe KFOR bekannt. Als Auslöser der Proteste gelten der Tod zweier albanischer Kinder, die am Dienstag ertrunken waren, angeblich nachdem sie von Serben gehetzt worden sein sollen.

Der Sprecher der UN-Mission im Kosovo (UNMIK), Derek Chappell, wurde von der Nachrichtenagentur Beta in der Nacht zum Donnerstag mit den Worten zitiert, ein Kind habe seinen Eltern gesagt, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Es seien keine Serben in den Zwischenfall verwickelt. Der Junge sei mit drei Freunden in den Fluss gestiegen. Sie seien von der Strömung mitgerissen worden. Nur er habe sich ans andere Ufer retten können. Das dritte Kind wurde noch vermisst.

Selbst der orthodoxe Bischof Amfilohije Radovic konnte die aufgebrachte Menge vor der Belgrader Moschee nicht stoppen. „Dies ist eine Schande“, sagte der Belgrader Mufti Hamdija Jusufspahic im Sender BK TV. Hunderte jugendliche Randalierer hätten die beiden historischen Gebäude zerstören können, weil die Regierung zu wenig Polizei eingesetzt habe, berichteten die Medien. Tausende Serben versammelten sich auch in anderen Städten, um gegen die Ausschreitungen gegen ihre Landsleute im Kosovo zu demonstrieren.

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