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15.01.2011

08:21 Uhr

Nach Ben-Ali-Sturz

Tunesien erlebt Chaos-Nacht

In Tunesien herrscht nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali am Samstagmorgen gespannte Ruhe. Zuvor erlebte das Land trotz Ausgangsperre eine chaotische Nacht mit erneuten Unruhen auf den Straßen. Das nutzten kriminelle Banden offenbar aus. Saudi-Arabien heißt den geflohenen Präsidenten unterdessen willkommen.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in der Hauptstadt Tunis am Freitag. In der Nacht herrschten erneut chaotische Zustände in Tunesien. Reuters

Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in der Hauptstadt Tunis am Freitag. In der Nacht herrschten erneut chaotische Zustände in Tunesien.

HB TUNIS/PARIS/RIAD. Nach der Flucht des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali ins saudi-arabische Exil herrschte am Samstagmorgen gespannte Ruhe im Land. In der Nacht war es ungeachtet der nächtlichen Ausgangssperre in Tunis erneut zu Unruhen gekommen.

Kriminelle Banden hätten von dem Chaos profitiert und Geschäfte geplündert, sagte der Oppositionspolitiker Mustafa Ben Jaafar am Samstagmorgen dem Sender France Info. Mehrere Verwaltungsgebäude seien angegriffen worden.

In der Nacht hatte es zudem Berichte über einen in Flammen stehenden Bahnhof sowie brennende Supermärkte in Tunis gegeben. Auch ein Krankenhaus soll angegriffen worden sein. Wegen der nächtlichen Ausgangssperre war ein Überblick über den Schaden zunächst schwierig.

Der Sturz von Ben Ali sei letztlich nicht so überraschend gewesen, sagte der Oppositionspolitiker Ben Jaafar. "Das Regime war seit langem gefallen." Es seien viele Oppositionsbewegungen zusammengekommen, die seit langem in verschiedenen Bereichen aktiv gewesen seien. "Aber der vergangene Monat war besonders wichtig: Die Bevölkerung ist aufgewacht und hat ihre Angst verloren."

Am Freitag hatte Ben Ali nach einem knappen Vierteljahrhundert an der Macht den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt. Die Macht übertrug er Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi, der nun als Interims-Präsident regiert.

Kommentare (2)

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Nordafrika

15.01.2011, 09:48 Uhr

hut ab für das volk! dass sie 60 menschen opferten und all die gefahren in kauf nahmen. ben alis konto muss auf jedenfall eingefrohren werden. die milliarden gehören dem volk! ich befürchte aber dass jetzt kurzzeitig zu viel chaos entstehen könnte.

widerstand10

15.01.2011, 11:33 Uhr

Der Tunesische Präsident ben Ali wurde von der EU gefördert und beschützt. Keine Mahnungen der Menschenrechte an Ali Hauptsache Tunis war sicherer Stützpunkt zwischen Lybien und Algerien. Auch Touristen unterstützten Ali durch ihre Gelder obwohl man krank sein muss Urlaub da zu machen wo das Hotel von Wächtern mit Maschinenpistolen bewacht wird. Aber der Terrorist Gadaffi hat sich zum Liebling der EU gemacht und darum lässt man wohl Tunesien fallen. Hier ist doch was oberfaul.

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