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09.03.2013

00:01 Uhr

Nach Benedikt-Rücktritt

Papst-Konklave beginnt Dienstag

Am Dienstag beginnt offiziell die Wahl des neuen Papstes: Die Kardinäle haben sich sich auf der Generalkongregation auf den Termin geeinigt. Noch gibt es keinen großen Favoriten für die Nachfolge von Benedikt XVI.

Papstwahl ab Dienstag

Video: Papstwahl ab Dienstag

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Vatikan-StadtDas Konklave zur Wahl des neuen Papstes beginnt am Dienstag. Diesen Termin beschloss die Generalkongregation der Kardinäle am Freitag, wie der Vatikan mitteilte.

Der Heilige Stuhl ist seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Ende Februar nicht mehr besetzt. Der 85-jährige Papst aus Deutschland war aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Er ist nach Coelestin V. im Jahr 1294 in der Kirchengeschichte der zweite Papst, der lebend abtrat.

Abschied vom Papst: Die Übergangsregierung des Vatikan

Abschied vom Papst

Die Übergangsregierung des Vatikan

Papst Benedikt hat sich mit dem Hubschrauber in Richtung Residenz Castel Gandolfo aufmacht, nun ist die Kirche ohne Pontifex. Bis ein neues Kirchenoberhaupt gewählt ist, regiert der Camerlengo.

Inzwischen sind alle 115 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan eingetroffen. Als letzter war am Mittwoch der vietnamesische Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man in Rom angekommen. Die Kirchenfürsten unter 80 Jahren stimmen während des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle hinter verschlossenen Türen ab.

Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen erhält. Es wird solange abgestimmt, bis die Mehrheit steht, was Wochen, Tage oder Monate dauern kann. Vor dem Konklave haben die Kardinäle allerdings deutlich gemacht, dass sie eine schnelle Entscheidung anstreben, damit das neue Oberhaupt zum höchsten Feiertag der katholischen Kirche, Ostern, im Amt sein kann. Papst Benedikt war 2005 nach nur vier Wahlgängen gewählt, sein Vorgänger Johannes Paul II. nach acht Wahlgängen.

Erwartungen an den neuen Papst

Karl Lehmann

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann erwartet vom neuen Papst „eine nüchterne, aber begeisternde Vision vom Weg der Kirche in die Zukunft“. Er rechnete jedoch nicht mit einer schnellen Nachfolgeentscheidung im Konklave. „Ich bin kein Hellseher, aber so rasch wie 2005 wird es vielleicht doch nicht gehen“, sagte Lehmann der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz). Die Herkunft des künftigen Papstes war für den Mainzer Kardinal, der selbst am Konklave teilnahm, nicht vorrangig.

Robert Zollitsch

„Wir brauchen einen Papst, der die Kirche in die Zukunft führt. Der nach vorne schaut und der die Gottesfrage klar stellt“, sagte Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, im Interview des Fernsehsenders Phoenix. „Und der zugleich organisatorisch dafür sorgt, dass die Kurie wirklich der Apparat ist, der ihn in seinem Dienst voll und ganz unterstützt.“

Philippe Barbarin

Kardinal Philippe Barbarin, der Erzbischof von Lyon und Mitglied des Kardinalskollegiums sagte dem Fernsehsender Euronews: „Ich hoffe, dass sein Nachfolger ein Heiliger ist und dann, dass er intelligent ist. Er sollte beständig sein, denn er ist der Nachfolger Petri, um den das ganze Gebäude errichtet wurde. Das Bauwerk muss stehen und deshalb ist es besser einen Stein zu haben, der solide ist.”

David Berger

David Berger, katholischer Theologe Autor des romkritischen Buches „Der Heilige Schein“ sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Mit Benedikts Rücktritt geht ein Pontifikat von Pleiten, Pech und Pannen zu Ende. Er hinterlässt eine Kirche voll gigantischer Probleme, die er deutlich verschärft hat. In den letzten Jahren entwickelte sich die ehemalige Volkskirche zu einer Art fundamentalistischer Großsekte. Dem wird sich der Mann nach Benedikt entschieden entgegenstemmen müssen. An die Stelle einer konfrontativen Sicht auf Kirche und Gesellschaft, Glaube und Wissenschaft, Tradition und Moderne sollte der mutige Dialog treten. Wenn der neue Papst das wagt, wird er gegen vehementeste Widerstände der Traditionalisten zu kämpfen haben, die unter Benedikt zum Machtfaktor geworden sind.“

Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hat sich an seinem letzten Arbeitstag von allen in Rom anwesenden Kardinälen verabschiedet und seinem Nachfolger „Gehorsam“ versprochen. „Unter Euch ist auch der kommende Papst, dem ich meine bedingungslose Hochachtung und meinen Gehorsam verspreche“, sagte das scheidende Kirchenoberhaupt am Donnerstag bei dem Abschiedstreffen mit den Purpurträgern. Seinem Nachfolger will er geheime „Vatileaks“-Informationen persönlich übergeben, über deren Inhalt in den vergangenen Tagen viel spekuliert wurde. Um Erpressung, Sex- und Machtgier im Gottesstaat gehe es laut der italienische Zeitung „La Repubblica“ in dem Dossier. Benedikt will es dem neuen Papst anvertrauen, in der Hoffnung, dass dieser „stark, jung und heilig“ genug sei, um dann die notwendigen Schritte zu unternehmen.

Seit Montag bereiten rund 150 Kardinäle aus aller Welt die Papst-Wahl vor. Sie trafen sich täglich zweimal in der Synodenaula zu sogenannten Generalkongregationen, in denen sie über die Probleme der Kirche und die Erwartungen an das neue Oberhaupt berieten.

Obwohl die Beratungen vertraulich sind und von deren Inhalten nichts nach außen dringen soll, berichtete die italienische Presse täglich ausführlich darüber. Demnach stand vor allem Kritik am Apparat des Vatikans im Mittelpunkt, der durch die sogenannte Vatileaks-Affäre über die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente erschüttert worden war.

Klare Favoriten für die Nachfolge von Benedikt gibt es nicht. Im Konklave haben die Europäer eine Mehrheit. Die Kardinäle geben auch nie offen bekannt, wen sie bevorzugen. Als Bewerber gelten Peter Turkson aus Ghana, der Brasilianer Odilo Scherer, der Kanadier Marc Ouellet, der Italiener Angelo Scola und der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Von

rtr

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