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14.01.2007

13:28 Uhr

Nach Bombenanschlag

300 000 Spanier demonstrieren gegen ETA-Terror

Zwei Wochen nach dem Bombenanschlag der ETA auf den Madrider Flughafen haben etwa 300 000 Spanier gegen den Terror der baskischen Untergrundorganisation protestiert.

Demonstration gegen ETA dpa

In Spanien haben Hunderttausende gegen die ETA demonstriert.

dpa MADRID. Allein in Madrid demonstrierten nach Presseberichten vom Sonntag 175 000 Menschen gegen die ETA. In der baskischen Industriemetropole Bilbao wurden etwa 80 000 Teilnehmer gezählt, in Saragossa mehr als 40 000. Friedensmärsche gab es am Samstag auch in Pamplona, El Ferrol und anderen Städten.

Zu den Anti-ETA-Kundgebungen hatten Gewerkschaften, Parteien, Bürgerinitiativen und Immigrantenverbände aufgerufen. Bei der Explosion einer Autobombe am 30. Dezember in einem Parkhaus des Madrider Großflughafens Barajas waren zwei Ecuadorianer getötet worden. Das Parkhaus wurde völlig zerstört. Nach Ermittlungen der Polizei hatten die Terroristen bei dem Anschlag eine Mischung verschiedener Arten von Sprengstoff verwandt. Dazu gehörte auch ein - normalerweise militärisch genutztes - Mittel zur Verstärkung der Sprengwirkung.

Die Veranstalter der Anti-ETA-Kundgebungen hatten vergeblich versucht, alle demokratischen Parteien zu einer gemeinsamen Front gegen den Terror zusammenzuführen. Die konservative Volkspartei (PP) lehnte ihre Teilnahme ab. Die größte Oppositionspartei hatte verlangt, bei den Demonstrationen müsse auch die gescheiterte Verhandlungspolitik der sozialistischen Regierung mit der ETA verurteilt werden. Auch der größte Verband von Terroropfern AVT blieb den Kundgebungen fern. Dieser steht der PP nahe.

Die Madrider Regierung hielt den Konservativen vor, ihnen sei der Kampf gegen Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero wichtiger als der Kampf gegen den Terror der ETA. Die Teilnehmer der Demonstrationen riefen die Politiker zur Einheit bei der Bekämpfung des ETA-Terrors auf.

Die Demonstration in Bilbao, an der auch die autonome baskische Regierung teilnahm, stand unter dem Motto „Wir fordern von der ETA das Ende der Gewalt - Für den Frieden und den Dialog“. In Madrid lautete die Devise: „Für den Frieden, das Leben, die Freiheit und gegen den Terrorismus“.

Mit dem Attentat auf den Madrider Flughafen hatte die ETA ihre neunmonatige „Waffenruhe“ gebrochen. Die Regierung erklärte den im März 2006 eingeleiteten Friedensprozess mit der Organisation daraufhin für beendet.

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