Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2011

20:59 Uhr

Nach Bonitäts-Votum

US-Politiker stänkern gegen S&P

VonBernd Kupilas

Die mächtige Ratingagentur S&P zweifelt an Amerikas Bonität und warnt vor dem gigantischen Schuldenberg. Die US-Regierung will das Votum der Analysten jedoch nicht so stehen lassen - und reagiert verschnupft.

Kongress in Washington: Obama habe einen Weg im Kampf gegen die Staatsschulden aufgezeigt, sagt das Finanzministerium Quelle: dapd

Kongress in Washington: Obama habe einen Weg im Kampf gegen die Staatsschulden aufgezeigt, sagt das Finanzministerium

New YorkDie US-Regierung hat die Zweifel der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) an der Kreditwürdigkeit der Amerikas zurückgewiesen. Präsident Barack Obama habe einen Weg im Kampf gegen die Staatsschulden aufgezeigt, teilte das Finanzministerium mit. Republikaner und Demokraten sähen die Notwendigkeit zur Schuldenbekämpfung ein. Die US-Wirtschaft werde nach der schweren Krise stärker.

Das Finanzministerium interpretierte die Warnung von S&P zunächst als Unterstützung der Regierungsposition im Schuldenstreit - und kritisierte S&P: Die negative Einschätzung der Agentur „unterschätzt die Fähigkeit der politischen Führer Amerikas, zusammenzukommen, um die schwierigen fiskalischen Herausforderungen anzugehen, denen die Nation gegenübersteht“, sagte die Abteilungsleiterin für die Finanzmärkte, Mary Miller. „Beide politischen Parteien stimmen überein, dass es Zeit ist, das Defizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu verringern.“

Stunden zuvor war etwas bislang Undenkbares geschehen: S&P zweifelte an der Kreditwürdigkeit Amerikas – ein Schlag ins Gesicht von Präsident Barack Obama und den Streithähnen im US-Kongress.

Börse New York: Alarm von S&P verschreckt Investoren

Börse New York

Alarm von S&P verschreckt Investoren

Der negative Ausblick auf die Bonität der USA durch die Ratingagentur Standard and Poor's ist das beherrschende Thema - und hat deutliche Auswirkungen auf die amerikanischen Märkte.

Die Märkte sind seitdem im Aufruhr, Anleger fliehen vor allem aus Aktien. Der Dow Jones lag am Nachmittag US-Ostküstenzeit knapp 1,7 Prozent im Minus, der Dax fiel um 2,1 Prozent auf 7026 Punkte. Der Stoxx50 verlor 1,7 Prozent, der EuroStoxx50 sogar 2,4 Prozent. Dabei gab die S&P-Warnung den Märkten den Rest: Die Diskussionen um eine mögliche Umschuldung Griechenlands und der Wahlsieg der Euro-Skeptiker in Finnland hatte den Anlegern zuvor bereits die Laune verdorben. „Da ist heute einiges zusammengekommen“, sagte ein Händler. Derweil versucht sich Washington in Krisenmanagement.

Die Ratingagentur behielt zwar die Höchstnote bei, die USA verfügen immer noch über das wichtige AAA. Den Ausblick aber stuften die Experten herunter, von „stabil“ auf „negativ“. Geschehe nicht bald etwas, dann müsse man die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit herunterstufen, drohten die S&P-Spezialisten. Dies könnte 2013 passieren – sofern sich die Politiker im Kongress nicht vorher endlich einigen.

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.04.2011, 19:46 Uhr

Mich wundert nur, dass die Bewertung nicht negativer ausgefallen ist.

Account gelöscht!

18.04.2011, 19:51 Uhr

Die Ratingagenturen müssen da noch viel stärker warnen. In den USA gibt es einfach zuviel Luft in den Werten.

lothar

18.04.2011, 20:55 Uhr

das kommt auf euro-land auch noch zu...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×