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19.11.2014

23:39 Uhr

Nach britischer Gesetzesreform

Betreiber befürchten Aus für tausende Pubs

Das britische Unterhaus beschließt, eine 400 Jahre alte Gastronomie-Reglung abzuschaffen. Dadurch soll der Wettbewerb auf dem Biermarkt gefördert werden. Die Betreiber befürchten jedoch die Schließung tausender Pubs.

Eine 400 Jahre alte Reglung ermöglichte britischen Wirten günstigere Mieten, wenn im Gegenzug das Bier nur bei der Mutterfirma gekauft wurde. Eine Reform macht dies nun zunichte. Reuters

Eine 400 Jahre alte Reglung ermöglichte britischen Wirten günstigere Mieten, wenn im Gegenzug das Bier nur bei der Mutterfirma gekauft wurde. Eine Reform macht dies nun zunichte.

LondonTausende britische Pubs fürchten nach der Verabschiedung einer Reform zur Erhöhung des Wettbewerbs auf dem Biermarkt um ihre Existenz. Die beiden größten Pub-Betreiber, Punch Taverns und Enterprise Inns, warnten am Mittwoch, dass hunderte Kneipen von der Schließung bedroht seien, womit tausende Angestellte ihre Jobs verlieren würden.

Das britische Unterhaus hatte am Dienstagabend eine Gesetzesreform verabschiedet, die eine historische Regelung abschafft, wonach die Wirte im Gegenzug für Mietnachlässe Bier nur von der jeweiligen Mutterfirma kaufen dürfen.

Die Reform, die die 400 Jahre alte "Bierbindung" abschafft, soll den Wettbewerb auf dem Markt erhöhen und damit die Kosten für alkoholische Getränke im Zaum halten. Die "Bierbindung" gilt für rund ein Drittel der 50.000 Pubs in Großbritannien.

Die Reform ließ die Aktien der Konzerne Enterprise Inns und Punch Taverns, die insgesamt mehr als 9.500 Pubs betreiben, um fast 17 Prozent einbrechen. Die beiden Konzerne kritisierten die Reform und warnten vor schädlichen Folgen für die britischen Kneipen.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Punch Taverns verwies auf Studien der Regierung, wonach die Reform die Existenz von 700 bis 1400 Pubs bedroht und damit 3700 bis 7000 Jobs kosten könnte. Die Lobbygruppe Camra, die sich für traditionelle Biersorten einsetzt, begrüßte dagegen die Abschaffung der "Bierbindung". Wenn mehr als 13.000 Kneipenbetreiber ihr Bier auf dem freien Markt zu günstigeren Preisen kaufen könnten, werde dies helfen, ihr Überleben zu sichern und für günstige Getränkepreise zu sorgen.

Von

afp

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