Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.04.2013

10:49 Uhr

Nach Cahuzac-Affäre

Politiker in Frankreich legen Vermögen offen

Zahlreiche hochrangige Politiker Frankreichs legen ihr Vermögen offen. Die französische Regierung hatte angekündigt die Vermögen aller Minister zu veröffentlichen. Alles Folge der Affäre um den Ex-Haushaltsminister.

Frankreichs Präsident Hollande im Gespräch mit Jerome Cahuzac im Jahr 2012. Hollande kündigte an die Vermögen aller Minister offen zu legen. Reuters

Frankreichs Präsident Hollande im Gespräch mit Jerome Cahuzac im Jahr 2012. Hollande kündigte an die Vermögen aller Minister offen zu legen.

ParisNach dem Skandal um das heimliche Auslandskonto von Ex-Haushaltsminister Jérôme Cahuzac legen in Frankreich nun reihenweise hochrangige Politiker ihr Vermögen offen. Drei Minister veröffentlichten bis Montagabend ihre Einkünfte beziehungsweise Immobilien- oder Schmuckwerte, darunter die beiden Grünen-Minister Cécile Duflot und Pascal Canfin. Zuvor hatte dies bereits die beigeordnete Ministerin für Behinderte, Marie-Arlette Carlotti, getan.

Auch mehrere Parlamentarier vor allem von den Grünen folgten dem Beispiel, aber auch Ex-Premierminister François Fillon von der konservativen UMP, der dies am Montagabend im Fernsehsender France 2 tat. Die sozialistische Regierung in Paris hatte als Konsequenz aus der Cahuzac-Affäre angekündigt, dass das Vermögen sämtlicher Minister bis nächsten Montag offengelegt werde.

Das Netzwerk des François Hollande

André Vallini

Gehört ebenfalls zu denen, auf die Hollande sich verlässt. Heißer Anwärter auf den Posten des Justizministers.

Arnaud Montebourg

Beliebter Globalisierungsgegner mit Vorliebe für griffige Polemiken. Wäre fast über seine deutschlandfeindlichen Äußerungen gestolpert.

Jean-Marc Ayrault

Ruhig, professionell und seit 15 Jahren ein Vertrauter des Kandidaten. Der Deutschland-Kenner hat beste Chancen, nach der Wahl Premierminister zu werden.

Laurent Fabius

War Premier unter Francois Mitterrand und ist ein alter Gegner Hollandes. Spekuliert trotzdem auf das Außenministerium.

Manuel Valls

Kommunikationschef von Hollandes Kampagne. Extrem ehrgeizig, aber nicht immer mit dem richtigen Fingerspitzengefühl gesegnet.

Marisol Touraine

Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Könnte Arbeitsministerin werden.

Martine Aubry

Die Parteivorsitzende war eine scharfe Kritikerin Hollandes. Doch nach der Wahl würde sie gerne Premierministerin  werden .

Michel Sapin

Der Autor von Hollandes Wahlprogramm ist einer seiner ältesten Freunde. Er war bereits Finanzminister - und könnte es wieder werden.

Pierre Moscovici

War früher Europaminister - und würde es gerne wieder. Oder noch mehr.

Ségolène Royal

Die sozialistische Kandidatin von 2007 hat sich 2006 von Hollande getrennt. Ihre politische Feindschaft haben die beiden inzwischen begraben.

Stéphane Le Foll

Auch er zählt zu den engsten Getreuen. Der Bretone ist als Europa- oder Landwirtschaftsminister im Gespräch.

Valérie Trierweiler

Die Lebensgefährtin Hollandes war Journalistin - bis sie begonnen hat, im Wahlkampf auch öffentlich als Frau an seiner Seite in Erscheinung zu treten.

Delphine Batho

Hollande-Sprecherin, Expertin für innere Sicherheit und frühere Vertraute von Ségolène Royal. Abgeordnete der Nationalversammlung.

Henri de Castris

Axa-Chef, Hollande-Freund. Hat mit ihm zusammen die Eliteschule ENA absolviert.

Gérard Mestrallet

Leitet den Energie-Multi GDF Suez. Wichtiger Gesprächspartner von Hollande.

Jean-Pierre Jouyet

Der Sozialist leitet die Finanzaufsicht AMF. Eng mit Hollande befreundet und wichtiger Ratgeber für Fragen der Finanzmärkte.

Emmanuel Macron

Partner von Rothschild & Cie. Hat an Hollandes Wirtschaftsprogramm mitgewirkt und könnte eventuell mit in die Leitung des Präsidialamtes berufen werden.  

Mathieu Pigasse

Europa-Vizechef der Bank Lazard. Aktionär von Le Monde und Anhänger von Hollande.

Der Ex-Haushaltsminister hatte den Besitz eines geheimen Auslandskontos eingeräumt, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte. Durch die Cahuzac-Affäre ist Staatschef François Hollande schwer in Bedrängnis geraten, der im Wahlkampf eine „vorbildliche“ Republik versprochen hatte.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rene

09.04.2013, 13:41 Uhr

Und sobald alles offen gelegt ist, beginnt die Diskussion, ob es "gerecht" sein, dass der eine so viel hat, während die Personen, die sie gewählt haben, weniger haben. Und gleich danach wird festgestellt, dass nicht alle ganz ehrlich mit ihrer Offenlegung waren.

wadenzwicker

09.04.2013, 16:23 Uhr

Minister legen Vermögen offen? Hahaha, der Joke des Jahres! Die legen was offen, klar, aber nicht ihr Vermögen. Wie lange es wohl dauern wird bis der erste auffällt, weil er was "vergessen hat? Eine Woche? Zwei Wochen? Lassen wir uns überraschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×