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10.01.2014

06:44 Uhr

Nach Cannabis-Legalisierung in Colorado

Auch die Preise sind schon high

Im US-Bundesstaat Colorado wird Marihuana seit Jahresbeginn als legales Genussmittel verkauft. Kunden stürmen die Coffeeshops – was die Preise in die Höhe treibt. Viele wittern das große Geschäft. Auch der Fiskus.

Kiffen erlaubt: In Colorado ist der Marihuana-Verkauf jetzt frei. ap

Kiffen erlaubt: In Colorado ist der Marihuana-Verkauf jetzt frei.

DenverVor dem Laden Medicine Man Denver, der vergangene Woche mit dem Verkauf von Marihuana für den Freizeitkonsum begonnen hat, stehen die Menschen Schlange. Sie wollen erstmals ganz legal in den Genuss von Gras kommen. Einige rufen „Freedom!”, als sie mit ihren Tütchen aus dem Geschäft kommen.

Die Nachfrage ist enorm, auch die Kälte hält die Freunde der Rauschware nicht davon ab, geduldig bei klirrender Kälte vor den Ausgabestellen zu warten.

Im Medicine Man Denver laufen die Geschäfte auf Hochtouren. ap

Im Medicine Man Denver laufen die Geschäfte auf Hochtouren.

Die Cannabis-Verkäufer wiederum haben schnell auf das enorme Interesse reagiert und an der Preisschraube gedreht. Kurz nach der offiziellen Legalisierung zum Jahreswechsel ist der Preis im freien Verkauf jedenfalls deutlich höher ist als derjenige für den medizinischen Gebrauch. Ein Achtel Unze (etwa 3,5 Gramm) Marihuana als Genussmittel kostete im Medicine Man Denver 45 Dollar, während sich dieselbe Menge als Therapiemittel auf 25 Dollar belief.

„Alle waren Feuer und Flamme, Teil der Geschichte zu sein und ihren ersten legalen Marihuana-Kauf zu tätigen”, sagt Brooke Gehring, Besitzerin des Ladens Bud Med, in Edgewater, einem Vorort von Denver. Für medizinisches Marihuana verlangt Gehring 25 Dollar und im Freiverkauf 55 Dollar. Das sei „weitgehend mit den Preisen auf dem Schwarzmarkt vergleichbar”.

Die Menschen zahlten „was immer der Preis ist”, sagt Andy Williams, President und Chief Executive Officer. „Die Möglichkeit, qualitativ hochwertiges Marihuana sicher und verlässlich in einem witzigen und aufregenden Umfeld zu kaufen, ist bestimmt besser, als in eine Seitengasse zu gehen und zu sagen: 'Hey Kumpel, haste mal 'n Tütchen?'.”

Positiv erlebte Wirkungen beim Kiffen

Fühlen

Häufig ist der Rausch von euphorischen Gefühlen gekennzeichnet („high“) bei gleichzeitiger emotionaler Gelassenheit.

Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Denken

Übliche Denkmuster treten in den Hintergrund. Neuartige Ideen und Einsichten, verbunden mit starken Gedankensprüngen, prägen das Denken unter Cannabiseinfluss.

Gedächtnis

Das Kurzzeitgedächtnis wird gestört. Was vor fünf Minuten geschehen ist, gerät bereits in Vergessenheit. In Gemeinschaft Gleichgesinnter wird dies oft als amüsant erlebt.

Wahrnehmung

Subjektiv wird die Wahrnehmung intensiviert, sonst Nebensächliches wird deutlicher wahrgenommen. Wegen der Störung des Kurzzeitgedächtnisses scheint die Zeit langsamer zu verstreichen.

Kommunikation

Das Gemeinschaftserleben unter Freunden wird intensiviert, oft verbunden mit Albernheit. Konsumenten haben das Gefühl, sich besser in den anderen hineinversetzen zu können.

Körpererleben

Einerseits schlägt das Herz schneller, andererseits erleben Konsumenten eine wohlige Entspannung. Ein Gefühl der Leichtigkeit bei gleichzeitig verlangsamten Bewegungen macht sich breit.

Colorado ist der erste Bundesstaat in den USA, in dem Marihuana frei verkauft werden darf. Einwohner des Bundesstaates, die 21 Jahre oder älter sind, dürfen bis zu eine Unze (etwa 28 Gramm) Marihuana erwerben, während Besucher von Außerhalb nur eine Viertel Unze erstehen dürfen. Der Konsum in der Öffentlichkeit bleibt jedoch verboten, auch in den Läden.

Die Einwohner Colorados hatten der Legalisierung im November 2012 in einem Wahlgang zugestimmt und sich damit gegen das US-Bundesgesetz gewendet, das Marihuana als illegale Substanz einstuft. Ein ähnlicher Vorstoß wurde im Staat Washington gebilligt; dort werden die ersten Shops im Jahresverlauf öffnen.

Kommentare (27)

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mono

10.01.2014, 08:13 Uhr

Ich würde das Zeug nicht anrühren, aber die Freigabe ist der einzig richtige Schritt. Prohibition ist Schwachsinn und funktioniert sowieso nicht, schon Adam hat den Apfel gegessen.

Kein_Konsument

10.01.2014, 08:16 Uhr

Diese irre Welt, voller Gewalt und Armut, faschistoid dazu kann man nur noch mit Cannabis aushalten. An Deutschlands Gymnasien wird jede Menge konsumiert! Bei mir besonders am evangelischen. Und selbst die Manager nehmen nicht nur Canabis. Die Drogen sind ein gutes Geschäft wo Politiker, Anwälte/Staatsanwälte bestens mit involviert sind. Und Schmerzen kann man mit Cannabis besser und risikofreier bekämpfen. Das wird in der BRD nur wegen der Pharmaindustrie und den damit verbunden Profitverlust verboten!

Bill_Clinton

10.01.2014, 08:19 Uhr

Kiffen macht gleichgültig.

Ist mir doch egal !

Einige Angaben im Artikel fehlen:

1. Es gibt keinen einzigen medizinisch belegten Fall das ein Überkonsum den Tod zur Folge hatte.

2. Cannabis enthemmt nicht, dadurch wird das Urteilsvermögen weit weniger getrübt als durch Alkoholkonsum.

3. Cannabis verursacht keinen Filmriss, diese Angabe im Artikel ist falsch.

4. Cannabis Konsum fördert nicht die Aggressivität und Gewaltbereitschaft.

5. Cannabis verursacht keine Vergiftungserscheinungen "Kater" nach dem Konsum.

6. Cannabis schädigt nicht die Organe Leber und Hirn.

7. Cannabis macht nicht körperlich Abhängig. Natürlich macht es seelisch anhängig wie alles Angenehme.

Cannabis wurde bis nach dem Krieg in Deutschland als Knaster geraucht. Nüchtern betrachtet müsste Alkohol verboten sein und Cannabis nicht.

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