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19.12.2016

07:29 Uhr

Nach dem Brexit-Votum

Wie der EU-Austritt die Polen erschüttert

Viele Polen fühlen sich in Großbritannien fast wie zu Hause. Doch der geplante Brexit könnte sie um Lohn und Brot bringen. Das könnte fatale Auswirkungen auf die britische Wirtschaft haben.

Mehr als 850.000 Polen leben Schätzungen zufolge zurzeit in Großbritannien; damit sind sie die größte Gruppe der EU-Ausländer. dpa

Big Ben in London

Mehr als 850.000 Polen leben Schätzungen zufolge zurzeit in Großbritannien; damit sind sie die größte Gruppe der EU-Ausländer.

LondonZimmermädchen, Erntehelfer, Busfahrer - viele schlecht bezahlte Jobs in Großbritannien werden von Polen erledigt. Als Arbeitskräfte lange heiß begehrt, haben viele Osteuropäer ein halbes Jahr nach dem Brexit-Votum nun Existenzängste. Sie sei unsicher, wie es weitergehe, sagt etwa eine junge Kellnerin, die seit drei Jahren in London lebt. Fremdenfeindliche Angriffe fachen die Ängste noch an.

Nach dem EU-Beitritt ihres Landes 2004 wanderten zahlreiche Polen aus. Besonders begehrt war - neben Schweden und Irland - Großbritannien. Denn diese Länder öffneten als erste den Arbeitsmarkt für Neuankömmlinge aus dem Osten - im Gegensatz zu Deutschland, das erst Jahre später die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit zuließ. Viele Polen sparten ihr Geld und kehrten irgendwann wieder in ihre Heimat zurück. Andere blieben und holten ihre Familien nach, etliche machten sich sogar selbstständig.

Mehr als 850.000 Polen leben Schätzungen zufolge zurzeit in Großbritannien; damit sind sie die größte Gruppe der EU-Ausländer. Brexit-Befürworter fürchten Risiken durch eine unkontrollierte Einwanderung. Sie werfen den Fremden die wachsende Wohnungsnot, das überlastete Gesundheitssystem und Mangel an Arbeitsplätzen vor. Brexit-Gegner fürchten dagegen erhebliche Folgen für die Wirtschaft bei einem Austritt aus der EU, etwa in Hotels und Restaurants.

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„Die Konsequenzen könnten fatal sein“, warnt Ufi Ibrahim von der British Hospitality Association. Etwa 15 Prozent der Angestellten, die in Hotels und im sonstigen Tourismusbereich arbeiten, kommen nach ihren Angaben aus einem anderen EU-Land. Diese 700.000 Arbeitskräfte seien nicht einfach so durch Briten zu ersetzen, wiederholt die Expertin des Fachverbandes gebetsmühlenartig in Interviews. Steigende Löhne und ein schwächelndes Pfund könnten der Wirtschaft schaden.

Die Bauindustrie fürchtet um ihre Maurer, und Altersheime bangen um ihre Pfleger, falls billigen Arbeitskräften vor allem aus Osteuropa der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt werden sollte. Die Diskussion über den Brexit habe schon erste Erntehelfer aus dem Ausland abgeschreckt, berichten Landwirte. „Briten übernehmen solche Arbeiten nicht, weil es sich um Saison-Arbeit in ländlichen Regionen handelt, die nur schwer zu erreichen sind. Du arbeitest bei jedem Wetter (...), und Saison-Arbeit bedeutet, dass du von Farm zu Farm ziehen musst“, sagte Ali Capper vom Nationalen Verband der Landwirte (National Farmers' Union) unlängst der Zeitung „The Guardian“. Capper baut Äpfel und Hopfen an.

Kommentare (10)

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Herr Tom Schmidt

19.12.2016, 08:14 Uhr

Guten Morgen,

auf gehts in die letzte Kommentarwoche dieses Jahr! :-)

Ich habe noch irgendetwas im Ohr von wegen Fachkräftemangel in Deutschland.... Dann darf ich die Situation mal so zusammenfassen: da sind fast eine Million Menschen, die wirklich arbeiten, das was sie machen auch können, lesen und schreiben können und einen neuen Job suchen. (Ausserdem können die von hier aus zum Wochenende auch einfach nach Hause fahren...). Ansonsten sind es EU Bürger und keine Muslime, die braucht man nicht mal integrieren, das machen die selbst...

Komisch, warum bricht da keine Euphorie aus? Weil diese Leute nicht die Sozialindustrie füttern?

Account gelöscht!

19.12.2016, 09:39 Uhr

Weil in der armen Stadt die für Schwulen, Lesben, Transen &! sonstige Verwandte sprichwörtlich auch sexy ist und ganz offensichtlich nun McKinsey die Politik für 3000 Euro pro Tag und Mitarbeiter unterstützt, soll es nun gerichtet werden und der Steuerzahler darf auch dies zahlen, weil die Politiker scheinbar unfähig sind.

Nur für was bekommen diese Spitzenpolitiker ihr monatliches 5-stelliges Salär, auch vom Steuerzahler überwiesen?

Dass ein aufgeblähter Senat von Rot-Rot-Grün in Berlin arm aber sexy bleiben wird, ist für mich eine Logik, wie das Ergebnis von 1+1. Dazu braucht man keine MK.

Mit dem Ergebnis von McKinsey darf man gespannt sein, was die Bundesregierung konkret nicht kann und für 21 Mio. Euro von einigen Consultants in Massanzügen machen lässt.

Wenn es um die Fragen der Flüchtlingszuwanderung und Migration gehen sollte, so kann man immer mehr zum Ergebnis des Staatsversagens kommen.

Man kann es als Bürger täglich nicht nur im Fernseher sehen, sondern es können auch täglich immer mehr Opfer und Geschädigte regelrecht spüren.

Man(n) sollte einfach mal die Siicherheitsbehörden konkret fragen, deren erhebliche Verstärkung im Raume steht.

Und dann die Politik, dass Deutschland eines der sichersten Länder sein soll. Klingt nicht - wie so oft-- glaubwürdig.






Account gelöscht!

19.12.2016, 09:51 Uhr

Ich esse zum Frühstück heute einen Amerikaner.

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