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21.04.2015

12:06 Uhr

Nach dem Ende der Sanktionen

Der Iran will mehr Öl exportieren

Der Iran will seine Öl-Exporte nach Aufhebung der westlichen Sanktionen um eine Million Barrel am Tag erhöhen. Dafür hat das Land bei der Opec Unterstützung gefordert. Experten rechnen nicht mit einer raschen Umsetzung.

Experten gehen davon aus, dass der Iran seine Ölförderanlagen in den vergangenen Jahren zu wenig gewartet hat. dpa

Ölanlage im Iran

Experten gehen davon aus, dass der Iran seine Ölförderanlagen in den vergangenen Jahren zu wenig gewartet hat.

AnkaraDer Iran hat von der Opec Unterstützung bei seiner geplanten Ausweitung der Öl-Produktion nach einer Aufhebung von westlichen Sanktionen gefordert.

Von den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) werde erwartet, den Weg dafür zu ebnen, sagte der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh am Dienstag der Nachrichtenagentur Irna. Der Iran will seine Öl-Exporte um eine Million Barrel am Tag erhöhen, wenn eine Einigung im Atomstreit erzielt wurde und die Strafmaßnahmen beendet wurden.

Bislang hat allerdings kein Opec-Land die Bereitschaft signalisiert, die eigene Öl-Produktion dafür zurückzufahren.

Die Kernpunkte der Genfer Iran-Vereinbarung

Uran-Vorrat

Der Iran verpflichtet sich, den gesamten Vorrat des auf bis zu 20 Prozent angereicherten Urans - genannt wurden 196 Kilogramm - unter eine Schwelle von fünf Prozent abzuschwächen oder so zu verändern, dass er nicht mehr angereichert werden kann.

Schwerwasserreaktor

Der Schwerwasserreaktor Arak, in dem als Nebenprodukt Plutonium anfallen könnte, darf nicht in Betrieb genommen werden.

Zentrifugen

Der Iran darf keine weiteren, neuen Zentrifugen produzieren.

Urananreicherung

Der Iran soll die Urananreicherung in den Anlagen Natans und Fordo limitieren.

Öl-Einnahmen

Im Gegenzug erhält das Land eingefrorene Öl-Einnahmen in Höhe von ungefähr drei Milliarden Euro, die schrittweise freigegeben werden.

Banksanktionen

Teile der Banksanktionen für Einfuhr, insbesondere von Medikamenten und Nahrungsmitteln, werden aufgehoben.

Versicherungen

Sanktionen bezüglich Versicherungen für die Wirtschaft, auch von Öltankern, werden aufgehoben.

Handel und Import

Der Iran kann wieder Ersatzteile für Flugzeuge kaufen, mit Gold handeln sowie Kraftfahrzeuge und Ersatzteile importieren.

Petrochemische Industrie

Sanktion in der petrochemischen Industrie werden aufgehoben.

Die Strafmaßnahmen der Europäischen Union und der USA haben die Ölexporte des Irans seit 2012 auf rund eine Million Barrel pro Tag mehr als halbiert. Der einst zweitgrößte Öl-Exporteur der Opec nach Saudi-Arabien braucht dem zukünftigen Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge nach einem Atom-Abkommen aber bis zu fünf Jahre, um die Produktion wieder deutlich zu steigern.

Grund dafür sei die mangelhafte Wartung der Ölanlagen wegen der Sanktionen.

Die Atomgespräche mit dem Iran laufen seit Jahren. Seit Anfang April stehen die Eckpunkte einer Einigung der islamischen Republik mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland. Viele Einzelheiten sind noch offen. Sie sollen bis Ende Juni geklärt werden.

Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich nach Atomwaffen strebt. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Von

rtr

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