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23.06.2015

10:41 Uhr

Nach dem Massaker von Charleston

Obama hält Grabrede für ermordeten Pastor

„Wir alle sind eine Familie“, sagt US-Präsident Barack Obama in einer Rede. Nach dem Anschlag von Charleston ruft er eindringlich zur Einheit auf. Er will die Grabrede für den ermordeten Pastor Clementa Hinckney halten.

US-Präsident Barack Obama bei einer Ansprache nach dem Anschlag auf eine Kirche in Charleston. dpa

Barack Obama

US-Präsident Barack Obama bei einer Ansprache nach dem Anschlag auf eine Kirche in Charleston.

WashingtonNach dem Massaker in einer Kirche in Charleston hat US-Präsident Barack Obama seine Landsleute eindringlich zur Einheit aufgerufen. Niemand dürfe wegen seiner Abstammung, seines Aussehens, seiner Sexualität oder Religion zur Zielscheibe anderer werden, sagte er am Montag im Weißen Haus bei einer Veranstaltung vor 40 Vertretern des diplomatischen Korps und Kongressabgeordneten beim alljährlichen Abendessen zum Ramadan. „Wir stehen zusammen gegen diese abscheulichen Taten.“

Er fügte hinzu: „Wir bestätigen, was auch immer unser Glaube ist, wir alle sind eine Familie.“ Das Weiße Haus kündigte an, Obama werde am Freitag zu einer Trauerfeier für die Opfer des Massakers in einer Kirche in Charleston nach South Carolina reisen. Obama werde die Grabrede für Pastor Clementa Pinckney halten, der bei dem Massaker in seiner Kirche mit acht weiteren Personen von einem jungen Weißen erschossen worden war. Obama und seine Frau Michelle kannten Pinckney persönlich. Er war auch ein Unterstützer des Präsidentschaftswahlkampfs von Obama 2008 und Senator in South Carolina.

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Für das Verbrechen verantwortlich gemacht wird der 21-jährige Dylann R., der am Donnerstag festgenommen wurde. Ihm werden neunfacher Mord sowie Waffenbesitz zur Last gelegt, erste Ermittlungen deuten auf rassistische Motive des jungen Mannes hin.

Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, änderte unterdessen im Streit über die Südstaaten-Flagge ihre Meinung und sprach sich am Montag dafür aus, sie vom Parlamentsgelände zu entfernen. Das öffentliche Zeigen der Flagge der früheren Armee der Südstaaten der USA war nach dem Massaker wieder stärker in die Kritik geraten. Der junge Weiße, der neun schwarze Kirchenbesucher erschossen hat, soll in der Flagge der Konföderierten ein Symbol für die von ihm propagierte Überlegenheit der Weißen gesehen haben. Die Konföderierten hatten im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei gekämpft.

Haleys Ankündigung, die Flagge nun auch vor dem Parlament einholen zu lassen, wurde von Republikanern und Demokraten begrüßt. Haley nannte die Flagge ein „tief beleidigendes Symbol einer brutalen Unterdrückung“. Die Flagge wurde vor 15 Jahren schon nach Protesten vom Dach des Parlaments eingeholt. Bis sie auch vor dem Gebäude verschwunden ist, kann es noch einige Monate dauern.

Der Kaufhauskonzern Wal-Mart gab am Montag bekannt, dass er sämtliche Artikel, auf denen die Konföderierten-Flagge abgebildet ist, aus dem Sortiment nimmt. Niemand solle durch Produkte des Unternehmens beleidigt werden, erklärte ein Sprecher.

Von

ap

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