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14.06.2016

06:52 Uhr

Nach dem Orlando-Attentat

„Manchmal ging er in die Ecke und saß und trank da alleine“

Omar Mateen, Sohn afghanischer Einwanderer, wurde offenbar durch extremistische Botschaften im Internet zum Massaker in einem Schwulenclub in Orlando getrieben. Die Bar soll er vor dem Massaker mehrmals aufgesucht haben.

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OrlandoDer Massenmörder von Orlando handelte nach Einschätzung der US-Regierung allein. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Omar Mateen Anweisungen von anderen erhalten habe oder dass er Teil eines größeren Netzwerks gewesen sei, sagte Präsident Barack Obama am Montag. Vermutlich hätten ihn extremistische Botschaften im Internet dazu gebracht, in einem Schwulenclub 49 Menschen zu erschießen. In der Bar wurde er Medienberichten zufolge vor dem Massaker mehrmals gesichtet.

Es scheine Parallelen zu den Angreifern von San Bernardino im vergangenen Jahr zu geben, die nach Ansicht der Ermittler ebenfalls alleine gehandelt hatten, aber zumindest teilweise von der Terrormiliz Islamischer Staat inspiriert waren, sagte Obama. Nach einem Briefing durch FBI-Direktor James Comey und Heimatschutzminister Jeh Johnson betonte der US-Präsident aber, dass die Ermittlungen noch im Anfangsstadium seien.

Mateen habe in der Mordnacht aus dem Club dreimal mit der Polizei telefoniert und im letzten Gespräch seine Gefolgschaft für IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi erklärt, sagte Comey. „Es sieht so aus, als hätte er sich im letzten Moment zu ISIL (zum IS) bekannt“, erklärte Obama.

Überhaupt schien Mateens über ein bruchstückhaftes Verständnis verschiedener islamistische Gruppen zu verfügen: In seinen drei Telefonaten mit der Notrufzentrale berief er sich nicht nur auf den IS, sondern zeigte sich mit einem Selbstmordattentäter der syrischen Rebellengruppe Nusra-Front solidarisch, wie Comy mitteilte. Noch vor einigen Jahren habe Mateen auch mit Verbindungen zur Hisbollah geprahlt. Sowohl letztere Gruppe als die Nusra-Front sind mit dem IS verfeindet.

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