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29.11.2016

16:46 Uhr

Nach dem Tod des Königs

Militärregierung leitet Thronfolge in Thailand ein

„Lang lebe der König!“, rief das Militär. Eigentlich hätte Kronprinz Vajiralongkorn am Todestag seines Vaters in Thailand König werden sollen. Doch wollte er erst in Ruhe trauern. Nun ist es so weit – zumindest fast.

Der 64-Jährige wird König Rama X, sobald er die Einladung von dem Präsidenten des Parlaments annimmt. Reuters

Maha Vajiralongkorn

Der 64-Jährige wird König Rama X, sobald er die Einladung von dem Präsidenten des Parlaments annimmt.

BangkokThailands Militärregierung hat gut sechs Wochen nach dem Tod von Bhumibol Adulyadej die Thronfolge eingeleitet. Der Präsident der als Parlament fungierenden gesetzgebenden Versammlung lud Maha Vajiralongkorn in einer live im Fernsehen übertragenen Sitzung am Dienstag formell ein, den Thron zu besteigen. Die 250 vom Militär ernannten Mitglieder riefen: „Lang lebe der König!“

Der 64-Jährige wird König Rama X, sobald er die Einladung annimmt. Das gilt als Formalität, weil er den Thron nach dem Tod seines Vaters am 13. Oktober bereits akzeptierte, wie die Regierung seinerzeit sagte. Wann die Annahme stattfindet, war unklar. Weder Palast noch Regierung haben sich zu dem Prozedere geäußert. Alles, was die Monarchie betrifft, ist ein hochpolitisches Tabuthema.

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Thailand hatte nach dem Tod von König Bhumibol sofort mit seinen Sohn als Nachfolger gerechnet. Doch der Kronprinz will noch nicht antreten. Bis es soweit ist, führt ein Regent die Staatsgeschicke.

Unklar war, ob Vajiralongkorn überhaupt in Thailand war. Er hatte aber nach Angaben der Militärregierung bereits bestätigt, dass er die Thronfolge annimmt. Vajiralongkorn war nach dem Tod seines Vaters und den ersten Trauerriten in Bangkok nach Deutschland geflogen. Er verbringt viel Zeit in Bayern, weil sein jüngster Sohn (elf) dort zur Schule geht. Von der Mutter des Prinzen ist er geschieden. Es war seine dritte Ehe. Die feierliche Krönung findet frühestens nach dem Ende der einjährigen Trauerphase statt.

Bhumibol war der neunte König der Chakri-Dynastie und formal König Rama IX. Er war nach mehr als 70 Jahren Regentschaft im Alter von 88 Jahren gestorben. Eigentlich hätte der neue König gleichentags proklamiert werden sollen. Vajiralongkorn ließ über Putschführer und Regierungschef Prayut Chan-o-cha aber überraschend ausrichten, er wolle erst trauern. Seit dem Tod des Königs fungierte der Vorsitzende des Kronrats, Prem Tinsulanonda (96) als Regent.

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Wer in Thailand nicht gebührend um den Tod des Königs trauert, kann von wütenden Menschen angegriffen werden oder muss sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Das Gedenken an Bhumipol nimmt bizarre Formen an.

Der einzige Sohn des Königs hat eine lange Militärkarriere hinter sich und steht im Rang eines Admirals und Generalobersten. Er ist ausgebildeter Pilot und fliegt seine Boeing 737 meistens selbst.

Thailand hat zwar eine konstitutionelle Monarchie, doch spielt das Königshaus eine wichtige politische Rolle. Die Regierung konsultiert den Monarchen und den Kronrat und richtet sich stets nach deren Wünschen. Über die Königsfamilie wird nur öffentlich berichtet, was der Palast sanktioniert. Meinungsäußerungen, die darüber hinausgehen, verbietet ein strenges Gesetz gegen Majestätsbeleidigung.

So gab der Hof am Dienstag bekannt, dass Vajiralongkorns Mutter, Königin Sirikit, nach einer Krankenhausbehandlung wegen Lungenentzündung in den Königspalast in Bangkok zurückgekehrt sei. Ihre Lunge sei den Untersuchungen zufolge fast vollständig genesen. Die 84-Jährige hatte nach einem Schlaganfall einen Großteil der vergangenen Jahre im Krankenhaus verbracht und zurückgezogen gelebt. Zuletzt wurde sie am 14. Oktober öffentlich gesehen, als sie in einem Wagen die Trauerprozession für ihren verstorbenen Mann begleitete.

Bhumibol war eine einende Kraft in dem politisch tief gespaltenen Land und wurde tief verehrt. Beliebtheitsumfragen über andere Mitglieder der Königsfamilie sind wegen des Gesetzes undenkbar.

Von

dpa

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