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05.10.2012

06:52 Uhr

Nach dem TV-Duell

Obama greift wieder an

Das TV-Duell war für US-Präsident Obama ein Flop. Mit neuer Kraft stürzt er sich jetzt in den Wahlkampf und wirft seinem Konkurrenten Mitt Romney vor, nicht die Wahrheit zu sagen. Zieht das beim Wähler?

Live aus Denver

Erstes TV-Duell der Kandidaten

Live aus Denver: Erstes TV-Duell der Kandidaten

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WashingtonNach dem schwachen Abschneiden bei der TV-Debatte im US-Wahlkampf zieht Präsident Barack Obama alle Register. Im Kern wirft er seinem Herausforderer Mitt Romney vor, die Wahrheit über seine Steuerpläne zu verheimlichen und die Wähler zu täuschen. Ein neuer TV-Spot versucht massiv, die Glaubwürdigkeit Romneys zu untergraben. Romney schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Zudem konnte er sich freuen: Er erhielt die Zustimmung der mächtigen Waffenlobby.

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus griff Obama einen Tag nach dem Rededuell an. „Ich traf diesen sehr schneidigen Typen, der behauptet Mitt Romney zu sein“, rief er Anhängern bei einer Wahlveranstaltung am Donnerstag (Ortszeit) zu. „Aber das konnte nicht Romney sein. Denn der echte Mitt Romney läuft seit einem Jahr im Land auf und ab und verspricht fünf Billionen Steuersenkungen, die die Reichen bevorzugen.“ Ätzend fuhr Obama fort: „Und der Typ, der gestern Abend auf der Bühne war, sagte, er wüsste davon nichts.“ Kaum verhüllt bezichtigt Obama seinem Gegner der Lüge.

US-Kommentatoren fragen sich allerdings, warum Obama den Vorwurf nicht bereits während des Rededuells in Denver (Colorado) angebracht habe. „Einen Tag zu spät“, meinte ein Kommentator im TV-Sender NBC. „Obama versucht, sein Gleichgewicht wiederzugewinnen“, schreibt die „New York Times“. „Die knallharte Attacke auf Romney lässt erahnen, wie groß die Sorge im Wahlkampflager Obamas ist.“

Knallhart ist auch der Vorwurf in einem neuen TV-Spot gegen Romney. „Wenn wir ihm nicht einmal hier trauen können“, heißt es darin mit einem Ausblick auf die Debatten-Bühne. „Wie können wir ihm jemals hier trauen?“, fragt eine sonore Stimme aus dem Off - während das Oval Office im Weißen Haus zu sehen ist.

Schon heißt es im engeren Umkreis Obamas, der Präsident müsse sich jetzt auf die neuen Lage umstellen. „Wir müssen uns auf diese Unehrlichkeit einstellen“, meinte Wahlkampfberater David Plouffe.

Kern des Streits sind die von Romney geplanten Steuererleichterungen. Obama warf Romney in der Debatte vor, er wolle fünf Billionen Steuern streichen und dabei auch die Abgaben von Reichen und Superreichen senken - beides bestritt Romney mehrfach energisch. Beides seien unwahre Behauptungen, meinte Romney.

Romney hielt sich mit einer Reaktion auf die Anschuldigen Obamas zunächst zurück. Stattdessen teilte er mit, dass sich die mächtige und erzkonservative Waffenlobby National Rifle Association (NRA) im Präsidentenwahlkampf hinter ihn stelle. „Ich bin stolz über ihre Unterstützung für meine Kandidatur“, meinte Romney.

„Ich werde alles in meiner Kraft tun, das Recht aller gesetzestreuen Amerikaner, Waffen zu besitzen und zu tragen, zu verteidigen und zu schützen“, meinte Romney weiter. Romney wies darauf hin, dass das oberste US-Gericht im vergangenen Jahr das Recht auf Waffentragen ausdrücklich bestätigt hatte.

Von

dpa

Kommentare (3)

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JamesTKirk

05.10.2012, 09:07 Uhr

Romney ist der Januskopf der amerikanischen Politik.

Um gewählt zu werden, wird er weiterhin beide Gesichter einsetzen und in der Debatte hat er eben sein Unschuldsgesicht gezeigt. Dass er sich dafür verbiegen, seinen wahren Charakter berbergen und lügen musste, ist aus seiner Sicht normal und gehört zur Politik.

Von ihm zu verlangen, sich auch nur einmal in einem Thema festzulegen, entspräche von ihm sich für ein Gesicht zu entscheiden, und das andere dauerhaft operativ entfernen zu lassen. Die Misere des Janus liegt aber genau darin, dass er eben diese Entscheidung nicht treffen kann und will.

Romney wird weiterhin seine beiden Charaktere pflegen, und sich damit für das Amt als Präsident disqualifizieren. Und nach acht Jahren Bush Jr. ist das gut so.

Account gelöscht!

05.10.2012, 09:20 Uhr

"„Aber das konnte nicht Romney sein. Denn der echte Mitt Romney läuft seit einem Jahr im Land auf und ab und verspricht fünf Billionen Steuersenkungen, die die Reichen bevorzugen.“"

Es war ja auch nicht der echte Obama. Der sitzt ja in Guantánamo, welches er sofort nach seinem Amtseintritt schliessen wollte. Und dies ist nur ein Problem mit den grossen Spruechen des Herrn Obama ;-)

Account gelöscht!

05.10.2012, 09:44 Uhr

Obama hat versucht all das umzusetzen was er den Wählern im Vorfeld seiner Wahl versprochen hatte. Das konnte und kann der Bürger bestätigen. Romney dagegen macht nur Versprechungen und wie er der Welt seinen wahren Charakter dargeboten hat läßt darauf schließen....man kann diesem Mann nicht vertrauen. Vertrauen kann man aber Obama, er hat den Kampf aufgenommen seine angekündigten Ziele umzusetzen, auch wenn es ihm nicht überall geglückt ist. Er ist ein Mann des Volkes, des gesamten Volkes. Er versucht auch denen zu helfen im Land, welche ansonsten keine Hilfe zu erwarten haben.

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