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24.02.2014

10:55 Uhr

Nach dem Umsturz

Ukraine in Geldnot

Mit einem Machtwechsel allein lassen sich die Probleme in der Ukraine nicht lösen. Denn der Staat ist nahezu bankrott: 35 Milliarden US-Dollar fehlen. Die Ukraine sucht nach Kapitalgebern – eine Idee gibt es bereits.

Ein Plakat von Timoschenko bei einer Kundgebung in Kiew:  Die Ukraine braucht dringend frisches Kapital. dpa

Ein Plakat von Timoschenko bei einer Kundgebung in Kiew: Die Ukraine braucht dringend frisches Kapital.

KiewDie nahezu bankrotte Ukraine benötigt nach eigenen Angaben nach dem Machtwechsel in Kiew gewaltige Finanzhilfen von 35 Milliarden US-Dollar (25,5 Milliarden Euro). Die Ex-Sowjetrepublik habe eine internationale Geberkonferenz mit der EU, den USA und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagen, sagte der kommissarische Finanzminister Juri Kolobow am Montag in Kiew örtlichen Medien zufolge.

„Wir haben unseren internationalen Partnern vorgeschlagen, uns innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen Kredite zu gewähren.“ Russland hat angekündigte Hilfszahlungen in Milliardenhöhe angesichts der revolutionären Umbrüche im Nachbarland zunächst auf Eis gelegt.

Bereits Ende 2013 wurde die Lage so bedrohlich, dass die Regierung praktisch handlungsunfähig war. Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit stiegen auf rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) - auch wegen der Weltfinanzkrise, die die Ukraine besonders hart traf.

Die Gesamtverschuldung kletterte Ende 2013 laut Schätzungen auf 41 Prozent des BIP. 2007 hatte der Wert noch bei 12,3 Prozent gelegen. Nur mit Finanzhilfen aus dem Ausland konnte die Regierung den Staatsbankrott verhindern. Das berichtet die Deutsche Beratergruppe Ukraine, die das Land im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützen soll.

Russland sagte im Dezember 2013 Hilfe im Wert von 18 Milliarden US-Dollar zu, das entspricht rund zehn Prozent des BIP: 15 Milliarden gab Moskau in Form kurzfristiger Kredite, drei Milliarden als Rabatt auf den Preis für russisches Gas. Kritiker bemängelten, dass diese kurzfristigen Hilfen langfristig die Probleme eher verschärften. Zudem begebe sich das Land in noch größere Abhängigkeit von Moskau.

Als die Regierung in Kiew auf Druck der Opposition zurücktrat, stoppte Russland Ende Januar seine Hilfen. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's senkte danach die Kreditwürdigkeit der Ukraine auf „CCC+“ und am 20. Februar weiter auf „CCC“. Die jetzige Bewertung ist nur wenige Schritte von der Note „D“ entfernt. Sie wird vergeben, falls Länder ihren aus der Kreditaufnahme resultierenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Unsicher

24.02.2014, 11:15 Uhr

Andere Quellen berichten: Russland hat die angekündigten 2 Milliarden bereits bezahlt. Wer lügt nun?

Sascha

24.02.2014, 11:17 Uhr

Hätte doch klar sein müssen, dass Russland keine Zahlungen mehr leistet. Jetzt ist die Europäische Union
besonders Deutschland in der Pflicht !

Xoxol

24.02.2014, 11:21 Uhr

Zitat : Die Gesamtverschuldung kletterte Ende 2013 laut Schätzungen auf 41 Prozent des BIP.

- das ist ja ein "MUSTERKNABE" für den Beitritt zur EU ! Wenn die Ukraine nur 41 % Verschuldung hat ( die Maastrichtkriterien sehen sogar 60 % vor, die meisten EU-Länder liegen WEIT darüber ), so müßte die EU mit Handkuß nach der Ukraine schreien...........?

In der Ukraine wird wohl eher demnächst eine Hungersnot ausbrechen !

Wenn die Russen denen den Gashahn zudrehen, ihren Genmais und die damit gefutterten Tiere als Fleischware nicht mehr abnehmen, bleibt den Ukrainern nur noch ihr klassischer SPECK als Nahrungsmittel !

Mit Selbstgebrannten läßt es sich auch mit Speck eine Weile aushalten......!

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