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18.03.2012

11:19 Uhr

Nach Demonstration

Polizei nimmt Dutzende Occupy-Aktivisten fest

In der Nacht hat die Polizei eine Demonstration der Bewegung „Occupy“ in New York aufgelöst. Unterdessen erfährt die Protestorganisation ihre ganz eigene Finanzkrise: Die Spendengelder werden gefährlich knapp.

Festnahmen bei Occupy-Revival in New York

Video: Festnahmen bei Occupy-Revival in New York

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New YorkBei Protesten zum sechsmonatigen Bestehen der Anti-Wall-Street-Bewegung „Occupy“ im New Yorker Zuccotti Park sind in der Nacht zum Sonntag Dutzende Aktivisten festgenommen worden. Kurz vor Mitternacht hätten die Versammelten versucht, in dem Park Zelte zu errichten, teilte die Polizei mit. Daraufhin sei der Protest aufgelöst worden. Dutzende Demonstranten wurden in Plastik-Handschellen abgeführt. Genaue Angaben zur Zahl der Festnahmen macht die New Yorker Polizei nicht.

Hunderte Aktivisten hatten sich am Samstag bereits tagsüber versammelt, um dem Beginn der Proteste am 17. September 2011 zu gedenken. Genau vor einem halben Jahr hatte die Occupy-Wall-Street-Bewegung ihren Anfang genommen. Die Kritiker der Finanzbranche errichteten damals in dem New Yorker Park ein Zeltlager. Die Bewegung fand an vielen anderen Orten in den USA und auch in Europa Nachahmer. Nach der Räumung des Parks wurde es still um die Bewegung. Kritiker werfen ihr fehlende Ziele und Richtungslosigkeit vor.

 Noch immer aber zieht sie auch Prominente an. Am Samstagabend schaute der Filmemacher Michael Moore im Zuccotti Park vorbei. „Ich denke, es ist großartig, dass diese Bewegung weiter wächst“, sagte Moore. „Die Leute haben Angst, dass sie die Kontrolle über ihre Leben verlieren.“

Unterdessen scheint der Bewegung das Geld auszugehen: Ein Finanzbericht der Gruppe zeigte, dass sie Anfang März noch über rund 45.000 Dollar (rund 34.000 Euro) auf ihrem Hauptkonto verfügte. Die wöchentlichen Spendeneinnahmen gingen auf etwa 1.600 Dollar (rund 1.200 Euro) zurück.

In dem Bericht, der auf der Website der Organisation erschien, hieß es, angesichts der derzeitigen Ausgaben werde den Demonstranten „in drei Wochen“ das Geld ausgehen. Occupy reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Ein früheres Mitglied erklärte jedoch, der Bericht enthalte nicht alle Fakten.

Kommentare (14)

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LWS

18.03.2012, 12:33 Uhr

Um was geht es bei der Occupy-Bewegung? Kämpfen die für mehr Freiheit oder für mehr Bevormundung durch den Staat?
Hier ein Link, der die unterschiedlichen politischen Richtungen in den USA erläutert:
http://www.youtube.com/watch?v=m3m0EyCCs8U

Lord

18.03.2012, 12:53 Uhr

Das wird nun aber Zeit, dass der Runde das Geld ausgeht und wieder Ruhe einkehrt. Solche Bewegungen erreichen nichts, machen sich eher lächerlich.

Account gelöscht!

18.03.2012, 13:14 Uhr

Die meisten Menschen haben scheinbar immer noch nicht begriffen, dass sie von ihren Regierungen und der Finanzmafia systematisch über den Tisch gezogen werden und dabei immer weiter entmündigt werden! Außerdem ist zur Zeit die drohende Krise mit billigem Geld regelrecht zugekleistert worden und eine scheinbare Ruhe eingekehrt. Dabei wird von den Bürgern schnell vergessen, dass sie für das alles haften! Solche Geldschwemme-Aktionen graben der Occupy-Bewegung argumentativ regelrecht das Wasser ab. Und dank größzügiger Spendengelder der New Yorker Investmentbanken an die New Yorker Polizei, räumt diese natürlich als Gegenleistung die Demonstranten aus den Straßen und Parks. Man sollte sich einmal fragen, wer hier in Wirklichkeit wen beschützen soll?
Aber solange sich die Mehrheit der Bürger in dieser trügerischen Sicherheit wähnt, kommt die Occupy-Bewegung auch nicht richtig in Fahrt. Ganz im Sinne der Eliten, die große Angst vor dem Mob haben und ihre Pfründe und Macht in Gefahr sehen!
Aber solange das Volk dumm genug ist, zu glauben, was man ihm erzählt, geht dieses perfide Spiel weiter, bis zum bitteren Ende.

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