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01.09.2012

01:36 Uhr

Nach Demonstrationsverbot

Tausende protestieren in Bahrain

Im März 2011 hat die Regierung in Bahrain Proteste blutig niedergeschlagen. Vorübergehend gab es danach ein Demonstrationsverbot. Jetzt genehmigten die Behörden eine Kundgebung – sie geriet prompt regierungskritisch.

Tausende Demonstranten verlangten in Bahrain die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Nabil Radschab. AFP

Tausende Demonstranten verlangten in Bahrain die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Nabil Radschab.

Dubai/ManamaTausende Anhänger der schiitischen Opposition in Bahrain haben am Freitag für die Freilassung politischer Gefangener demonstriert. Obwohl von offizieller Stelle genehmigt, war es eine regierungskritische Protestkundgebung.

Die Menschen versammelten sich nahe der Hauptstadt Manama und forderten unter anderem die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Nabil Radschab, der Mitte August wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Es war das erste Mal seit mehr als zwei Monaten, dass wieder eine Demonstration in der Golfmonarchie stattfand.

Die bahrainische Regierung hatte vor kurzem ein vorübergehendes Demonstrationsverbot verhängt. Dennoch wurde protestiert und es kam zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Bahrain steht in dem Verdacht, Oppositionelle mit Hilfe von Spionagesoftware zu überwachen.

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Die Proteste der Schiiten gegen die Herrscherfamilie Bahrains hatten im Februar 2011 begonnen. Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich schiitisch ist, wird der Inselstaat im Persischen Golf seit Jahrhunderten von einem sunnitischen Königshaus regiert. Die wachsenden Proteste gegen die Herrscherfamilie wurden im März 2011 mit Hilfe saudiarabischer Truppen blutig niedergeschlagen.

Im Frühjahr 2012 war es rund um ein umstrittenes Formel-Eins-Rennen erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen.

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Kommentare (4)

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01.09.2012, 05:11 Uhr

Ja - wird dann wohl auch in Dormund so laufen.

Wo das sogenannte Bundesverfassungsgericht gerade eine Demonstration verboten hat.

Dem Vernehmen nach wegen des falschen Anmelders.

Auch wenn das ja eigentlich gar keine Demonstration war.

Sondern - im Systemjargon - ein "Neo-Nazi-Aufmarsch".

Account gelöscht!

01.09.2012, 06:24 Uhr

Hätten noch viele deutsche Waffen zu liefern zur Absicherung jeglicher Demo :-) !!!
Wie wärs mit neuen Leopard Panzern?
Da werden sich dann diejenigen, die endlich Menschenrechte einfordern aber dann sicher fühlen!

Valdi

01.09.2012, 07:06 Uhr

Als in Tunesien fuer alle unerwartet die Revolution ausbrach, badeten die USA im kalten Schweisse - befuerchteten sie doch zurecht, dass die von ihnen seit Jahrzehnten beschuetzten Diktatoren in den oelexportierenden Arabischen Laendern, insbesondere in Saudi Arabien, welches sich 1975 verpflichet hat Oel nur fuer den US$ zu verkaufen, und Bahrein, wo die 5.US Flotte stationiert ist, gestuerzt wuerden. Deswegen liess man schnell Mubarak in Egypten fallen - Egypten hat kein Oel -, hat man Lybien zerruettelt - Gaddafi war Arabern und den USA sowoeso ein Dorn im Auge, nun schaukelt man Syrien auf - als Ablenkung - und nebenbei hilft man in aller Stille in Saudi Arabien und Bahrein den Aufstand niederzuschlagen. Der gesamte Westen schweigt. Freie Presse ja, aber nur wenn es gegen Russland, oder Israel hetzen darf. Dass der Westen seit Jahr und Tag die Modernisierung des Nahen Ostens verhinderte, in dem man die Koenigsfamilien stuetzte, um billig an das Oel zu kommen, damit auch der Verlaengerung u.a. der Israel-Palestinaeschen Konfliktes beitrug, ist natuerlich auch keinem Jurnalisten der freien Presse eingefallen. Aber dafuer raet man der judischen Bevoelkerung in Berlin keine Zeichen des Judentums oeffentlich zu zeigen, da man ja von antisemitischen Poeblern - meistens Migranten aus dem Nahen Osten - verpuegelt werden koenne. Wie komplex doch die Welt ist, zumindest von dieser Perspektive. Diese haengt wohl davon ab, ob man nach dem Zweiten Weltkrieg schon laengst im Frieden gedeiht, oder man immer noch Raketen auf Kindergaerten bekommt. Gelle.
Gemaess Busch's Werbemotto nach seiner Abwahl, als er Obama vergaukeln wollte, machte er ein Plakat: "..and, are you missing me already?.." .. kann man nach dem Zerfall der SU auch fragen "...and how do you like the American way?... .
Gruss.

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